Ausblick auf Schwellenländeranleihen — sieben Chancen im Jahr 2022

Die Erwartungen für Schwellenländeranleihen (EMD; Emerging Market Debt) sind schwächer als zu Jahresbeginn 2021, aber niedrige Bewertungen, hohe Renditen und besondere Chancen bieten aktiven Managern viel Spielraum. Eine Allokation in Länder, die das Tapering der US-Notenbank gut überstehen können, in denen die Inflation schon bald ihren Höhepunkt erreichen wird und die Rohstoffexporte mit soliden Bilanzen kombinieren, dürfte in diesem Jahr eine lohnende Strategie sein.

Vom risikobehafteten Umfeld profitiert

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Emerging Markets ist in der vergangenen Dekade im Durchschnitt um 4,0 % pro Jahr angestiegen. Damit lag es deutlich über dem der Industrieländer von 1,5 %. Dieser Trend dürfte sich im Großen und Ganzen fortsetzen. Neben China haben auch viele kleinere Länder eine Aufholjagd gestartet. Ein weiterer Fakt, der die Stärke der Emerging Markets verdeutlicht: 2010 kamen 68 % der Fortune-500-Unternehmen aus den G7-Ländern und 17 % aus den E20-Schwellenländern (Emerging Markets, EM). Ende 2020 lag der Anteil der E20-Unternehmen bei 34 %. Vor diesem Hintergrund sprach INTELLIGENT INVESTORS zu Mitte Juli mit Magda Branet, Deputy Head of Emerging Market Debt bei Candriam.

Geduld ist eine Tugend

Nachdem sich Schwellenländeranleihen Ende 2020 stark erholt hatten, erfuhren sie Anfang 2021 erneut Gegenwind. Grund genug, der Assetklasse den Rücken zu kehren? „Keineswegs“, sagt Denise Simon, Co-Head im Emerging Market Debt-Team bei Lazard Asset Management. „Wir bleiben optimistisch, was die mittelfristigen Aussichten für Schwellenländeranleihen angeht.“

Tristesse bei Fixed Income?

Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments sieht für festverzinsliche Wertpapiere weiterhin wenig Spielraum und hält anhaltend niedrige Renditeniveaus für am wahrscheinlichsten. Er analysiert, wo im Jahr 2021 Potential und Diversifizierung mit Anleihen noch zu finden sind. 

Meilenstein erreicht

Die flexible Strategie für Schwellenländeranleihen von GAM Investments erfreut sich im anhaltenden Niedrigzinsumfeld wachsender Beliebtheit – sowohl unter institutionellen als auch privaten Investoren. So konnte der GAM Star Emerging Market Rates die verwalteten Anlegergelder im vergangenen Monat auf über 100 Mio. USD steigern.

Anleihemarkt trotz Vola mit Rückenwind

Die Anleihenmärkte haben sich in jüngster Zeit positiv entwickelt, wobei sich die Renditen im Juli in Richtung eines Allzeittiefs bewegten und in einigen Fällen sogar historische Tiefststände erreichten. „Dennoch sind wir der Ansicht, dass trotz des unsicheren Marktumfelds weitere Gewinne möglich sind“, sagt Nick Hayes, Head of Total Return & Fixed Income Asset Allocation bei AXA Investment Managers. Die Anleihemärkte dürften weiteren Rückenwind erfahren, da die Zentralbanken beispiellose Stimuli setzen.  

Dollar-Schwäche beflügelt Schwellenländer

US-Dollar-basierte Schwellenländer-Anleihen und Rohstoffe werden laut NN Investment Partners immer attraktiver, da sich die Währungsstärke weiter verschlechtert. Der Dollar befindet sich auf einem Zweijahrestief von 0,85 gegenüber dem Euro, da die US-Notenbank ihre Bilanz ausweitet und Geld enorm schnell in das Währungssystem gepumpt wird. Der Euro festigt sich auch aufgrund der entschlossenen politischen Maßnahmen der EZB und der europäischen Regierungen.

Anleihenfonds nutzt Chancen der Emerging Markets

Swisscanto Invest erweitert das Fondsangebot im Anleihensegment. Der Swisscanto (LU) Bond Fund Emerging Markets Opportunities investiert flexibel in allen Dimensionen und verfolgt eine aktive Selektion aus dem gesamten Universum von Schwellenländeranleihen. Dabei werden sowohl Bonds in Hart- als auch in Lokalwährungen berücksichtigt.

SOCIAL MEDIA

RECHTLICHES

AGB
DATENSCHUTZ
IMPRESSUM
© wirkungswerk
ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Anmeldung zum Newsletter