Zölle, Technologie und Wandel

Wachsende Spannungen zwischen drei makroökonomischen Kräften – Handelskonflikte, der Boom bei Investitionen in KI und Herausforderungen für Institutionen wie die Federal Reserve – könnten die bekannten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und deren Investitionen auf die Probe stellen, die Volatilität erhöhen und die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern sowohl in den USA als auch weltweit vergrößern. Das Wirtschaftswachstum war überraschend stabil, aber das dürfte sich ändern. Nachdem präventive Maßnahmen den globalen Handel und die Warenproduktion angekurbelt hatten, stehen viele Länder nun vor einem Übergang, da der Druck durch die Zölle zunimmt und ihre fiskalpolitische Flexibilität eingeschränkt ist. In den USA besteht das Hauptrisiko der Zölle unserer Ansicht nach nicht in einer Preisanpassung nach oben, sondern in einem möglichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Fed und andere Zentralbanken haben reichlich Spielraum für weitere Zinssenkungen. Die weltweiten Datentrends deuten auf eine schwächere Konjunkturphase hin, ehe in einigen Regionen gezielte fiskalische Anreize greifen. Gleichzeitig dürften die Investitionen in den Technologiesektor, insbesondere in den USA und China, weiter anhalten, was möglicherweise größere Auswirkungen auf die Produktivität und den Arbeitsmarkt haben wird.

Frankreich – Was bedeutet die Regierungskrise aus Anlegersicht?

Die politische Unsicherheit in Frankreich wirkt sich bislang nur in begrenztem Umfang auf die Märkte aus. Im Aktienbereich dürften sich multinationale Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter und Industrie widerstandsfähig zeigen, Finanzwerte wahrscheinlich weniger. Im Anleihesegment hat sich der Spread zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen ausgeweitet, doch die relativ hohe Schuldentragfähigkeit Frankreichs dürfte einen möglichen Ausverkauf begrenzen, beobachten Nenad Dinic, Equity Strategy Research, und Dario Messi, Head of Fixed Income Analyst bei Julius Bär:

EM-Staatsanleihen: „Die Spreads sind eng… Na und?“

Der Blick auf die Spreads von Staatsanleihen der Schwellenländer lässt vermuten, diese seien zu eng, um attraktives Aufwärtspotenzial zu bieten. Die Barings-Experten jedoch finden die Renditen von Staatsanleihen der Schwellenländer, auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen, attraktiv. So haben EM-Staatsanleihen in den letzten 25 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 7,3 Prozent pro Jahr erzielt und liegen damit vor den EM-Aktien (6,7 Prozent) und fast gleichauf mit dem S&P 500 (7,7 Prozent).

High-Yield-Anleihen – Hohes Beta in 2024?

Gegenüber Spreads (Risikoprämie) sind wir neutral und gegenüber Duration leicht positiv. Wir stehen den Spreads (Risikoprämien) neutral und der Duration leicht positiv gegenüber. Der weltweite Disinflationstrend dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Auch wenn der Basiseffekt in Europa im ersten Quartal 2024 weniger vorteilhaft sein wird als in anderen Regionen, dürfte dies die Performance dieser Anlageklasse unterstützen.

Nachranganleihen als Renditequelle?

Institutionelle Investoren sollten sich das Segment der Nachranganleihen aus dem Finanzsektor ansehen. Das meint die BayernInvest und belegt, dass der iBoxx Financial Subordinated Index  seit Jahresbeginn bislang auf +1,46 Prozent bringt, der BayernInvest ESG Subordinated Bond Fonds sogar auf +3,1 Prozent. Renditen iBoxx Renten-Indizes Der Renditevergleich YTD zeigt, dass mit CoCo-Bonds und AT1-Bonds am meisten Geld zu verdienen war.    Quellen: BayernInvest, Bloomerg; Speziell bei AT1-Anleihen sei die Korrelation zu Rates-Bewegungen aufgrund der generell kürzeren Duration...

Differenzierter Blick auf Unternehmensanleihen

Positive Aussichten sieht Peter Becker, Investment Director Fixed Income bei Capital Group, derzeit für globale und US-Unternehmensanleihen. Allerdings sei im aktuellen Marktumfeld eine effiziente Selektion auf Basis von Fundamentaldaten besonders wichtig. „Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Anleihen, die am Rande einer Herabstufung auf Sub-Investment-Grade stehen. Die Selektion der Bonds, die den Investment-Grade-Status behalten werden, wird bei Investitionen in Unternehmensanleihen in diesem Jahr der Schlüssel zum Erfolg sein“, sagt Becker.       

Rotation wird von Geldpolitik genährt

In seinem aktuellen MyStratWeekly weist Axel Botte, Marktstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management (einer Tochter von Natixis Investment Managers), auf einige Zusammenhänge hin, die in der sich beschleunigenden Rotation von Investmentstrategien zu beachten seien: Eine Dollarschwäche gehe meist einher mit niedrigeren Anleiherenditen, einer Verengung der Spreads und einer Outperformance von Wachstumswerten.

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