Zwischen KI-Euphorie und Sorge um hohe Bewertungen

Die globale Konjunktur zeigt zum Jahresende ein gemischtes Bild: Während die KI-Euphorie an den US-Börsen weitergeht, enttäuscht die Industrieproduktion in Europa. „Ein Grund für die anhaltende Stagnation im Euro-Raum ist sicherlich auch die Zweckentfremdung des deutschen Sondervermögens zugunsten des Sozialstaats”, analysiert Marc Möhrle, Geschäftsführer bei der LAIQON-Tochter MFI Asset Management in seinen LAIQON Kapitalmarkt-Insights. Welche weitere Schlüsse er und das MFI-Team etwa aus der zunehmenden Verunsicherung an den US-Börsen aufgrund der hohen Bewertungen ziehen, lesen Sie in der November-Ausgabe der LAIQON Kapitalmarkt-Insights.

„Die USA trotzen den Zöllen, Deutschland fehlt der Mut“

Alte Systeme verlieren ihre Gültigkeit, neue sind nicht etabliert: Hauck Aufhäuser Lampe hat den Kapitalmarkt-Ausblick 2026 mit dem Titel „Übergangsphase“ veröffentlicht. Chefvolkswirt Dr. Alexander Krüger sieht die Weltwirtschaft im kommenden Jahr in einer sensiblen Phase, die wegen des Gegenübers von USA und China besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Börsen im Aufwind – keine KI-Blase / DAX erreicht 27.500 Punkte

Trotz zunehmender Beschränkung des Freihandels zeigt sich die Weltwirtschaft im neuen Jahr robust. Die DZ BANK Analysten rechnen mit einem Wachstum von drei Prozent. Ein Grund dafür, dass der Zollkonflikt nicht so stark durchschlägt, sind erhöhte Fiskalausgaben von zahlreichen Staaten. Deutschland wächst um ein Prozent. Grundlegende Reformen sind aber unabdingbar.

Feri: “Politik treibt Märkte“

Der Übergang zu einer multipolaren Weltordnung hat aus Sicht von FERI erhebliche Implikationen für die Asset Allocation. Sein Hauptaugenmerk legt der Multi Asset-Spezialist auf die Folgen einer anhaltend disruptiven Politik in den USA und besonders auf die Risiken für die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). „Wir haben sehr bewusst für unseren Jahresausblick für das Jahr 2026 die Überschrift ‚Politik treibt Märkte‘ gewählt“, erläutert Dr. Marcel V. Lähn, Vorstand und Chief Investment Officer der FERI. „Ein breit angelegter Multi Asset-Ansatz mit flexibler Allokation ist weiterhin eine wirksame Strategie, um mit der Komplexität des Marktumfelds umzugehen und einen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen.“

US-Berichtssaison: Banken gut, alles gut?

Die großen US-Banken eröffnen traditionell die Berichtssaison. Oft wird angenommen, dass ihre Ergebnisse aufgrund ihrer breiten wirtschaftlichen Verflechtung Hinweise auf die konjunkturelle Gesamtlage und damit den weiteren Verlauf der Berichtssaison liefern. Pascal Kielkopf hat geprüft, ob diese These zutrifft.

US-Bankreserven in der Gefahrenzone

Die US-Wirtschaft hält Kurs – doch hinter der stabilen Oberfläche baut sich ein geldpolitischer Gegensatz auf. Während die US-Regierung mit hohen Staatsausgaben und massiven T-Bill-Emissionen die Konjunktur befeuert, zeigt sich die Federal Reserve zunehmend vorsichtig. Sie senkte Ende Oktober zwar den Leitzins leicht, stellte aber eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr infrage. Beat Thoma, Chief Investment Officer bei Fisch Asset Management, geht in seiner aktuellen FischView auf das spannungsgeladene Umfeld für Investoren ein, welches durch das Zusammenspiel von expansiver Fiskalpolitik und vorsichtiger Geldpolitik entsteht – mit Rückenwind durch Liquidität, aber auch Warnsignalen am Geldmarkt.

Mit Zohran legt man sich nicht an!

An den Aktienmärkten wächst die Angst vor einer KI-Blase, doch in den USA wird weiter massiv investiert, und der Ausblick für die Wirtschaft bleibt trotz aller Unkenrufe positiv – das stärkt auch den Dollar. Gleichzeitig wetten Anleger auf eine Zoll-Niederlage für Trump vor dem US-Supreme Court, was die Staatsverschuldung noch weiter in die Höhe treiben könnte. Und in New York gewinnen die Demokraten mit jugendlichem Elan, der auch Trump gefährlich werden könnte, meint Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

“2026: Schwächere globale Wachstumsdynamik, aber kein Einbruch”

Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2025 robuster gezeigt, als es nach dem Zollschock vom „Liberation Day“ am 2. April zu erwarten gewesen wäre. Auch wenn das Zollregime nicht so umgesetzt wurde, wie von US-Präsident Donald Trump auf den Tafeln im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington angekündigt: Der durchschnittliche Importzoll der USA ist von weniger als 3 Prozent auf deutlich mehr als 10 Prozent gestiegen. Die anhand der Handelstheorie zu erwartenden Effekte einer solchen drastischen Zollerhöhung dürften nun mit der Zeit stärker spürbar werden und die globale Wachstumsdynamik im Jahr 2026 belasten. Zu rechnen ist mit steigenden Importpreisen in den USA, Druck auf den Preisen ausländischer Exporteure, einer Verringerung des realen Handelsvolumens und schließlich weltweiten Realeinkommensverlusten. 

Earnings – USA stark, Europa stabiler

Starke Gewinnüberraschungen in den USA und erste Anzeichen einer Stabilisierung in Europa stützen die Aktienmärkte zum Jahresende. KI-Investments stehen weiterhin im Vordergrund, doch Hyperscaler-Ergebnisse werden diese Woche darüber entscheiden, wie es im vierten Quartal weitergeht, beobachtet Mathieu Racheter, Head of Equity Strategy Research bei Julius Bär:

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