US-Inflation könnte die Fed zum Zögern bringen

Kommenden Mittwoch stehen in den USA die Inflationsdaten für September an - sollten sie, auch wenn Shutdown-bedingt erst später veröffentlicht - nach oben überraschen, könnte das weitreichende Folgen haben. "Wir rechnen im September mit einem Anstieg der US-Inflationsrate auf über 3%", sagt Robert Greil "und auch in den Folgemonaten erst mal mit Inflationsdruck nach oben". 

Drei Zutaten für eine volatile Börsenwoche

Kommende Wochen rollen auf die Finanzmärkte vorrangig drei wichtige Termine zu: „Während die EZB-Sitzung mit wohl keiner Zinssenkung mehr noch das geringste Unruhepotenzial für die Börsen birgt und für die französische Vertrauensfrage Premier Bayrou wohl absehbar zum Sturz bringen dürfte, bergen die US-Inflationszahlen am Donnerstag am meisten Sprengstoff“, meint Robert Greil.

„Fortgesetzte Stimmungseintrübung wird harte Daten bald belasten“

Kommende Woche stehen zahlreiche richtungsweisende Stimmungsdaten auf der Agenda. „Das ganze Bündel an Aktivitäts- und Sentimentdaten dürfte sowohl auf der Unternehmens- wie auch auf der Verbraucherseite eine weitere Eintrübung zeigen“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck rechnet gerade bei den Einkaufsmanagerindizes für April, die am Mittwoch nicht nur für Europa inklusive Deutschland, sondern auch für die USA und Japan anstehen, angesichts der Verunsicherung durch die US-Zollpolitik mit einer Eintrübung.

Quartalssaison birgt hohes Enttäuschungspotenzial

Die Berichtssaison ist eröffnet und verspricht neue Impulse für die Aktienmärkte. Mit JPMorgan startete die weltgrößte Bank mit der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen für das abgelaufene Q4 2024 die entsprechende Berichtssaison. Der Datenkranz lag über den Erwartungen der Analysten. So schloss die Bank das Geschäftsjahr 2024 besser als prognostiziert ab und konnte die Ertragsprognose für 2025 ebenfalls nach oben anpassen. Schon die letzten Tage vor dieser Veröffentlichung zogen vor allem die US-Bankwerte an. Dies hängt insbesondere mit der Aussicht auf bessere Nettozinsergebnisse im laufenden Jahr zusammen, die daraus resultieren, dass der Markt nun weniger mit Zinssenkungen der US-Notenbank Fed rechnet.

„EZB liefert die Vorlage für die FED“

Gestern hat die EZB den neuntägigen Reigen der Septembersitzungen der vier wichtigsten Notenbanken eröffnet. „Nächste Woche wird die Fed der EZB mit einer Leitzinssenkung um wohl ebenfalls einen Viertelprozentpunkt folgen“, ist Robert Greil überzeugt. Der Chefstratege von Merck Finck verweist darauf, dass es bei der Fed seit ihrer Reaktion auf den Corona-Ausbruch im März 2020 der erste Zinsschritt nach unten wäre: „Historisch betrachtet sind die zwölf Monate nach der ersten Fed-Leitzinssenkung, wenn wie von uns erwartet eine US-Rezession ausbleibt, meist positiv für US-Aktien“, so Greil weiter. Und: „Im Gegensatz zur EZB und zur Fed erwarten wir von den Sitzungen der Bank of England und Bank of Japan nächste Woche keine Leitzinsänderungen.“ Nach der Fed-Entscheidung am Mittwoch wird die der Bank of England am Donnerstag und die in Japan am Freitag fallen.

„Spürbar mehr Kursschwankungen als im ersten Halbjahr“

Kommende Woche stehen diverse Frühindikatoren auf der Datenagenda: „Die deutsche Wirtschaft dürfte sich weiter moderat erholen“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck rechnet weder beim Ifo-Geschäftsklima (Donnerstag), noch bei den Einkaufmanagerindizes, als auch für den Euroraum insgesamt (Mittwoch), mit größeren Sprüngen. Greil weiter: „Wichtig ist jetzt, dass neben den Unternehmen auch die Verbraucher optimistischer werden.“ Am Dienstag werden sowohl das deutsche GfK-Konsumklima (für August) als auch das Juli-Verbrauchervertrauen für die Eurozone publiziert.“

„Aufschwung in der Eurozone gewinnt an Fahrt“

In dieser Woche stehen in Sachen Konjunkturdaten einige Frühindikatoren im Fokus: „In der Eurozone rechnen wir sowohl bei den Einkaufsmanagerindizes wie auch beim Verbrauchervertrauen mit einer weiteren Aufhellung“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck erwartet auch in Deutschland einmal mehr bessere Daten: „Der Trend der Frühindikatoren spricht weiterhin für etwas mehr Wirtschaftswachstum – vielleicht beflügelt die Fußball Europameisterschaft den noch verhalten aufkeimenden Optimismus weiter.“

DAX 20.000 dank Konjunkturbelebung in Reichweite

Die Aussicht, dass der DAX die 20.000er-Marke noch vor der Sommerpause knacken könnte, scheint – dank der laufenden Konjunkturbelebung – greifbar. In den letzten drei Monaten hat sich das Ifo-Geschäftsklima, einschließlich der Erwartungskomponente, deutlich aufgehellt. Weitere Frühindikatoren bestätigen die Faustregel, dass drei aufeinanderfolgende Anstiege des Ifo-Index – und nächsten Montag aus unserer Sicht wahrscheinlich der vierte – auf einen deutschen Konjunkturaufschwung hindeuten.

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