Warsh bleibt bei der Zinswende vage

Die erste große Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole brachte weniger Orientierung als erhofft. Zwar schlug er bei der Inflation einen etwas restriktiveren Ton an, zum weiteren Zinspfad hielt er sich jedoch bedeckt. Eric Winograd, US-Chefvolkswirt bei AllianceBernstein, sieht die nächste Inflationszahl deshalb als entscheidend für die September-Sitzung – und warnt zugleich davor, dass eine zunehmend uneinige Fed selbst zum Marktrisiko werden könnte.

“KI-Investitionen treiben Gewinne – und Zinsen”

Die starke Gewinnentwicklung, maßgeblich angetrieben durch den KI-Boom, bleibt die wesentliche Stütze der Aktienmärkte, die sich trotz der bereits sehr starken Performance seit Jahresbeginn weiterhin robust zeigen. Die Wachstumsdynamik der Unternehmensgewinne ist selbst bereinigt um Sondereffekte auf einem Mehrjahreshoch und gewinnt zunehmend an Breite. Gleichzeitig sorgen gut gefüllte Auftragsbücher für eine hohe Ertragssicherheit und sprechen für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung.

Volatilität an den Märkten

Die Kurse an den Märkten schwanken heute schwungvoller als früher. Dies bringt Risiken, aber auch Chancen für aktive Anleger. In seinem Marktkommentar geht Mike Fox, Head of Equities bei Royal London Asset Management der Frage nach, welche Chancen das sind und was die Auswirkungen der KI-Disruption damit zu tun haben.

US-Arbeitsmarkt im Juli – die anhaltende Schwäche sendet „taubenhafte“ Signale

Statt des erwarteten Zuwachses von 80.000 gingen die Neueinstellungen im Juli um 23.000 zurück. Das Beschäftigungswachstum wurde für die vergangenen beiden Monate um insgesamt 103.000 nach unten korrigiert. Die Arbeitsplatzverluste konzentrierten sich auf den öffentlichen Dienst (-53.000), das Freizeit- und Gastgewerbe (-40.000) sowie den Finanzsektor (-14.000). Die einzigen Sektoren, die nennenswerte Zuwächse verzeichneten, waren das Gesundheitswesen (+23.000) und das Baugewerbe (+22.000), wobei es sich bei Letzterem hauptsächlich um den Nichtwohnungsbau handelte.

Fundamentaldaten übernehmen das Steuer

Die vergangene Börsenwoche stand ganz im Zeichen der Geldpolitik, des Arbeitsmarkts und einer weiteren richtungsweisenden Berichtssaison. Die zentrale Botschaft ist eindeutig. Der Markt wird zunehmend von Fundamentaldaten und weniger von Erwartungen getrieben. Das sorgt zwar kurzfristig für höhere Schwankungen, schafft aber langfristig ein gesünderes Umfeld für Qualitätsunternehmen.

Die USA finanzieren sich zunehmend selbst

Die Diskussion über die US-Staatsverschuldung wird häufig von der Sorge begleitet, ausländische Gläubiger könnten sich aus dem Markt für US-Staatsanleihen zurückziehen und damit die Finanzierung der Vereinigten Staaten gefährden. Tatsächlich zeigen die Daten jedoch seit Jahren eine andere Entwicklung.

Mega-Börsengänge werfen ihren Schatten voraus

Der übergeordnete Aufwärtstrend an den globalen Aktienmärkten ist weiter intakt, die Dynamik dürfte jedoch bald abnehmen. Die sehr starke Berichtssaison zum 1. Quartal 2026 war in den vergangenen Wochen ein wichtiger Treiber für die Börsen. Die positiven Impulse sind inzwischen jedoch weitgehend in den Kursen berücksichtigt, was sich auch an den hohen Bewertungen und den überkauften Trends ablesen lässt.

US-Wirtschaft – Verbraucher geben mehr aus und bekommen weniger dafür

„Gestiegene Energiepreise lassen die nominalen Konsumausgaben in den USA zwar steigen, doch der reale Konsum geht etwas zurück. Vorübergehende finanzielle Puffer helfen den Haushalten, die Kosten aufzufangen, und dämpfen den Nachfragerückgang. Diese Dynamik hält die Inflationsrisiken auf einem hohen Niveau, während weiterreichende Auswirkungen durch den schwächeren Lohndruck begrenzt werden. Das gleicht die geldpolitischen Möglichkeiten der Fed aus“, erklärt David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär:

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