MärkteHighlightStrategieansatz „Multi Asset Value“

Der Schwerpunkt des nachhaltigen Rentenfonds BKC Emerging Markets liegt auf Schwellenländern wie beispielsweise Tschechien oder Peru. Neben Staatsanleihen sind auch ausgewählte Unternehmensanleihen im Portfolio enthalten. Nicht nur bei Aktien, sondern auch bei Anleihen, wendet die BKC die Prinzipien des Value Investings an und setzt auf langfristige fundamentale Bewertungen. INTELLIGENT INVESTORS ließ hierzu Marian Heller, Senior Portfoliomanager im Asset Management bei der Bank für Kirche und Caritas, zu Wort kommen.
21. September 2020
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Der Schwerpunkt des nachhaltigen Rentenfonds BKC Emerging Markets liegt auf Schwellenländern wie beispielsweise Tschechien oder Peru. Neben Staatsanleihen sind auch ausgewählte Unternehmensanleihen im Portfolio enthalten. Nicht nur bei Aktien, sondern auch bei Anleihen, wendet die BKC die Prinzipien des Value Investings an und setzt auf langfristige fundamentale Bewertungen. INTELLIGENT INVESTORS ließ hierzu Marian Heller, Senior Portfoliomanager im Asset Management bei der Bank für Kirche und Caritas, zu Wort kommen.

INTELLIGENT INVESTORS: Wie sind die Aussichten für die Emerging Markets vor dem Hintergrund der sich nach wie vor ausbreitenden Corona-Pandemie? Welche Länder sind derzeit investierbar?
Marian Heller: In einer Welt, in der positive Realzinsen immer seltener werden, steigt die Attraktivität der Zinsräume, die nach Abzug ihrer lokalen Inflation noch einen positiven laufenden Ertrag bieten. Hohe Realrenditen finden sich aktuell etwa im südafrikanischen Rand, der indonesischen Rupiah, dem brasilianischen Real und dem russischen Rubel. Im Zuge der Corona Pandemie haben viele Schwellenlandwährungen stark abgewertet — in einigen Fällen deutlich unter ihren langfristig fairen Wert. Für Neuanlagen in der Anlageklasse der Lokalwährungsanleihen bieten sich hierdurch sowohl über Zins wie auch Währung interessante Ertragsmöglichkeiten. Im Segment der Hartwährungsanleihen setzen wir bevorzugt auf Länder mit niedriger Auslandsverschuldung. Zudem finden sich interessante Möglichkeiten auch bei Unternehmensanleihen, gerade aus der zweiten und dritten Reihe. Verglichen mit den Anlagealternativen aus entwickelten Märkten sind die Preisbildungsmechanismen hier weniger effizient, was Chancen für aktive Investoren bietet.

II: Welche Auswirkungen hat/hatte die Corona-Krise auf den Fonds? Wo haben Sie beispielsweise zugekauft bzw. verkauft?
Heller: Im Rahmen der Corona-Krise haben wir einen sehr undifferenzierten Abverkauf der Schwellenländer erlebt. Glücklicherweise verfügen wir über einen langfristig orientierten Anlegerkreis, sodass wir anders als viele Marktteilnehmer nicht zu Tiefstkursen verkaufen mussten, sondern selektiv Zukäufe tätigen konnten. Beispielsweise haben wir nach dem Preissturz am Ölmarkt unsere Investitionen im russischen Rubel ausgebaut und konnten in diversen Unternehmensanleihen, deren Risikoaufschläge überproportional ausgeweitet hatten, Positionen aufbauen.

II: Wie setzt die BKC den Value Investing-Ansatz bei der Auswahl von Anleihen um? Warum ist die BKC vom Value Investing-Ansatz überzeugt? Sehen wir denn eine „Renaissance des Value Investing“?
Heller: Wir beschreiben unsere Strategie als „Multi Asset Value“. Die Prinzipien des Value Investings lauten: Geduld, Langfristigkeit, Disziplin, Risikoaversion, tiefgründige analytische Arbeit und die Bereitschaft zu konträrem Handeln. Das sind die Grundpfeiler unserer Investmentstrategie – nicht nur bei Aktien, sondern über alle Anlageklassen hinweg.

Somit setzen wir auch im Anleihesegment auf fundamentale Bewertungen bei der Titelselektion und handeln durchaus konträr zur allgemeinen Marktmeinung. Wichtig für uns sind die Fragen: Was wird vom Markt geliebt? Wo ist man unterinvestiert? Dort, wo die ungeliebten Segmente des Marktes sind, schauen wir genauer hin und analysieren, welches Potential in diesen Anleihen steckt. Deshalb investieren wir beispielsweise nicht nur in Hartwährungsanleihen, sondern auch in lokale Währungen. Bei der Auswahl der für uns geeigneten Währungen setzen wir auf Faktoren wie die Kaufkraftparität, den realen effektiven Wechselkurs und das Zinsdifferenzial. So erhalten wir eine fundamental belastbare Bewertung der relativen Wechselkurse. Dass aktuell so eine hohe Diskrepanz zwischen günstigem Value und teurem Momentum besteht hat sehr viel mit der zunehmenden Passivierung von Investmentflüssen über ETF zu tun. Erhält ein ETF Zuflüsse, kauft er, egal wie hoch der Preis ist. Bei Abflüssen wird verkauft, egal wie niedrig der Preis. Das hat in den letzten Jahren sehr gut funktioniert, birgt zugleich aber Gefahren, die vielen Anlegern so nicht bewusst sind. Wir wissen nicht, wie lange diese Diskrepanz anhalten wird. Wir sehen hier aber ein asymmetrische Risiko-Rendite Verhältnis. Value war lange nicht mehr so attraktiv wie heute.

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