HighlightMärkteBereicherung für ein diversifiziertes Portfolio

Anleihen aus den Schwellenländern haben sich nach den Tiefstständen vom März deutlich erholt. Zu den künftigen Aussichten und der aktuellen Fondspositionierung baten wir Denise Simon, Co-Head und Portfoliomanagerin im Emerging Markets Debt Team von Lazard Asset Management, zum Gespräch.
22. Dezember 2020
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Anleihen aus den Schwellenländern haben sich nach den Tiefstständen vom März deutlich erholt. Zu den künftigen Aussichten und der aktuellen Fondspositionierung baten wir Denise Simon, Co-Head und Portfoliomanagerin im Emerging Markets Debt Team von Lazard Asset Management, zum Gespräch.

INTELLIGENT INVESTORS: Ausverkauf und Währungsverfall – viel Negatives wird im Zusammenhang mit den Emerging Markets suggeriert. Wie ist die augenblickliche Situation der Schwellenländer?
Denise Simon: In den vergangenen sieben Monaten war bei EM-Anleihen der richtige Mix, sowohl in Hinblick auf die Allokation in Hart- und Fremdwährungsanleihen als auch die einzelnen Länder, entscheidend für den Investmenterfolg. Zwar konnten alle Segmente zulegen, allerdings waren sowohl die Performance als auch die Aussichten auf künftige Erträge unterschiedlich. Dies unterstreicht die Bedeutung eines flexiblen Investmentansatzes. Hartwährungsanleihen aus dem Investment Grade-Bereich erholten sich zuerst, gefolgt von Hochzinsanleihen in Hartwährung, die nach wie vor überzeugende Bewertungen bieten. Lokalwährungen und Anleihen in Lokalwährung blieben in der Rallye zurück, aber mit historisch günstigen Bewertungen und sich verbessernden Fundamentaldaten könnten auch für sie die Voraussetzungen für eine nachhaltige Outperformance im Jahr 2021 endlich gegeben sein.

II: Täuscht der Eindruck, dass sich die Schwellenländerfavoriten weiter in Asien befinden?
Simon: Das kommt darauf an. Bei asiatischen Anleihen in Hartwährung sind die Bewertungen recht eng, und wir sehen zum jetzigen Zeitpunkt wenig Spielraum für weitere Spreadeinengungen. Bei Lokalwährungsanleihen hingegen bietet Asien einige der besten Renditechancen. Asien wurde als erstes von der COVID-19-Pandemie getroffen, reagierte mit entschiedenen Maßnahmen und ist als erstes wieder aus der Krise hervorgegangen. Wir sehen Anzeichen für eine starke Wachstumserholung in China und anderen Teilen Asiens und erwarten, dass sich die asiatischen Währungen infolgedessen überdurchschnittlich entwickeln werden.

II: Warum sollten Investoren in Erwägung ziehen, saisonunabhängig in Schwellenländeranleihen zu investieren? Und sollten Anleger in Staatsoder Unternehmensanleihen investieren?
Simon: Der vielleicht überzeugendste Grund für eine strategische Allokation in Schwellenländeranleihen ist die attraktive Rendite in Verbindung mit historisch niedrigen und von uns zukünftig erwarteten Ausfallraten. Infolgedessen konnten langfristige Anleger hohe Renditen erzielen. Angesichts der Herausforderungen, die sich aus dem derzeitigen Nullzins-Umfeld ergeben, sind Schwellenländeranleihen derzeit eine attraktive Assetklasse. Dies gilt sowohl für Staatsanleihen als auch Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets. Wir glauben, dass beide ihren Platz in einem diversifizierten Portfolio haben sollten.

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