USA: Schicksalswahl für die Globalisierung?

Protektionismus und steigende Handelszölle sind ein Schlüsselelement der Präsidentschaft von Präsident Donald Trump. Viele befürchten, dass vier weitere Jahre seiner Wirtschaftspolitik das Ende der Globalisierung bedeuten könnten. Es ist schwer, die Aussicht auf eine zweite Trump-Periode als gute Nachricht für die Globalisierung zu werten, aber die Bedeutung der US-Wahlen sollte nach Ansicht der Strategen von NN Investment Partners (NN IP) nicht überschätzt werden.

Führungswechsel nach US-Wahl hätte drastische politische Auswirkungen zur Folge

Während sich die US-Wählerschaft früher weitgehend durch eine Glockenkurve darstellen ließ, bei der die Mehrheit eng um die Mitte zentriert war, besitzt die aktuelle Glocken-Kurve heute eine ausgehöhlte Mitte und ist eher repräsentativ für einen Kamelrücken mit zwei Höckern. Ein Führungswechsel von einer Partei zur anderen kann nun drastischere politische Auswirkungen haben als dies in früheren Generationen der Fall war. Angesichts der aktuellen Umfragen wäre es möglich, dass die Demokraten Haus und Senat kontrollieren. Das Ergebnis...

Herbstschwankungen an den Märkten

Während der Sommer dem Herbst und seinen Wolken gewichen ist, scheinen auch die Märkte von einer jahreszeittypischen Schwermut erfasst worden zu sein. Die Nachrichten der vergangenen Tage können wahrlich keine Begeisterung auslösen. Nach dem erneuten Lockdown in Israel verkündeten auch Großbritannien und Spanien eine Verschärfung der Gesundheitsmaßnahmen, um die mittlerweile nicht mehr abzustreitende zweite Ansteckungswelle in Europa einzudämmen.

Politische Börsen?

Die Präsidentschaftswahlen in den USA erhitzen auch die Gemüter der Investoren – de facto steigt aber die Volatilität nur vorübergehend, während die längerfristige Wertentwicklung der Märkte von den Wahlen kaum beeinflusst wird. Das zeigen Auswertungen des US-Investmenthauses American Century Investments (ACI).

Politische Börsen haben kurze Beine

Von der vorübergehenden Aufregung im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in den USA sollten sich Anleger nicht abschrecken lassen, raten die Strategen des großen US-Investmenthauses Principal Global Investors (PGI). Das Team um Chefstrategin Seema Shah zeigt in historischen Auswertungen, dass Anleger Rendite liegen lassen, wenn sie sich im Vorfeld von Wahlen aus den Märkten zurückziehen oder gar nur bei einer bestimmten politischen Konstellation investieren.

US-Wahl wird nicht zum Game-Changer

So sicher wie eine zweite Amtszeit eines US-Präsidenten Trump inmitten einer prosperierenden US-Wirtschaft zu Beginn des Jahres noch war, so unsicher ist in Zeiten einer durch die Pandemie ausgelösten Rezession nun der Ausgang der Wahl. Während allerdings die nicht gerade für Ihre Affinität zur Wall Street bekannten Demokraten und ihr Kandidat Joe Biden nun gute Chancen auf das Weiße Haus haben, eilt die Börse in New York von Rekord zu Rekord. Wird also das Marktrisiko der Wahl von Investoren unterschätzt und droht ein böses Erwachen und gar ein Ende des Bullenmarktes, sollten Biden und seine Vize Harris ins Weiße Haus einziehen?

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