Multi Asset: Die Zeit ist reif für einen Sweet Spot

In den vergangenen Wochen haben wir immer wieder erlebt, wie kurzfristige Marktreaktionen nach folgendem Muster abgelaufen sind: Enttäuschende Arbeitsmarkt- und Wachstumszahlen werden von Investoren wohlwollend registriert oder geradezu mit Erleichterung aufgenommen. Inflationsdaten über den Erwartungen hingegen ziehen Befürchtungen nach sich, die restriktive Notenbankpolitik könnte noch länger Bestand haben als viele Marktteilnehmer zu Jahresanfang vorausgesagt hatten. Entsprechend überwogen unterm Strich Kursverluste an den Märkten für Staatsanleihen auf Sicht der ersten beiden Quartale, während kurzfristige Rückschläge an den Aktienmärkten regelmäßig Käufer anzogen und insbesondere die Indizes am US-Aktienmarkt auf neue Rekordhöhen klettern ließen.

Eine fast normale Zinssenkung

Auf ihrer Junisitzung hat die EZB ihre Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte gesenkt und damit erstmals vor der FED die Geldpolitik gelockert. Die jüngsten überraschend starken Daten zur Preisentwicklung und sicher auch die abwartende Haltung der FED haben den Tonfall sehr vorsichtig ausfallen lassen. Weitere Zinssenkungen dürften zwar kommen, die Landezone für den Leitzins könnte in Europa aber bereits bei etwa 3% liegen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

EZB-Zinssenkung im Juni erwartet – und im Juli nicht ausgeschlossen

Es wird allgemein erwartet, dass die EZB auf ihrer Sitzung in dieser Woche die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Die Zinssenkung wurde im April angekündigt, obwohl die EZB immer wieder betonte, dass die endgültige Entscheidung datenabhängig sei. Annalisa Piazza, Analystin für festverzinsliche Wertpapiere, MFS Investment Management, gibt ihre Einschätzung im Voraus der EZB-Sitzung am Donnerstag, 6. Juni:

Lasst die Kürzungen beginnen

Die Eurozone ist in besserer Verfassung. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 0,7 Prozent und im nächsten Jahr um das Doppelte wachsen wird, bei den Verbrauchern zeigen sich Anzeichen von Konjunkturbelebung und die Nachfrage zieht wieder an. Dennoch wird die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich am 6. Juni, knapp zwei Jahre nach Beginn ihres Straffungszyklus, ihre erste Zinssenkung vornehmen. Sie wird die erste der großen Zentralbanken sein, die den Ball ins Rollen bringt.

EZB — Chronik einer angekündigten Zinssenkung

Bestärkt durch den Abwärtstrend der Inflation in der Eurozone dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) während ihrer anstehenden Sitzung eine Zinssenkung um 25 Bp. beschließen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und ‚hawkishe‘ Mitglieder des EZB-Rates haben die Märkte auf eine derartige Entscheidung vorbereitet, so dass sie dort vollständig eingepreist ist.

EZB — Alles läuft auf eine Zinssenkung im Juni hinaus

Wie erwartet, hat die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals eine Zinssenkung in Aussicht gestellt, die allerdings abhängig von der Inflationsprognose, dem unterliegendem Inflationstrend und der Stärke der geldpolitischen Transmission bleibt. Da wir davon ausgehen, dass gerade die Lohndaten eine weitere Abschwächung anzeigen werden, ist für uns der Juni gesetzt. Zusammen mit den neuen Projektionen wäre dann der Weg zu einer ersten Zinssenkung frei, den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent zu senken.

EZB-Geldpolitik: „Eine Verzögerung bei Zinssenkungen wäre unklug“

Für Donnerstag erwarten wir keine Überraschungen: Es werden keine neuen Prognosen gemacht und seit der letzten Sitzung sind auch keine wesentlichen neuen Informationen bekannt geworden. Es gibt daher keinen Grund, warum die EZB von ihrem Plan abweichen sollte, im Juni die Zinsen zu senken. Damit wäre sie die erste große Zentralbank, die ihre Geldpolitik lockert. Während die Erwartungen an einen Zinsschritt der Federal Reserve (Fed) im Juni zurückgegangen sind, gehen die Euro-Geldmärkte derzeit mit einer 92-prozentigen Wahrscheinlichkeit von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte aus.

Zinssenkungen der Fed durch Inflationsdaten verzögert?

Es ist eine wichtige Woche für die britischen Märkte, mit einer Sitzung der Bank of England (BoE) und vielen Datenveröffentlichungen, doch es sind die Ereignisse jenseits des Atlantiks, die wahrscheinlich den größten Einfluss haben werden. Dort findet ein Treffen der US‑Notenbank statt und die Währungshüter könnten nach einigen enttäuschenden Inflationsdaten eine vorsichtige Haltung einnehmen. Das würde die Märkte dazu veranlassen, sowohl Verzögerungen für den Zeitpunkt als auch eine verringerte Geschwindigkeit bei den erwarteten Zinssenkungen einzupreisen – und sich somit auf die Zinserwartungen in der ganzen Welt auswirken. Dennoch halten wir steile Zinssenkungen in den USA, im Vereinigten Königreich und in Europa für wahrscheinlich.

“Kreditqualität am Hochzinsmarkt heute ist viel höher als früher”

Mit der Rückkehr der Zinsen sind die Anleihenmärkte wieder in den Fokus der Investoren gerückt. Die vergangenen Monate haben indes gezeigt, wie herausfordernd das Agieren sein kann. Welche Segmente bleiben spannend im Anleihen-Universum? Andreas Fitzner und John Petersen aus dem Hause Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement standen in München für ein Doppel-Interview zur Verfügung.

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