„Unsere Währung – Euer Problem?“

Präsident Trump zeigt sich unbeeindruckt vom Wertverlust des US-Dollars in den letzten Tagen – prompt setzt sich die Rallye an den Edelmetallmärkten fort. Scheinbar reagieren die Märkte eher auf einen potenziellen Wertverlust des Dollars als auf den tatsächlichen Wertverlust, analysiert Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär:

Macht vor Regeln: Venezuela, die neue Weltordnung und vier Lehren daraus

Bereits an den ersten Tagen des Jahres hat sich eine zentrale These unseres Jahresausblicks für 2026 bestätigt: „Politik treibt Märkte“. Die regelbasierte Weltordnung löst sich auf, und es bildet sich eine neue Struktur heraus, in der einzelne Länder ihre Interessen ohne Rücksicht auf übergeordnete Werte durchzusetzen versuchen. Dass dies auch für die USA gilt, ist für nüchterne Beobachter keine Überraschung. Es handelt sich vielmehr seit dem Amtsantritt Donald Trumps um die konzeptionelle Grundlage, auf der die US-Regierung agiert. Die Folgen dieser Entwicklung gilt es genau zu analysieren. 

Warum der US-Dollar weiter sinken könnte

Der US-Dollar hat seit Jahresbeginn gemessen am US-Dollar-Index (DXY) rund 8 % an Wert verloren. US-Präsident Donald Trump schockierte nach seinem Amtsantritt am 20. Januar die Märkte mit einer Flut von Dekreten und Tweets in den sozialen Medien in einem Tempo, das zwar viele befürchtet hatten, aber nur wenige erwarten wollten. Diese Ereignisse zerschlugen die euphorischen Hoffnungen auf eine wirtschaftsfreundliche Wirtschaftspolitik unter Trump.

Gold im Jahr 2025 – eine neue Ära struktureller Stärke und dauerhafter Anziehungskraft

Gold war schon immer mehr als ein Rohstoff“, schreibt Imaru Casanova, Portfoliomanagerin Gold und Edelmetalle bei VanEck. Über Jahrhunderte hinweg diente es als universelle Wertanlage, als Absicherung für unsichere Zeiten und als Symbol für dauerhaften Reichtum. „Historisch gesehen hat sich die Rolle von Gold in globalen Portfolios parallel zu den Währungsregimen entwickelt – vom klassischen Goldstandard bis zum heutigen, von Fiatgeld dominierten System. Jeder Übergang, ob gekennzeichnet durch Inflationsdruck, Finanzkrisen oder geopolitische Turbulenzen, hat die Widerstandsfähigkeit des Metalls erneut bestätigt.“

Greenback runter, Aktien rauf

Was macht der US-Aktienmarkt, wenn der Dollar schwächelt? Eine Auswertung seit Einführung des Euro zeigt: Eine deutliche Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro war in der Vergangenheit kein schlechtes Omen für den S&P 500. Laut der Analyse von Shijiao You war genau das Gegenteil der Fall .

US-Treasuries: Private Investoren füllen die Lücke der Fed

„Der US-Dollar bleibt das Rückgrat des globalen Handels – und damit auch der strukturelle Anker für die Nachfrage nach Treasuries“, sagt Garrett Melson, Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers Solutions. Trotz geopolitischer Spannungen, Handelskonflikten und dem Rückzug der Notenbanken sieht Melson keinen nachhaltigen Bruch in der Nachfrage nach US-Staatsanleihen – im Gegenteil: „Die Nachfrage lebt, nur die Käufer haben sich verändert“.

Trotz Abwertung: „Keine andere Währung kann den Dollar verdrängen“

In der aktuellen Lage erweist sich die US-Wirtschaft als relativ robust. Das negative BIP-Ergebnis für das erste Quartal spiegelt vor allem vorgezogene Importe wider und nicht etwa eine schwache Binnennachfrage. Tatsächlich waren die Investitionen bemerkenswert stark und der Konsum gab nicht nach. Der Ausverkauf von US-Aktien ist daher eher eine Folge der Umschichtung von Portfolios zu Lasten der USA als aufgrund Befürchtungen einer Rezession in den USA.

Die US-Wirtschaft am Scheideweg: „US-Ausnahmebonus wird neu bewertet“

Die US-Wirtschaft befindet sich in einer entscheidenden Phase – zwischen anhaltendem Inflationsdruck, einer sich wandelnden globalen Handelslandschaft und vorsichtigem Optimismus hinsichtlich des künftigen Wachstums. Während sich politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Verbraucher an dieses sich wandelnde Umfeld anpassen, könnten die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre prägen.

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