MEAG: Bei Anleihen insgesamt sehr vorsichtig wegen Gefahr eines neuerlichen Einbruchs

Die Finanzmärkte werden sich nach Ansicht der MEAG 2023 voraussichtlich richtungslos verhalten und dabei zu hohen Kursschwankungen neigen. Die Unsicherheit bleibe weiterhin sehr hoch, und das Rückschlagpotenzial habe mit der zuletzt positiven Marktentwicklung zugenommen. „Die Wahrscheinlichkeit eines aus Anlegersicht schwierigen Verlaufs im kommenden Jahr ist größer als die einer ungestört freundlichen Entwicklung“, schreibt Michael Hünseler, Leiter aktives Anleihemanagement bei der MEAG, in einem aktuellen Kommentar.

Positiver Trend bei Gold

Einiges, was im Jahr 2022 gegen Gold sprach, hat sich mit dem Jahreswechsel zum Positiven gewendet“, sagt Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar. Die Inflation erreichte etwa Mitte des Jahres ihren Höhepunkt und scheint nun zu sinken. Viele Einzelhändler und Hersteller hatten aufgeblähte Lagerbestände und Häfen, Eisenbahnen und Paketlieferwagen haben nun freie Kapazitäten. Dies veranlasste die Fed, ihre Zinserhöhungen im Dezember zu reduzieren, wobei weitere Reduzierungen oder Pausen im Jahr 2023 wahrscheinlich sind.

Comeback der Schwellenländeraktien?

Die Erholung der Schwellenländeraktien dürfte sich 2023 fortsetzen. Davon ist James Donald, Leiter der Emerging Markets-Plattform bei Lazard Asset Management, überzeugt. Dafür sprechen aus Sicht des Experten die erwartete Ausweitung des Wachstumsvorsprungs der Schwellenländer gegenüber den Industrienationen, die nachlassende Inflation, ein schwächerer US-Dollar und sich verbessernde Fundamentaldaten bei den Titeln aus diesen Regionen. 

Rekordergebnis bei Logistik-Transaktionen

Der deutsche Investmentmarkt für Industrie- und Logistikimmobilien erreichte 2022 mit 10,6 Milliarden Euro ein neues Rekordergebnis. Damit übertraf das Marktgeschehen den bisherigen Rekord von 2021 um fünf Prozent. Deutlich rückläufig war hingegen der Anteil der Top-7-Märkte, der um acht Prozentpunkte auf 13 Prozent zurückging. Annähernd ausgeglichen war das Verhältnis von Portfolio- zu Einzeltransaktionen, während 2021 die Einzeltransaktion mit 63 Prozent überwogen. Ebenfalls ausgeglichen – und stabil im Vergleich zu 2021 – war das Verhältnis von nationalen zu internationalen Investoren. Auch die Anteile der verschiedenen Risikoklassen blieben annähernd stabil – Core lag bei 56 Prozent, Core-plus bei 17 Prozent, Value-add bei 16 Prozent und Opportunistisch bei elf Prozent. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

US-Notenbanksitzung im Dezember — falkenhafte 50 Basispunkte

Wie allgemein erwartet, hat die US-Notenbank die Leitzinsen um „nur“ 50 Basispunkte erhöht, also weniger aggressiv als die 75 Basispunkte zuletzt. Erste milde Anzeichen einer sich abkühlenden Inflation waren jedoch höchstwahrscheinlich nicht der Hauptgrund für diesen Schritt. Die Arbeitsmärkte sind nach wie vor sehr angespannt, und in bestimmten Wirtschaftssektoren übersteigt die Nachfrage weiter das Angebot. Wir denken, dass höchstwahrscheinlich die oft zitierte zeitliche Verzögerung, mit der sich die Geldpolitik auf die Wirtschaft auswirkt, der Hauptgrund war, weniger zu tun.

„Vorsichtige Anlagepolitik weiterhin ratsam“

Die „vier apokalyptischen Reiter“ Pandemie, Krieg, Inflation und Klimaschock machten das Jahr 2022 nach Meinung von Werner Krämer, Senior Economic Analyst bei Lazard Asset Management, zu einem der schwierigsten und volatilsten der Kapitalmarktgeschichte. Bis zu einem gewissen Grad dürften sie nach Ansicht Krämers auch weiterhin die Märkte in Schach halten. Doch er merkt auch an, dass sich in einem Abschwung meist bereits der nächste Aufschwung herausbilde.  

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