Stagflation meistern

Entgegen dem Narrativ vorübergehender Inflation zeichnet sich das derzeitige inflationäre Umfeld als äußerst hartnäckig aus, was Zentralbanken weltweit vor eine Herausforderung stellt...

Anleihen als „sicherer Hafen“ – nur noch eine alte Mär?

"Staatsanleihen galten lange als ‚sicherer Hafen‘, haben aber in den vergangenen Monaten Rekordverluste eingefahren“, sagt Dr. Volker Schmidt, Senior Portfolio Manager bei Ethenea Independent Investors S.A. Europäische Anleihen mit Investment-Grade hätten allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres durchschnittlich mehr als 13 Prozent verloren. Die Renditen 2-jähriger US-Staatsanleihen haben sich seit Jahresbeginn von 0,75 Prozent auf mehr als 3 Prozent sogar vervierfacht.

Zinsanstieg: Realer Wachstumseinbruch könnte bonitätsstarke Anleihen wieder attraktiv machen

Über die letzten Monate wurden Anleiherenditen durch die Inflationsdynamik und die damit erzwungenen Erwartungen an Zinsanstiege auf neue Mehrjahreshochs getrieben. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte dürften Sorgen rund um die Konjunktur, bedingt durch einen inflationsinduzierten Nachfrageeinbruch, vermehrt in den Fokus rücken. Für einige Anleihesegmente eröffnet dies möglicherweise attraktive Einstiegschancen.

EZB hält sich Hintertür für aggressivere  Zinserhöhungen offen

Da die EZB der Inflationsdynamik eine höhere Beachtung schenkt als dem Wirtschaftswachstum, wird sie unserer Meinung nach den Prozess der geldpolitischen Normalisierung fortsetzen – ein Prozess, der bereits im vergangenen Dezember eingeleitet wurde. Der EZB-Rat wird wahrscheinlich beschließen, die Nettokäufe von Vermögenswerten im Rahmen seines regulären Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) in diesem Monat zu beenden. Gleichzeitig wird sie den Markt auf Zinserhöhungen im Juli und im September vorzubereiten – die ersten Zinserhöhungen in der Eurozone seit elf Jahren.

Rückkehr der Konvexität ist positiv für Wandelanleihen

Inflation, Zinsen, Lieferkettenprobleme, Ukrainekrieg – das erste Quartal kannte kaum gute Schlagzeilen und die Probleme setzten alle Anlageklassen unter Druck. Wandelanleihen bildeten dabei keine Ausnahme. Arnaud Brillois, Portfoliomanager und Analyst bei Lazard Asset Management und Leiter des Global Convertible-Teams, sieht dennoch gute Chancen für eine positive Entwicklung im Jahr 2022.

Inflation ist nicht das Hauptproblem der Zentralbanken

„Die Inflation wird bald, wenn nicht schon geschehen, ihren Höchststand erreichen und dann wieder sukzessive abflachen. Leider ist dies nicht das Hauptproblem für die Zentralbanken, sondern eher die Tatsache, dass die Lohnentwicklung auf den angespannten Arbeitsmärkten deutlich zugenommen hat. Dies ist insofern Anlass zur Sorge, als es letztlich die Lohnentwicklung ist, die im Laufe der Zeit zu einer anhaltenden Inflation führen kann. Die Zentralbanken müssen somit die Lohnentwicklung unter Kontrolle bekommen, um die Verankerung der Inflationserwartungen zu stützen. Die Zinssätze werden zur Inflationsbekämpfung und zur Stabilisierung der Inflationserwartungen so weit angehoben werden wie letztendlich nötig.

Ethenea: Inflation alarmiert EZB und Fed

Investoren rund um die Welt fragen sich zurzeit: Haben wir den Zenit der Inflation bereits erreicht? Die Antwort darauf ist nicht einfach, sagt Dr. Volker Schmidt, Senior Portfolio Manager bei Ethenea Independent Investors S.A., „Sowohl die EZB als auch die Fed sind aktuell alarmiert. Denn sie müssen penibel auf die Inflationserwartung des Marktes achten – steigen diese, wären die Zentralbanken gezwungen, ihre Politik zu verschärfen“, sagt Dr. Schmidt.

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