Fixed-Income-Kommentar: „Das Wachstum hat sich robuster entwickelt als erwartet“

Wir halten an einer neutralen Position gegenüber der US-Duration fest. Die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt, die Entwicklung der Ölpreise und die Reaktion der Federal Reserve (Fed) sprechen weiterhin gegen eine starke strategische Positionierung in nominalen US-Staatsanleihen. Zwar würde eine rasche Lösung des Konflikts zweifellos eine deutliche Erholungsrallye bei Treasuries auslösen.

„Aktiv oder passiv?“ So einfach ist es nicht!

Viele Anleger diskutieren die Frage „aktiv oder passiv?“, als gäbe es darauf eine universelle Antwort. Dass es die nicht gibt, zeigt die Analyse von Jan Tachtler, der untersucht hat, wie hoch der Anteil der Fonds ist, die ihren Vergleichsindex über drei Jahre hinweg schlagen konnten. Sein Ergebnis: Outperformer gibt es in jeder Anlageklasse. Und Muster, die Investoren kennen sollten.

Strukturelle Bedeutung der Emerging Markets noch nicht eingepreist

Angesichts der Rückkehr von Donald Trump mit seiner „America-First“-Politik hatten zahlreiche Marktbeobachter 2025 ein schwieriges Jahr für die Schwellenländer vorhergesagt. Die tatsächliche Entwicklung sorgte jedoch für Überraschung. Mit einem Plus von 31 % in US-Dollar übertraf der MSCI Emerging Markets die Industrieländer um 11 %.[1] Anleger investieren nicht mehr nur reflexartig in Schwellenländer, wenn der US-Dollar abwertet.  Zunehmend sehen sie diese Märkte  als strukturelle Gewinner einer multipolaren Welt. Diese taktische Vorgehensweise könnte durchaus in eine langfristige strategische Allokation münden.

Gründe für eine Outperfromance von Schwellenländeranleihen 2026

Die Fundamentaldaten der Schwellenländer haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Während viele entwickelte Volkswirtschaften mit steigenden Finanzierungskosten und einer Verschlechterung ihrer fiskalischen Position konfrontiert sind, zeigen zahlreiche Schwellenländer robuste Haushalte und solide Wachstumsdynamiken. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Kreditratings wider: 2025 lag das Verhältnis von Rating‑Upgrades zu Downgrades bei rund 2:1 – ein klares Signal für eine strukturelle Verbesserung innerhalb der Anlageklasse.

Schwellenländeranleihen – Wie Trumps Rückkehr Chancen eröffnet

Schwellenländer reagieren auf die Rückkehr von Donald Trump, indem sie Maßnahmen zur Anpassung an Zölle und erhöhte Volatilität ergreifen. Dabei stellt sich die Frage, ob robuste Volkswirtschaften und attraktive Renditen im Jahr 2026 neue Anlagechancen eröffnen werden. Leo Morawiecki, Investment Specialist Fixed Income bei Aberdeen Investments, erläutert im folgenden Marktkommentar die aktuellen Treiber von Schwellenländeranleihen.

Aufstieg der Binnenmärkte: Was das Wachstum in Schwellenländern bedeutet

Schwellenländer wenden sich zunehmend der Emission heimischer Anleihen zu, was einen strukturellen Wandel darstellt, der die Abhängigkeit von externen Krediten in Hartwährungen verringert. Diese Entwicklung spiegelt das Wachstum der lokalen Märkte, steigende Einkommen und stärkere staatliche Institutionen in vielen Ländern wider. Das Wachstum der lokalen Märkte variiert stark innerhalb der Schwellenländer und wird von der Qualität der Regierungsführung und der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst.

Schwellenländer holen weiter gegenüber Industrieländern auf

Schwellenländer gelten als das risikoreichere Ende der Aktienanlageklasse. Dieses Risiko wird auf eine Vielzahl miteinander verbundener Ursachen zurückgeführt: schwächere Regierungsführung und volatilere Politik, geringere wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und extremere Wirtschafts- und Finanzzyklen. Sicherlich ist die Geschichte dieser Anlageklasse von Höhen und Tiefen geprägt, während die Schwellenländer-Anleihemärkte eine weniger erfreuliche Geschichte von Zahlungsausfällen aufweisen.

Wachstum jenseits des Mainstreams: Wo Schwellenländer jetzt überzeugen

Trotz globaler Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen rücken Schwellenländer wieder verstärkt in den Fokus internationaler Investoren. Unterstützt durch eine mögliche Dollar-Schwäche, strukturelle Reformen und gezielte staatliche Impulse eröffnen sich weltweit neue Chancen – von Südkorea bis Brasilien. Sammy Suzuki, Head of Emerging Markets bei AllianceBernstein, analysiert in seinem Marktkommentar, warum EM-Aktien derzeit besonders attraktiv sind, welche Regionen profitieren könnten und wie gezielte Titelauswahl den Unterschied macht.

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