MärkteInflationsanstieg angepeilt

23. März 2021
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Was bedeutet der Renditeanstieg für 10-jährige US-Staatsanleihen? Tatsächlich steht die US-Wirtschaft vor einer deutlichen, wirtschaftlichen Erholung. Die Stimmung in Industrie und Dienstleistungssektor hat sich erholt. INTELLIGENT INVESTORS sprach zu den Aussichten im Fixed-Income Segment und den Inflationserwartungen mit zwei Experten – Hans van Zwol, Senior Portfolio Manager LDI & Rates und Jaco Rouw, Senior Portfolio Manager Currency & Lead PM EMD LC Team bei NN Investment Partners.

INTELLIGENT INVESTORS: Wie beurteilen Sie die aktuelle Fed-Notenbankpolitik hinsichtlich eines möglichen Anstiegs der Inflation?
Hans van Zwol / Jaco Rouw: Das Ziel der aktuellen Fed-Politik ist eindeutig, die Inflation zu steigern. Im letzten Herbst hat die Federal Reserve formell eine neue Strategie verabschiedet, die als „flexible Form des durchschnittlichen Inflationsziels“ (AIT) bezeichnet wird. Der Hauptunterschied zwischen AIT und dem traditionellen Inflationsziel besteht darin, dass unter AIT auf eine Periode mit einer Inflation unterhalb des Zielwerts eine Periode folgen soll, in der die Inflation systematisch über dem Zielwert liegt. Die Beschreibung dieser Absicht ist so vage wie möglich gehalten. Insbesondere in Anbetracht der anhaltenden Unterschreitung in den letzten Jahren will sich die Fed weder auf eine quantitative Definition der gewünschten Größe noch auf die Dauer der zukünftigen Überschreitung festlegen.

Die Forward Guidance für den Leitzins besagt jedoch, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) das derzeitige Zielband (von 0 — 0,25 %) so lange beibehalten wird, bis die Arbeitsmarktbedingungen ein Niveau erreicht haben, das mit maximaler Beschäftigung einhergeht und die Inflation auf 2 % gestiegen ist und für einige Zeit moderat über 2 % liegen wird. Letzteres wird nicht vor Ende 2023 erwartet, wenn sich die Verbraucherpreisinflation den Prognosen zufolge einem mandatskonformen Niveau nähert.

Abschließend möchten wir betonen, dass der nächste Zinserhöhungszyklus, falls und wenn er beginnt, deutlich zurückhaltender sein wird als der Zinserhöhungszyklus 2015–18. Dieser begann, als die Arbeitslosigkeit nur geringfügig über der NAIRU-Schätzung und die Kerninflationsrate deutlich unter dieser lag. Diese Botschaft wird für risikoreiche Anlagen wichtig sein, wenn sich die Wirtschaft wieder der Vollbeschäftigung und Preisstabilität nähert.

II: Zuletzt ist die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen auf über 1 % gestiegen. Welche Faktoren spielen für diesen Anstieg eine Rolle?
Van Zwol / Rouw: Der Renditeanstieg 10-jähriger US-Staatsanleihen von etwa 0,5 % Anfang August letzten Jahres auf über 1 % im Januar dieses Jahres wurde vollständig durch einen Anstieg der Breakeven-Inflation (BEI) von 1,6 % auf 2,1 % hervorgerufen. Da der BEI per Definition die Differenz zwischen der Rendite einer nominalen Anleihe und der Rendite einer inflationsgebundenen Anleihe (ILB) darstellt, bedeutet dies, dass die realen Renditen in diesem Zeitraum unverändert bei etwa ‑1,0 % lagen.

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