FED-Sitzung: Entschlossen vorsichtig

Auf ihrer Dezembersitzung hat die FED die Obergrenze für den Leitzins – wie erwartet – erneut um 25 Basispunkte auf 3,75% gesenkt. Die Notenbank reagiert damit zum dritten Mal in Folge auf den schwächeren Beschäftigungsaufbau und die gestiegenen konjunkturellen Risiken. Die Entscheidung fiel mit drei Gegenstimmen. Damit hat sich die Anzahl abweichender Meinungen zur letzten Sitzung um eine weitere Stimme erhöht. Gleichzeitig haben die FED-Mitglieder ihre Zinserwartungen (Dot-Plot) für 2026 und auch die Folgejahre nicht verändert. Chair Powell äußerte sich wie bei der letzten Zinsentscheidung vorsichtig zum Ausblick und verwies auf die kommenden Daten als entscheidend dafür, ob und wie weit die Zinsen im ersten Halbjahr noch gesenkt werden sollten. Das ist richtig. Und auch in den kommenden Monaten sollten die Ratsmitglieder sparsam mit Zinssignalen umgehen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.      

Outlook: Europäische Staatsanleihen und globale Aktien im zweiten Halbjahr attraktiv

Der Beginn der zweiten Jahreshälfte ist geprägt von einem moderaten globalen Wirtschaftswachstum vor dem Hintergrund von Handelsspannungen, fiskalischen Impulsen und geldpolitischen Kurswechseln der wichtigsten Zentralbanken. Die aktuellen US-Wirtschaftsdaten sind weiterhin solide, die Inflation geht zurück und der Arbeitsmarkt ist stabil. Europa verzeichnet ein moderates Wirtschaftswachstum, das Vertrauen der Anleger in europäische Vermögenswerte wurde durch die entschlossene und geschlossene Haltung der EU-Regierungen gegenüber den Handelsangriffen der USA gestärkt. In der Geldpolitik rechnen die Märkte mit weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte, während die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen bis zum Jahresende voraussichtlich auf 1,75 % senken wird.

Warum die USA noch nicht vor der nächsten Zinssenkung stehen

Was macht die Federal Reserve (Fed) bei ihrer Sitzung am Mittwoch? Der Arbeitsmarkt in den USA zeigt erste Risse – also: Zins senken. Die diskutierten Zölle könnten sich inflationstreibend auswirken – also: Zins steigern. Dieser Konflikt erschwert die Entscheidung, erläutert Dr. Volker Schmidt, Portfoliomanager bei ETHENEA Independent Investors S.A.:

Was, wenn die Fed die Zinsen in diesem Jahr nicht senkt?

Anfang des Jahres waren viele Anleger davon überzeugt, dass die US-Notenbank Fed, die Zinsen bis Ende 2024 viermal senken würde. Heute, angesichts der unerwartet hohen Inflation, erscheint dies jedoch unwahrscheinlich. „Gut möglich, dass es in diesem Jahr überhaupt keine Zinssenkungen geben wird – und dass die Märkte damit gut zurechtkommen“, sagt Darrell Spence, Ökonom bei Capital Group. Aus seiner Sicht sprechen drei gute Gründe dafür, den US-Leitzins für den Rest des Jahres auf dem jetzigen Niveau zu belassen.

US-Notenbank: Vorsichtig falkenhaft bleiben

Wie allgemein erwartet, gab sich die US-Notenbank auf ihrer Sitzung im September erneut falkenhaft. Die aktualisierte Wirtschaftsprognosen suggerieren, dass die US-Zentralbanker noch immer an eine weiche Landung glauben. In den nächsten Jahren erwarten sie ein robusteres Wachstum sowie einen geringeren Anstieg der Arbeitslosenquote. Gleichzeitig nähert sich die Inflation allmählich ihrem Ziel von 2 Prozent - irgendwann im Jahr 2026 - an. Der Zinsausblick beinhaltet noch immer einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr sowie weniger Zinssenkungen in 2024. Alles in allem ein relativ optimistisches Bild der Wirtschaft, welches, wenn man die Prognosen für bare Münze nimmt, die Frage aufwirft, warum die Zentralbank auf dieser Sitzung nicht an den Zinsen gedreht hat.

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