US-Wirtschaft: Was die EZB von der Fed lernen könnte

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft, zum zweiten Mal in Folge. Nach landläufiger Meinung befindet sich die amerikanische Wirtschaft damit in einer Rezession. Ob dies aus ökonomischer Sicht wirklich so ist, darüber kann durchaus gestritten werden - vor allem weil das Minus im ersten Quartal fast ausschließlich von deutlich sinkenden Exporten verursacht wurde, während die Inlandsnachfrage noch recht robust blieb. Entscheiden wird diesen Streit das National Bureau of Economic Research irgendwann im kommenden Jahr. Wichtig für die Beurteilung der aktuellen Lage ist ohnehin etwas anderes. Die Dynamik der US-Wirtschaft hat im bisherigen Jahresverlauf nachgelassen: Während Konsum und Investitionen im ersten Quartal noch 0,5 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum beitrugen, kippte dieser Wert im zweiten Quartal mit 0,1 Prozentpunkten ins Minus. 

US-Inflationsdaten steigern Rezessionsgefahr

Die Fed wird zum Feind. Zumindest aus Sicht der Märkte. „Angesichts der noch einmal über den schon hohen Erwartungen liegenden Inflationsrate bleibt der Fed kaum ein anderer Weg, als noch einmal die Zügel anzuziehen“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Zwei Jahrzehnte war die Fed Freundin und Retterin der Aktienmärkte, damit ist es jetzt vorbei.“ Cash könnte für eine Weile die Anlage der Wahl sein.

Rosige Zeiten sind vorbei!

Im Frühsommer 2022 zeigt sich, dass es auch an den Kapitalmärkten nicht in eine richtige Richtung geht. Gleich an mehreren Stellen brodelt es. Aktienkurse purzeln, Anleihenverluste stellen sich ein. Zudem taugt auch Gold nur sehr bedingt als Diversifikator und Safe Haven. Das Ende eines jahrelangen Aufwärtstrends ist eingetreten. Nach der letzten großen Wirtschaftskrise 2008/2009 ging es an den Finanzmärkten stetig berauf. Investoren, die einen etwas längeren Atem mitbrachten, lagen oftmals „goldrichtig“. Erinnert sei in diesem...

Eyb & Wallwitz: EZB macht Ernst

Auf ihrer heutigen Sitzung hat die EZB die Einstellung der QE-Käufe und Zinsanhebungen im Juli und September bestätigt. Der Rat folgt damit dem Plan eines schrittweisen Ausstiegs von EZB-Chefin Lagarde. Klar ist aber: Der Rückenwind der Geldpolitik nimmt rasch ab, eine Beschleunigung der Ausstiegsschritte ist wahrscheinlich. Gleichzeitig ist der Effekt auf die Inflation gering und das Rezessionsrisiko steigt. Am Finanzmarkt könnte vor allem das Ende der QE-Käufe Spuren hinterlassen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Rezessionsgefahr in den USA?

Der Fluch des teuren Öls und die steigenden Leitzinsen wecken neue Rezessionssorgen in den USA. Noch halten wir eine Rezession für unwahrscheinlich, doch sind die Risiken zweifellos gestiegen. Das schwierige Marktumfeld mahnt zu einer gewissen Vorsicht, vor allem wegen der weltpolitischen Krise und ihrer Auswirkungen auf risikobehaftete Wertpapiere. Aufgrund der generellen Unsicherheit und der wohl auch in nächster Zeit überdurchschnittlichen Volatilität wird es entscheidend auf die aktive Asset-Allokation und das Portfoliomanagement ankommen.

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