BlueBay AM: „Wachstumsverlangsamung ja, Rezession nein“

Vieles spricht dafür, dass das Wirtschaftswachstum in den USA unter Druck geraten wird, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management. Mit einem Abschwung rechnet er indes nicht – außer, die Inflation ist hartnäckiger als erwartet.
30. Mai 2022
Mark Dowding - Foto: © BlueBay AM

Vieles spricht dafür, dass das Wirtschaftswachstum in den USA unter Druck geraten wird, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management. Mit einem Abschwung rechnet er indes nicht – außer, die Inflation ist hartnäckiger als erwartet.

„Auch in der vergangenen Woche haben Wachstumssorgen die Stimmung der Marktteilnehmer belastet. Ein Grund waren schwache Bilanzen von Unternehmen aus dem Bereich zyklische Konsumgüter. Hinzu kamen weitere Anzeichen dafür, dass das Vertrauen in die Konjunktur angesichts höherer Preise und einer restriktiveren Geldpolitik abnimmt.

Sicherlich wirken die steigenden Lebenshaltungskosten dämpfend auf die Verbraucherausgaben. In den USA dürften aber die robusten Einkommens- und Beschäftigungszuwächse in Kombination mit der soliden finanziellen Situation von Verbrauchern und Unternehmen dazu beitragen, die Auswirkungen dieser Entwicklung weitaus stärker abzufedern als in anderen Ländern.

Unterdessen gingen die Verkäufe neuer Eigenheime in den Vereinigten Staaten deutlich zurück. Viele Beobachter bringen diese Entwicklung mit den gestiegenen Hypothekenzinsen in Verbindung. Diese sind seit Jahresbeginn von 3,25 Prozent auf 5,5 Prozent geklettert. Wir sind jedoch der Meinung, dass man nicht zu pessimistisch für den Immobilienmarkt sein sollte.

Aus unserer Sicht spiegeln die gesunkenen Verkaufszahlen zum Teil einen Mangel an Beständen wider. Außerdem wurde der Rückgang der Hypothekenanträge durch einen plötzlichen Stillstand bei denjenigen verursacht, die ihre bestehenden Hypotheken refinanzieren wollen, um sich niedrigere Zinsen zu sichern. Die Daten der National Association of House Builders zu Hauspreisen und Bautätigkeit sind nach wie vor robust, wenn auch nicht mehr so stark wie zuletzt.

Vor diesem Hintergrund deuten die Informationen aus den zinssensiblen Wirtschaftssektoren eher auf eine Verlangsamung des Wachstums von einem hohen Niveau hin, als auf einen plötzlichen Rückfall in eine Rezession.

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass eine Rezession in den USA eher ein Risikoszenario als das Basisszenario ist. Die Wahrscheinlichkeit in den kommenden 18 Monaten beziffern wir auf etwa ein Drittel. Die finanziellen Bedingungen haben sich in den vergangenen Monaten erheblich verschärft, liegen aber immer noch nahe an ihrem langfristigen Durchschnitt und scheinen alles andere als restriktiv zu sein.

Das Risiko einer Rezession sehen wir darin, dass die Inflation hartnäckiger ist und die US-Notenbank die Zinsen auf 4 Prozent oder darüber hinaus anheben muss. Unserer Meinung nach würde dies ausreichen, um eine Rezession auszulösen. Die Fed muss der Inflation aus unserer Sicht zunächst Vorrang vor dem Wachstum einräumen, solange die Kerninflation über 3 Prozent liegt.“ (ah)

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