Anleihemarkt – Carry und Rolldown im Fokus

Zum Jahresauftakt sehen sich die Anleihemärkte mit einer vielschichtigen Ausgangslage konfrontiert. Nach deutlichen Bewegungen am langen Ende und einer spürbaren Versteilerung der Zinskurven rücken Strategien zur effizienten Nutzung des aktuellen Renditeumfelds in den Vordergrund. Dabei spielen Faktoren wie sinkende Inflationserwartungen, attraktive Realrenditen und die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs eine zentrale Rolle, erklärt John Petersen, Portfoliomanager von Eyb & Wallwitz.

Schwellenländeranleihen – Wie Trumps Rückkehr Chancen eröffnet

Schwellenländer reagieren auf die Rückkehr von Donald Trump, indem sie Maßnahmen zur Anpassung an Zölle und erhöhte Volatilität ergreifen. Dabei stellt sich die Frage, ob robuste Volkswirtschaften und attraktive Renditen im Jahr 2026 neue Anlagechancen eröffnen werden. Leo Morawiecki, Investment Specialist Fixed Income bei Aberdeen Investments, erläutert im folgenden Marktkommentar die aktuellen Treiber von Schwellenländeranleihen.

Fed ist mitten im Paradigmenwechsel

„Die Frage ist längst nicht mehr, ob sich das geldpolitische System der USA verändert, sondern wie schnell und welche Folgen dies für die Kapitalmärkte hat“, kommentiert Jörg Held, Head of Portfolio Management bei ETHENEA Independent Investors S.A. „Fakt ist: Die Märkte handeln diese Veränderung bereits, lange bevor sie offen ausgesprochen wird.“

Zölle, Technologie und Wandel

Wachsende Spannungen zwischen drei makroökonomischen Kräften – Handelskonflikte, der Boom bei Investitionen in KI und Herausforderungen für Institutionen wie die Federal Reserve – könnten die bekannten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und deren Investitionen auf die Probe stellen, die Volatilität erhöhen und die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern sowohl in den USA als auch weltweit vergrößern. Das Wirtschaftswachstum war überraschend stabil, aber das dürfte sich ändern. Nachdem präventive Maßnahmen den globalen Handel und die Warenproduktion angekurbelt hatten, stehen viele Länder nun vor einem Übergang, da der Druck durch die Zölle zunimmt und ihre fiskalpolitische Flexibilität eingeschränkt ist. In den USA besteht das Hauptrisiko der Zölle unserer Ansicht nach nicht in einer Preisanpassung nach oben, sondern in einem möglichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Fed und andere Zentralbanken haben reichlich Spielraum für weitere Zinssenkungen. Die weltweiten Datentrends deuten auf eine schwächere Konjunkturphase hin, ehe in einigen Regionen gezielte fiskalische Anreize greifen. Gleichzeitig dürften die Investitionen in den Technologiesektor, insbesondere in den USA und China, weiter anhalten, was möglicherweise größere Auswirkungen auf die Produktivität und den Arbeitsmarkt haben wird.

Großbritannien: Pfund unter massivem Druck

„Das Pfund gerät nach einer bislang äußerst turbulenten Woche stark unter Druck, da Investoren britische Vermögenswerte in Reaktion auf den Panikverkauf von Staatsanleihen (Gilts) – insbesondere am langen Ende der Kurve – abstoßen. Dies ist natürlich teilweise ein globales Phänomen, ausgelöst durch Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed und die Befürchtung, dass Notenbankvertreter bereit sein könnten, eine überhitzte US-Inflation zuzulassen. Doch auch die anhaltenden Bedenken über die fragile Lage der britischen Staatsfinanzen, die sich hartnäckig halten, befeuern die Unsicherheit. Die ‚Bond Vigilantes’ kreisen bereits wie Geier.

Die neue Weltordnung – Wer hat den Cup gewonnen?

Das Sommerloch hat uns im Griff, die Aktien- und Anleihemärkte bewegen sich träge. Spannender wird es voraussichtlich erst im September mit neuen US-Daten zu Arbeitsmarkt und Inflation. Die aktuelle Ruhe an der Börse verschafft Spielraum für einen Blick auf die veränderte Machtpolitik – im Großen bei den Verhandlungen mit Russland und der Ukraine ebenso wie im Kleinen, etwa bei der Frage, wem eine Fußball-Trophäe zusteht, überlegt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Fed unter Druck — Anleihemärkte nervös — Aktienmärkte übersehen Gefahren

Die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed steht unter großem Druck von US-Präsident Donald Trump, die Zinsen zu senken. Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management, beobachtet in seinem aktuellen MyStratWeekly, dass die Anleihemärkte offensichtlich eine höhere Inflationsrate einpreisen; die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sei im Vorfeld der Sitzung der US-Notenbank wieder auf 4,40 Prozent gestiegen.

Outlook: Europäische Staatsanleihen und globale Aktien im zweiten Halbjahr attraktiv

Der Beginn der zweiten Jahreshälfte ist geprägt von einem moderaten globalen Wirtschaftswachstum vor dem Hintergrund von Handelsspannungen, fiskalischen Impulsen und geldpolitischen Kurswechseln der wichtigsten Zentralbanken. Die aktuellen US-Wirtschaftsdaten sind weiterhin solide, die Inflation geht zurück und der Arbeitsmarkt ist stabil. Europa verzeichnet ein moderates Wirtschaftswachstum, das Vertrauen der Anleger in europäische Vermögenswerte wurde durch die entschlossene und geschlossene Haltung der EU-Regierungen gegenüber den Handelsangriffen der USA gestärkt. In der Geldpolitik rechnen die Märkte mit weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte, während die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen bis zum Jahresende voraussichtlich auf 1,75 % senken wird.

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