Zinsen zum Jahresende im Euroraum bei 1,25%?

Die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum für das kommende Jahr stiegen im April auf 3,1 %. Dies war der zweite Anstieg in Folge, der über den Erwartungen lag, und ein Anstieg um 0,5 % gegenüber dem jüngsten Tiefstand im Februar 2025. Diese Entwicklungen stehen eindeutig im Widerspruch zur Disinflationserklärung der EZB, aber aus gutem Grund.

EZB — Tür auf für weitere Zinssenkungen

Auf ihrer Aprilsitzung hat die EZB ihren Leitzins wie erwartet erneut um 25 Basispunkte auf 2,25% gesenkt. Aus Sicht der EZB hat sich der Disinflationstrend zuletzt fortgesetzt und die Teuerung schwenkt in den Zielbereich von 2% ein. Auf dem aktuellen Zinsniveau sieht sich die EZB nun zwar im Bereich des neutralen Zinsniveaus, d.h. die Geldpolitik wird als nicht mehr restriktiv angesehen. Weitere Zinssenkungen scheinen aber dennoch wahrscheinlich, vor allem da die Unsicherheit im Zuge des Zollstreits und die Aufwertung des Euro in den vergangenen Wochen die Finanzierungskonditionen für die Privatwirtschaft verschärft haben. Damit legt die EZB die Grundlage, die Geldpolitik in den kommenden Monaten nicht nur neutral, sondern wieder expansiv auszurichten, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.     

US-Zölle werden Inflation in Europa nur kurzfristig beeinträchtigen

Unter den Mitgliedern der EZB besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass der Leitzins in der Sitzung am Donnerstag weiter in Richtung des neutralen Niveaus gesenkt wird. Auch der Markt rechnet mit einer Senkung um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent, sodass diese Entscheidung kaum Überraschungen oder unmittelbare Auswirkungen haben dürfte. Entscheidend wird vielmehr sein, welche Signale die EZB in ihrer Erklärung sendet und welche Aussagen Christine Lagarde auf der Pressekonferenz trifft.

SOCIAL MEDIA

RECHTLICHES

AGB
DATENSCHUTZ
IMPRESSUM
© wirkungswerk
ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Anmeldung zum Newsletter