„Unsere Währung – Euer Problem?“

Präsident Trump zeigt sich unbeeindruckt vom Wertverlust des US-Dollars in den letzten Tagen – prompt setzt sich die Rallye an den Edelmetallmärkten fort. Scheinbar reagieren die Märkte eher auf einen potenziellen Wertverlust des Dollars als auf den tatsächlichen Wertverlust, analysiert Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär:

Euro-Konjunktur: Stabilisierung, mehr nicht

Die Stimmung der Unternehmen im Euro-Raum hat sich im Januar nach dem Rücksetzer im Vormonat stabilisiert. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Gesamtwirtschaft lag erneut bei 51,5 Punkten. Damit bleiben die Zweifel an der erwarteten Belebung der Konjunktur in Europa bestehen. Sie haben sich aber zumindest nicht verstärkt. Trotz der geopolitischen Schlagzeilen und insbesondere der Zolldrohungen der Trump-Administration. Zusammen mit den Ereignissen der letzten Tage zeigen die Daten aber auch: Ohne mutige Reformschritte auf nationaler Ebene wie auch auf EU-Ebene bleibt Europa politisch und außenwirtschaftlich zu abhängig und der Binnenkonjunktur fehlt die Kraft für eine dynamische Belebung, erklärt Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.   

Anleger sollten Risikoneigung bei Aktien sukzessive reduzieren

Für das Jahr 2026 erwarten die Aktienexperten von Metzler Asset Management ein weiterhin konstruktives, wenngleich zunehmend differenziertes Marktumfeld. Entscheidend für weiteres Aufwärtspotenzial an den globalen Aktienmärkten sei, dass die globale Konjunktur weiter solide wachse, der KI-Boom kein abruptes Ende finde und die Inflation unter Kontrolle bleibe. Vor allem dürften aber anhaltend robuste Ertragssteigerungen – insbesondere in den USA, wo sich die Bewertung der Märkte deutlich erhöht hat – für höhere Kurse zentral sein.  

EZB als Zuschauer?

Was macht die EZB in dieser Woche? Tut sie es nochmal und senkt erneut die Zinsen? Jörg Held, Head of Portfolio Management & Portfolio Manager, ETHENEA vertritt eine klare Meinung. Er begründet, warum die Zentralbank sich eher abwartend positioniert. 

“Anleihen in Schwachwährungen wie Dollar und Euro meiden“

Reichmuth & Co. ehmen für die Anlageberatung die geopolitische Lage und die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte in den Blick. Ein Aspekt sind die zu erwartenden Auswirkungen der steigenden Staatsverschuldung auf Zinsen und Inflation in den USA und Europa. Reichmuth erwartet eine starke Verschiebung von Kapital in die Heimatmärkte Europas und legt den Fokus auf Substanzwerte, die für die notwendigen Investitionsvorhaben produzieren. 

Trotz Abwertung: „Keine andere Währung kann den Dollar verdrängen“

In der aktuellen Lage erweist sich die US-Wirtschaft als relativ robust. Das negative BIP-Ergebnis für das erste Quartal spiegelt vor allem vorgezogene Importe wider und nicht etwa eine schwache Binnennachfrage. Tatsächlich waren die Investitionen bemerkenswert stark und der Konsum gab nicht nach. Der Ausverkauf von US-Aktien ist daher eher eine Folge der Umschichtung von Portfolios zu Lasten der USA als aufgrund Befürchtungen einer Rezession in den USA.

„In Europa herrscht Aufbruchstimmung – Trumps Zöllen zum Trotz“

Wirtschaftlich hat sich in den USA nach den ersten Monaten unter Präsident Donald Trump Ernüchterung eingestellt. Rezessionssorgen hält Felix Herrmann, Chefvolkswirt bei ARAMEA Asset Management, aber für übertrieben. In Europa steht das deutsche Infrastrukturpaket im Fokus. Dieses könnte aus seiner Sicht die Statik am Rentenmarkt verändern. Am Aktienmarkt sollte die Aufholjagd europäischer Papiere gegenüber US-amerikanischen Titeln weitergehen.

Euro-Inflation fällt weiter

Die Verbraucherpreise im Euro-Raum sind im November um 0,5% zum Vormonat gesunken. Die jährliche Inflationsrate ist damit auf 2,4% gefallen. Zwar ist im Dezember mit einem Gegeneffekt zu rechnen. Dennoch scheint der unterliegende Preisdruck rascher abzunehmen als erwartet, auch weil sich die Konjunktur deutlich eingetrübt hat. Die EZB könnte 2024 erstmals vor der FED mit Zinssenkungen beginnen. Sie dürfte diesen Weg aber nicht überstürzt antreten. Denn die Inflationsanker liegen über dem 2%-Ziel und der Lohndruck wird noch einige Zeit erhöht bleiben, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.     

EZB-Politik: Genug der Worte, mutiges Handeln ist gefragt

Nachdem mehrere Monate hintereinander rekordhohe Inflationsniveaus verzeichnet wurden, hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Juli reagiert und erstmals seit mehr als zehn Jahren die Zinsen angehoben. Doch wie ist dieser Schritt zu bewerten? Und wie geht es weiter? Dr. Andrea Siviero, Investment Strategist bei Ethenea Independent Investors, ist überzeugt: Die EZB muss auch weiterhin schnell und entschlossen handeln – trotz der Schwierigkeit der Aufgabe.

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