HighlightMärkteTechnologietrends werden auch nach Covid-19 Bestand haben

Als Anfang dieses Jahres Abstand halten ein Zeichen von Zuneigung und Fürsorge wurde, rückten Technologien in den Fokus. Sie schlugen Brücken sowohl zwischen Menschen, aber auch zwischen Unternehmen und ihren Kunden: Covid-19 beschleunigte technologische Entwicklungen deutlich. Die Capital Group-Experten Brad Olalde, Senior Product Sepcialist, und Steven Sperry, Investment Product Manager, beschäftigen sich nun damit, welche Technologietrends langfristig Bestand haben und auch nach Covid-19 die Gesellschaft formen werden.   
26. November 2020
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Als Anfang dieses Jahres Abstand halten ein Zeichen von Zuneigung und Fürsorge wurde, rückten Technologien in den Fokus. Sie schlugen Brücken sowohl zwischen Menschen, aber auch zwischen Unternehmen und ihren Kunden: Covid-19 beschleunigte technologische Entwicklungen deutlich. Die Capital Group-Experten Brad Olalde, Senior Product Sepcialist, und Steven Sperry, Investment Product Manager, beschäftigen sich nun damit, welche Technologietrends langfristig Bestand haben und auch nach Covid-19 die Gesellschaft formen werden. 

Abonnieren ist das neue Kaufen

In den vergangenen Jahren habe sich das Cloud Computing etabliert und damit die Art, wie Software aber auch Hardware erworben werde, grundlegend verändert, erläutern die Experten. Wurden Programme ehemals zyklisch entwickelt und angeboten, würden Softwarelösungen heute über Abonnementmodelle bezogen. Entwickler könnten damit zum einen Produkte entwerfen, die besser an die Bedürfnisse der eigenen Kunden anpassbar seien, und zum anderen seien die Einnahmequellen kontinuierlicher und stabiler geworden. Gleiches gelte auch für Hardware ersetzende Cloud-Dienste. „Ein dominanter Bereich im Cloud Computing ist Infrastructure-as-a-Service, der in erster Linie von Amazon, Microsoft und Google angeboten wird“, sagt Olalde. „Unternehmen können damit ihre Software- und Hardwareinfrastruktur flexibel skalieren, wenn sie expandieren.“ Ein zweiter Bereich sei Software-as-a-Service. Zentrale Namen seien dabei Adobe für die Kreativbranche, Autodesk für Architekten, Bauunternehmungen und Industriedesigner, Workday für das Personalwesen oder Shopify für den Onlinehandel.

Streamingfans und Gamer bleiben auch nach Corona an Bord

Ein zweiter Trend, der sich im Zuge der Covid-19-Pandemie beschleunigt, sich aber auch über den Sommer stabil gezeigt habe, sei die Digitalisierung der Unterhaltung. Der Streaminganbieter Netflix habe in der ersten Jahreshälfte 2020 mehr als 26 Millionen neue Abonnenten hinzugewonnen, so dass sich deren Gesamtzahl mittlerweile weltweit auf mehr als 193 Millionen belaufe. Auch die Gaming-Branche habe sich während der ersten Monate der Covid-19-Pandemie rapide entwickelt. „Die Amazon-Plattform Twitch, die Livestreaming von E‑Gaming ermöglicht, verzeichnete im April einen Anstieg der Zuschauerstunden von 100 Prozent. Damit wurde über die Plattform länger konsumiert als Sportbegeisterte in einem Durchschnittsmonat der NFL-Saison 2018 folgten“, sagt Sperry. „4,3 Millionen Menschen haben gleichzeitig über Twitch gestreamt und im April 2020 insgesamt 1,65 Milliarden Stunden zugeschaut.“ Auf Seite der Gaminganbieter habe die Plattform Steam im März 2020 Rekordzahlen gleichzeitiger Spieler verzeichnet und Nintendo Rekordumsätze mit der Spielekonsole Switch erzielt. Dabei handele es sich aber lediglich um zwei Beispiele des deutlichen Nachfrageanstiegs. „Daten des nach Umsatz größten Spieleanbieters Tencent zeigen, dass die Spielerzahlen nach Ende der harten Lockdowns zwar wieder abnahmen, jedoch höher blieben als vor dem Ausbruch von Covid-19“, ergänzt Sperry. Onlinespiele gehörten zu den preiswertesten Unterhaltungsmöglichkeiten und böten nach wie vor beträchtliche Potenziale.

Dienstleister stellen sich auf Social Distancing ein

Ein weiters Segment, das von Technologietrends beeinflusst werde, sei der Dienstleistungssektor. Insbesondere Unternehmen, die schon frühzeitig auf neue Technologien setzten, hätten die im März 2020 beginnenden Lockdowns gut überstanden. Ein Beispiel dafür sei das technikbegeisterte Unternehmen Domino´s Pizza, das bereits frühzeitig auf App-basiertes Bestellen, Online-Tracking, Benutzerprofile und Voice-Ordering gesetzt habe. „Das digitale Geschäft des Pizzabäckers ist schnell gewachsen und macht heute etwa 65 Prozent der Bestellungen aus“, sagt Olalde. „Und dieser Trend zieht sich durch. Mittlerweile nutzen sogar traditionelle Fast-Food-Unternehmen wie McDonald´s Lieferplattformen wie UberEats.“ Der Lebensmitteleinzelhandel sei ein Bereich, der sich ebenfalls digitalisiere. Amazon habe im Jahr 2017 etwa WholeFoods gekauft und seinen rund 110 Millionen Amazon-Prime-Kunden in den USA Lebensmittellieferungen angeboten. Als Folge hätten sich die Umsätze in diesem Bereich im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Alle diese Entwicklungen zeigten, dass Technologietrends im Zuge der Covid-19-Pandemie zwar einen deutlichen Anschub erhalten haben, allerdings auch langfristig Bestand haben werden. (ah)

Foto: © ipopba — stock.adobe.com

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