Japans finanzpolitische Renaissance beginnt

Die „Sanaenomics“ haben die Zustimmung des japanischen Volkes erhalten. Sanae Takaichi, die als Protegé von Shinzo Abe gilt, wird in ihrer Wirtschaftspolitik häufig als Fortsetzung der „Abenomics“ charakterisiert und hinsichtlich deren Wirksamkeit in Frage gestellt. Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch in ihrem Ansatz. Abe war vor allem ein Monetarist, die Umsetzung seiner Politik inkonsistent. Die verfrühte Haushaltskonsolidierung im April 2014, als die Mehrwertsteuer von 5 % auf 8 % angehoben wurde, erstickte Japans beginnende Erholung.

Durch Aufregung am japanischen Anleihen- und Devisenmarkt hindurchschauen

Der Ausverkauf am japanischen Anleihemarkt vor zwei Wochen hatte die langfristigen Renditen auf historische Höchststände getrieben und Schockwellen durch die globalen Finanzmärkte geschickt. Auch im Yen gab es dank befürchteter Interventionen reichlich Bewegung. Nach Ansicht von Yuji Maeda, Head of Investment Global Fixed Income, und Dr. Sönke J. Siemßen, Head of Client Portfolio Management bei Nomura Asset Management, dienen Währungsinterventionen vor allem der Marktstabilisierung, ihre Wirkung sei kurzfristig. Anleger mit einem Anlagehorizont von mehreren Monaten oder länger sollten ihre Entscheidung nicht darauf aufbauen, sondern die fundamentalen Trends dahinter sehen:

Anleihemarkt – Carry und Rolldown im Fokus

Zum Jahresauftakt sehen sich die Anleihemärkte mit einer vielschichtigen Ausgangslage konfrontiert. Nach deutlichen Bewegungen am langen Ende und einer spürbaren Versteilerung der Zinskurven rücken Strategien zur effizienten Nutzung des aktuellen Renditeumfelds in den Vordergrund. Dabei spielen Faktoren wie sinkende Inflationserwartungen, attraktive Realrenditen und die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs eine zentrale Rolle, erklärt John Petersen, Portfoliomanager von Eyb & Wallwitz.

BOJ vor Zinserhöhung auf ihrer Januarsitzung

Wir gehen davon aus, dass die Bank of Japan (BOJ) auf ihrer Januarsitzung die Zinssätze auf 0,5 % anheben wird. Mehrere Reden und öffentliche Erklärungen von BOJ-Vertretern, darunter Gouverneur Ueda und der stellvertretende Gouverneur Himino, deuten darauf hin, dass eine Zinserhöhung zentrales Thema der Diskussion sein wird. Medienberichte, die sich auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berufen, implizieren ebenfalls eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung.

Japans Aktienmarkt erwacht aus Winterschlaf

Die Zinsen steigen in Japan. Verkehrte Welt, denkt man an die fallenden Zinsen in Europa und den USA. In Japan ist man erst jetzt dabei, das seit 2016 andauernde Feldexperiment der Negativzinsen zu beenden. Damit ist die Bank of Japan (BoJ) die letzte der großen Notenbanken, die sich im März 2024 mit der ersten Zinserhöhung seit 17 Jahren von der Nullzinspolitik verabschiedet hat.

Erhöhung von Long-Positionen in US-Dollar und Yen

Angesichts der derzeit hohen Zinssätze und der potenziellen geldpolitischen Lockerung stellen festverzinsliche Anlagen eine attraktive Gelegenheit dar. Wir verfolgen die Marktentwicklung genau, um die Duration und das zyklische Engagement anzupassen, und setzen in Erwartung einer möglichen Konjunkturabschwächung auf defensive Strategien, während wir gleichzeitig versuchen, Marktchancen zu nutzen. Geopolitische Spannungen und bevorstehende Wahlen in mehreren Ländern haben zu einer erheblichen Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten geführt. Diese Volatilität stellt für Anleiheinvestoren sowohl Herausforderungen als auch Chancen dar.

Sommerflaute? Von wegen! Märkte im Stresstest

Der diesjährige Börsensommer wird als einer der turbulentesten in die Finanzgeschichte eingehen. Nachdem bereits im Juli Zweifel am KI-Hype und Sektorrotationen für Unruhe sorgten, setzte sich diese Instabilität auch im August fort. Eine überraschend restriktive Haltung der japanischen Notenbank führte zu einer Aufwertung des Yen, was eine massive Auflösung des bei Investoren beliebten Yen-Carry-Trades zur Folge hatte.

Inflation, Zinsen, Wachstum und Corporate Governance – der Beginn einer neuen Ära in Japan

Die Deflationsspirale. Nach dem Platzen der Immobilienpreisblase und dem folgenden Kurssturz am Aktienmarkt befand sich die Inflationsrate in Japan seit Mitte der 1990er Jahre nahe der Nulllinie. Immer wieder rutschte die Teuerung in den negativen Bereich ab, eine Tendenz, die von Ökonomen gefürchtet wird, denn sie kann sich selbst verstärken und die wirtschaftliche Dynamik abwürgen.

Zinswende und Tech-Boom pushen Märkte zu neuen Höhen

Die Aktienmärkte konnten in den vergangenen Wochen ihren positiven Trend fortsetzen und erreichten dabei neue Allzeithochs. Antreiber der aktuellen Dynamik ist neben einer starken Gewinnentwicklung im Technologiesektor die allgemeine Erwartung der Märkte, dass der US-Wirtschaft ein „Soft Landing“ gelingt. Auch die jüngsten Entscheidungen der US-Notenbank konnten den Optimismus der Anleger nicht bremsen. Trotz eines enttäuschenden Rückgangs der Inflation bleibt die Fed bei ihrem Vorhaben, die Leitzinsen im laufenden Jahr in drei Schritten um insgesamt 75 Basispunkte zu senken. Die Falken, die höhere Zinssätze zur Bekämpfung der Inflation bevorzugen, konnten sich nicht durchsetzen. 

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