Neue Regierung und alte Sorgen? Wie ist es um Deutschland und den USA derzeit wirtschaftlich bestellt? Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management, beantwortet der Chefredaktion die Fragen der Zeit.
Neue Regierung und alte Sorgen? Wie ist es um Deutschland und den USA derzeit wirtschaftlich bestellt? Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management, beantwortet der Chefredaktion die Fragen der Zeit.
Eine aktuelle Einschätzung von Altaf Kassam, Head of Investment Strategy & Research für Europa bei State Street Global Advisors, zur heutigen Sitzung der EZB.
Die Europäische Zentralbank wird bei ihrer geldpolitischen Juni-Sitzung im Juni voraussichtlich den Einlagensatz um 0,25 Prozent senken – auf dann 2,0 Prozent. Damit würde dieser am unteren Ende unserer geschätzten neutralen Spanne liegen.
Die EZB tagt in dieser Woche. Kommt eine erneute Zinssenkung? Aktuelle Einschätzung von Konrad Kleinfeld, Leiter Fixed Income Distribution EMEA für SPDR ETFs bei dem Vermögensverwalter State Street Global Advisors.
Die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum für das kommende Jahr stiegen im April auf 3,1 %. Dies war der zweite Anstieg in Folge, der über den Erwartungen lag, und ein Anstieg um 0,5 % gegenüber dem jüngsten Tiefstand im Februar 2025. Diese Entwicklungen stehen eindeutig im Widerspruch zur Disinflationserklärung der EZB, aber aus gutem Grund.
Auf ihrer Aprilsitzung hat die EZB ihren Leitzins wie erwartet erneut um 25 Basispunkte auf 2,25% gesenkt. Aus Sicht der EZB hat sich der Disinflationstrend zuletzt fortgesetzt und die Teuerung schwenkt in den Zielbereich von 2% ein. Auf dem aktuellen Zinsniveau sieht sich die EZB nun zwar im Bereich des neutralen Zinsniveaus, d.h. die Geldpolitik wird als nicht mehr restriktiv angesehen. Weitere Zinssenkungen scheinen aber dennoch wahrscheinlich, vor allem da die Unsicherheit im Zuge des Zollstreits und die Aufwertung des Euro in den vergangenen Wochen die Finanzierungskonditionen für die Privatwirtschaft verschärft haben. Damit legt die EZB die Grundlage, die Geldpolitik in den kommenden Monaten nicht nur neutral, sondern wieder expansiv auszurichten, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.
Bis sich die fiskalpolitischen Impulse in Deutschland tatsächlich im Wirtschaftswachstum widerspiegeln, dürfte es laut Patrick Barbe, European Fixed Income Head bei Neuberger Berman, noch dauern. Der Fokus der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt daher aus seiner Sicht ausschließlich auf den Auswirkungen der US-Handelspolitik.
Der Blick nach vorn ist für die Europäische Zentralbank (EZB) seit dem Zinsentscheid Anfang März schwieriger statt einfacher geworden, sagt Dr. Volker Schmidt, Portfolio Manager bei ETHENEA Independent Investors S.A. Angesichts sinkender Preisniveaus und maximaler Unsicherheit erwartet er eine erneute Zinssenkung:
Die Europäische Zentralbank dürfte weiter an der Zinsschraube drehen, künftige Entscheidungen könnten aber umstrittener sein.
Unter den Mitgliedern der EZB besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass der Leitzins in der Sitzung am Donnerstag weiter in Richtung des neutralen Niveaus gesenkt wird. Auch der Markt rechnet mit einer Senkung um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent, sodass diese Entscheidung kaum Überraschungen oder unmittelbare Auswirkungen haben dürfte. Entscheidend wird vielmehr sein, welche Signale die EZB in ihrer Erklärung sendet und welche Aussagen Christine Lagarde auf der Pressekonferenz trifft.