“Im TBF SPECIAL INCOME bündeln wir die gesamte Expertise von TBF”

Einst als Verkaufsschlager betitelt, hatten es gemischte Fondslösungen in der jüngeren Vergangenheit etwas schwer. Doch der Wind hat sich gedreht. Multi Asset ist wieder ein Thema. Die Fondsboutique TBF hat mit dem TBF SPECIAL INCOME eine gute Produktlösung im Angebot. INTELLIGENT INVESTORS sprach mit dem Leiter Strategisches Asset Management, Patrick Vogel.
23. Januar 2024
Patrick Vogel - Foto: © TBF

Einst als Verkaufsschlager betitelt, hatten es gemischte Fondslösungen in der jüngeren Vergangenheit etwas schwer. Doch der Wind hat sich gedreht. Multi Asset ist wieder ein Thema. Die Fondsboutique TBF hat mit dem TBF SPECIAL INCOME eine gute Produktlösung im Angebot. INTELLIGENT INVESTORS sprach mit dem Leiter Strategisches Asset Management, Patrick Vogel.

II: Wie unterscheidet sich der TBF SI von anderen Multi-Assets Fonds?

Patrick Vogel: Im TBF SPECIAL INCOME, unserem Flagship-Fonds, bündeln wir die gesamte Expertise von TBF. Das Alleinstellungsmerkmal ist die strategische Asset-Allokation. Neben Staats- und Unternehmensanleihen finden auch konventionelle Aktieninvestments in Dividendentitel, unsere „TBF Best-Ideas“ sowie Spezialsituationen und der „Q‑Faktor“ Einzug in die Portfoliokonstruktion. Der Vorteil der Spezialsituationen: Durch Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge können  die Aktien ein anleiheähnliches Auszahlungsprofil aufweisen und zudem ein geringeres Beta zum Gesamtmarkt aus.

Mit unserem hauseigenen Risikomodell, dem Q‑Faktor, wird ein technisches Instrument zur aktiven Steuerung des systematischen Aktienmarktrisikos eingesetzt. Letztlich unterstützen beide Strategien dasselbe Ziel:  Wir streben eine Anlagestrategie an, welche in Phasen fallender Märkte weniger stark in Mitleidenschaft gezogen wird, ohne dass die Anlegerinnen und Anleger in Phasen steigender Märkte auf Chancen verzichten müssen. Der Fonds ist in seiner grundsätzlichen Ausrichtung daher defensiv ausgerichtet.

Die Portfolioallokation ist flexibel; sprich in Abhängigkeit unserer Erwartungen können wir individuelle Portfoliobestandteile über- oder untergewichten: Für 2023 hatten wir eine hohe Überzeugung und Gewichtung in unsere Einzeltitelselektion, den „ TBF Best Ideas“, die für über die Hälfte der Performance sorgten. Neben unserer Einzeltitelselektion ging auch die makroökonomisch getriebene Positionierung auf. Wir konnten sowohl durch Unternehmens- als auch Staatsanleihen einen signifikanten Beitrag zur Wertentwicklung leisten.

II: Der TBF Special Income hat im Jahr 2023 eine Rendite von 12,99% erzielt und damit vergleichbare Produkte ein weiteres Jahr hinter sich lassen können. Welche Entscheidungen haben zum Erfolg beigetragen?

Vogel: Timing und die Nähe zum Markt. Zu Beginn des vergangenen Jahres haben wir die Allokation in Staatsanleihen erstklassiger Bonität erhöht, um die Stabilität des Fonds zu verbessern. Um das Risiko zu reduzieren, haben wir auch auf eine sehr kurze Duration geachtet. Unser Senior Portfoliomanager Guido Barthels besuchte im Auftrag von TBF die Frühjahrskonferenz der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Durch die Einblicke, erschienen uns die Hoffnungen des Marktes auf Zinssenkungen verfrüht. Durch eine weitere Reduzierung des Engagements in Unternehmensanleihen und Investitionen in verzinsliche Staatsanleihen haben wir das Portfolio daher weiter ausbalanciert. In der zweiten Hälfte des Jahres hat sich erneut die aktive Steuerung des Rentenbausteins bewährt.

II: Also macht sich TBF stets vor Ort einen eigenen Eindruck der Lage?

Vogel: Unternehmensbesuche und die Teilnahme an Konferenzen ist eine wichtige Säule in unserem Investitionsprozess, so war beispielsweise unser CIO Peter Dreide im Herbst in den USA und hat sich eine Vielzahl von Unternehmen angesehen. Neben den Gesprächen mit den Unternehmenslenkern konnte er einen umfassenden Eindruck vom Konsumverhalten vor Ort gewinnen. Dieses Verhalten entsprach unserem Bild aus der Berichtssaison. Das Fazit: Die US-Inflation schien auf dem Höhepunkt. Folglich bestand die Möglichkeit, dass bald der Preisdruck nach unten zeigen würde und die Kernrate der Konsumentenpreise schneller sinkt als erwartet. Als Konsequenz daraus haben wir unsere konservative Durationspositionierung in unserem Staatsanleihenportfolio bei Überschreiten der 5%-Marke bei den Renditen 10-jähriger US-Treasuries beendet und die Duration wieder auf über 8 Jahre erhöht. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres lag sie noch bei circa 2 Jahren. Die konsequente Umsetzung unserer Marktmeinung zahlte sich mit dem Rückgang der Renditen um über hundert Basispunkte seit November aus. Auch in 2024 sehen wir in einer aktiven und datenabhängigen Durations Steuerung eine potenzielle Renditequelle für unsere Investoren und profitieren damit auch in volatileren Märkten.

II: Im Rentenbaustein des Fonds hat sich die Positionierung also bezahlt gemacht. Wo liegen im Special Income die Schwerpunkte bei Aktien?

Vogel: Unsere Auswahl an Einzeltiteln im Best Ideas-Segment hat maßgeblich zur positiven Performance im Jahr 2023 beigetragen. Wir konnten vom Hype um künstliche Intelligenz bei Technologietiteln profitieren, da wir den Trend zu Mega-Cap-Technologietiteln frühzeitig erkannt und im Laufe des Jahres weitere Technologietitel gekauft haben. Auch unsere regionale Diversifikation, die sich durch Unternehmensbesuche und persönlichen Austausch vor Ort auszeichnet, hat zur Wertschöpfung beigetragen. Besonders die Gespräche mit Unternehmen in Japan und Nordamerika haben sich ausgezahlt: 13 der 15 größten Aktienpositionen in unserem Portfolio kamen nicht aus Europa. Doch gerade im Aktienbaustein gilt ein konsequentes Risikomanagement, welches neben der regionalen Aufteilung auch über die Portfoliokonstruktion aus Dividendentiteln und Best Ideas ermöglicht, dass wir uns nicht zu einseitig positionieren.

Ein weiterer Bestandteil unserer Jahres-Performance stammt aus unserem hauseigenen technischen Modell, dem Q‑Faktor. Die Anwendung des Modells kommt im Fonds zum Tragen, wenn wir Signale für Über- oder Untertreibungen am Markt erkennen. Damit konnten wir das Risiko im Jahr 2023 erfolgreich steuern.

II: Wie stellt sich TBF im Bereich Aktien für 2024 auf?

Vogel: Für das Jahr 2024 wollen wir unsere Prioritäten aus einer Position der Neutralität heraus setzen. Im Gegensatz zum Vorjahr sehen wir beispielsweise auch Chancen bei den 493 anderen Unternehmen des S&P 500, die im vergangenen Jahr im Schatten der Magnificient Seven weniger Aufmerksamkeit vom Markt erhielten. Für den Fall, dass wir ein volatiles Aktienjahr erleben sollten, hilft unser Fokus auf Aktien mit hoher Qualität. Dabei werden fundamentale Kriterien wie die operative Marge, die Entwicklung des Free Cash-Flows, die Bilanzstärke und die Preissetzungsmacht zur Evaluierung der Investmentmöglichkeiten herangezogen. Unsere eher neutrale Haltung zu den Märkten führt also zwangsläufig zu einer neutralen Positionierung des TBF Special Income, wobei wir zunächst defensive Werte leicht übergewichten.

II: Der TBF SI ist also sehr facettenreich. Wie gelingt es alle Segmente stets im Blick zu behalten?

Vogel: Neben der messbaren Risiko- und Renditeentwicklung möchte ich an dieser Stelle auch die „weichen Faktoren“ des Erfolgs erwähnen. TBF hat erneut das Portfoliomanagement personell verstärkt, wodurch wir die Qualität unserer Arbeit weiter steigern und unseren Blickwinkel auf die Märkte in Breite und Tiefe schärfen. Wir haben ein großartiges Team, in dem jeder Mitarbeiter mit seiner individuellen Qualität zur Performance des Fonds positiv beigetragen hat. Ein wichtiger Faktor, der auch im Jahr 2024 maßgeblich zum Erfolg beitragen wird.

II: Laut Morningstar hatte der Fonds trotz seiner überzeugenden Performance in den letzten Monaten mit Mittelabflüssen zu kämpfen. Woran liegt das und welche Trends der Kapital Allokation könnten in Zukunft entscheidend sein?

Vogel: Die Wiedergeburt des Sparbuchs lockt trotz negativer Realverzinsung leider den deutschen Anleger. Es ist jedoch zuversichtlich anzumerken, dass Anleger sich mittlerweile an das neue Zinsniveau gewöhnt haben dürften. Im Jahr 2024 werden bereits erste Sparverträge fällig und es bleibt zu hoffen, dass Anleger über den Tellerrand hinausblicken und strategische Anlageentscheidungen treffen. Unser Ansatz hat im Jahr 2023 gezeigt, welchen Mehrwert eine aktive Durationssteuerung für Investoren generieren kann. Gerade in Zeiten höherer Zinsen kommt der Effekt der Konvexität zum Tragen.

II: Wie kann man sich die Auswirkungen der Konvexität denn vorstellen?

Vogel: Zum Beispiel verliert eine 10-jährige Anleihe, die heute mit einer Rendite von 4,7% notiert, bei einem Zinsanstieg um 50 Basispunkte (bp) kein Geld, sondern erzielt über eine Haltedauer von einem Jahr noch eine Performance von +1,3%. Grund dafür ist eben das aktuell hohe Zinsniveau. Im Gegensatz dazu können bei einem Zinsrückgang um 50 Basispunkte Gewinne in Höhe von 8,6% innerhalb eines Jahres erzielt werden. Das ergibt sich wiederum durch die aktuell hohen Renditen, sowie die Kursgewinne bei Zinsrückgängen. Damit finden wir hier ein asymmetrisches Merkmal, das bei Sparbüchern vergeblich gesucht wird. Wir sind der Meinung, dass wir durch unseren aktiven Ansatz und unsere Transparenz einen Mehrwert für Anleger schaffen können. Bei konkurrierenden Multi-Asset-Produkten sollten Anleger das Chance-Risiko-Verhältnis an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen. Wir sind optimistisch, dass unser effizientes Portfolio am Markt auffällt und Mittelzuflüsse die logische Konsequenz sein werden.

 

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