Fed dürfte mit Zinssenkung warten

Die Sitzung der US-Notenbank war weniger ein „Nicht-Ereignis“ als eine gezielte Botschaft: Der Offenmarktausschuss ließ die Zielspanne für den Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent und stimmte mit 10 zu 2 für das Abwarten. Zwei Notenbanker – Waller und Miran – wollten bereits jetzt eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte. Das kann man als ernst gemeinte geldpolitische Minderheitenposition lesen, weil Waller seit längerem für Zinssenkungen argumentiert. Man kann es aber ebenso als Signal in eigener Sache deuten: Wer sich als künftiger Vorsitzender ins Gespräch bringen will, profitiert davon, früh „Mut zur Lockerung“ zu zeigen. Entscheidend ist: Diese beiden Stimmen bilden nicht die Mehrheit ab.

Warum die USA noch nicht vor der nächsten Zinssenkung stehen

Was macht die Federal Reserve (Fed) bei ihrer Sitzung am Mittwoch? Der Arbeitsmarkt in den USA zeigt erste Risse – also: Zins senken. Die diskutierten Zölle könnten sich inflationstreibend auswirken – also: Zins steigern. Dieser Konflikt erschwert die Entscheidung, erläutert Dr. Volker Schmidt, Portfoliomanager bei ETHENEA Independent Investors S.A.:

EZB vor weiterer Zinssenkung im Dezember

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihren Zinssenkungskurs fort und dürfte den Einlagensatz im Dezember um weitere 25 Basispunkte auf 3,00 Prozent senken. Zwar haben sich die Konjunkturaussichten verschlechtert, während sich die Inflation etwas besser entwickelte als erwartet. Daraus ergibt sich aus unserer Sicht jedoch keine Dringlichkeit für einen größeren Zinsschritt nach unten.

Fed-Zinssenkung eine Chance oder ein Risiko?

Die Märkte haben Jerome Powell für seine Rede in Jackson Hole gefeiert, in der er die unmittelbar bevorstehende Zinssenkung ebenso wie den abgekühlten Arbeitsmarkt thematisierte. „Wichtige Fragen allerdings hat er offen gelassen“, sagt Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management:

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