US-Inflation könnte die Fed zum Zögern bringen

Kommenden Mittwoch stehen in den USA die Inflationsdaten für September an - sollten sie, auch wenn Shutdown-bedingt erst später veröffentlicht - nach oben überraschen, könnte das weitreichende Folgen haben. "Wir rechnen im September mit einem Anstieg der US-Inflationsrate auf über 3%", sagt Robert Greil "und auch in den Folgemonaten erst mal mit Inflationsdruck nach oben". 

Kommentar zur US-Inflation im August

Die US-Verbraucherpreise sind im August um 0,4% gestiegen. Die jährliche Inflationsrate legte damit leicht von 2,7% auf 2,9% zu. Die jährliche Kerninflationsrate verharrte bei 3,1%. Auch im August haben die Zollanhebungen nur in geringem Maße auf die Verbraucherpreise durchgeschlagen. Die Unternehmen haben die höheren Kosten in der Breite also erneut über einen Rückgang der Margen kompensiert. In Reaktion auf die Abschwächung am Arbeitsmarkt wird die FED die Zinsen deshalb kommende Woche erstmals seit Dezember 2024 wieder senken. Auf einen aggressiven Zinssenkungszyklus sollten Investoren allerdings nicht wetten, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Die US-Inflation kehrt zurück – mit voller Wucht

Die USA stehen vor einer neuen inflationären Ära. Damit rechnet Adam Rozencwajg, Geschäftsführer der Investmentgesellschaft Goehring & Rozencwajg. Er geht davon aus, dass sich US-Notenbankchef Jerome Powell dem Druck aus dem Weißen Haus beugen wird – und Zinssenkungen schließlich dafür sorgen, dass die Inflation längerfristig erhöht bleibt.

EZB verfügt über flexible Geldpolitik

Geldpolitisch befindet sich die EZB in einer beneidenswerten Lage, da die Inflation nun wieder auf das Ziel von 2 % zurückgekehrt ist und dort voraussichtlich auch für den Prognosezeitraum bleiben wird. Darüber hinaus werden Zölle außerhalb der USA angesichts der nachlassenden Risiken einer Eskalation der Strafzölle zunehmend als deflationär angesehen.

Trumps Zollerhöhung

"Mit seiner jüngsten Eskapade am "Liberation Day" hat Tariff-Man Trump die internationale Handelsarena erneut in Aufruhr versetzt. In einem beispiellosen Schachzug kündigte er an, die Zölle auf ein breites Spektrum von Ländern drastisch zu erhöhen, mit Raten von 10% für Verbündete wie das Vereinigte Königreich und Australien bis hin zu 49% für Kambodscha. Dieser Schritt verschärft die ohnehin schon hohe handelspolitische Unsicherheit weiter. Auch die Europäische Union bleibt nicht verschont: Trump, der die EU als „very tough traders“ bezeichnet hat, setzt weitere Zölle in Höhe von 20% um.

US-Fundamentaldaten unverändert, Federal Reserve in Wartestellung

Der US-Notenbankchef Jerome Powell wird vorerst abwarten und die aktuellen Unsicherheiten unterstreichen. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die Fed die offiziellen Zinssätze anpassen wird. Das Ziel liegt jedoch nach wie vor zwischen 4,25 und 4,50 Prozent. Obwohl sich die wirtschaftliche Stimmung, insbesondere unter den Verbrauchern, seit der letzten Sitzung verschlechtert hat, haben sich die Fundamentaldaten kaum verändert. Die Beschäftigtenzahlen sind etwas schwächer und der im Januar verzeichnete Anstieg des Verbraucherpreisindexes geht wieder zurück – der Arbeitsmarkt scheint also ausgeglichen, bei langsamer Disinflation.

Warum Donald Trump die US-Inflation im Blick behalten sollte

Der rasante Anstieg der Verbraucherpreise war gemäß Umfragen das wichtigste Thema für Wählerinnen und Wähler bei den US-Präsidentschaftswahlen. Donald Trump nutzte die Inflation für sich, indem er Joe Biden und Kamala Harris die direkte Verantwortung zuschob. Mit ihm als Präsident wäre die Inflation nicht so stark angestiegen, ließ er verlauten. Umso mehr sollte er als amtierender Präsident das Thema im Blick behalten – trotz des aktuell großen Fokus auf geo-, handels- und migrationspolitische Aspekte – sowie das Bemühen um die Reduktion der Staatsausgaben zusammen mit Elon Musk.

US-Verbraucherpreisindex: Markt atmet auf

Aufatmen am Markt: Sowohl der aktuelle PPI als auch der Verbraucherpreisindex lagen leicht unter den Erwartungen. Zwar lag der Gesamt-Verbraucherpreisindex (VPI) mit 0,4 % und einem YoY-Wert von 2,9 % im Rahmen der Erwartungen, der Kern-VPI blieb jedoch mit 0,2 % und einem YoY-Wert von 3,2 % um einen Zehntelprozentpunkt hinter den Erwartungen zurück. Der monatliche Gesamtindex war höher als der Kernindex, was auf die jüngsten Erhöhungen der Energiepreise zurückzuführen ist – insbesondere der Ölpreise, die sich in den Gaspreisen niederschlagen.

US-Inflation: Ziel noch nicht erreicht

Im November ist die Kernrate der Inflation (Core Consumer Price Index (CPI), der die Lebenshaltungskosten ohne die volatileren Kategorien Energie und Lebensmittel misst, im Monatsvergleich um 0,31 Prozent gestiegen. Dies war der vierte monatliche 0,3 Prozent-Anstieg in Folge und damit ein Inflationsniveau, das nicht mit dem Inflationsziel der US-Notenbank (Fed) vereinbar ist.

US-Inflation fällt weiter

Gute, aber auch erwartbare Nachrichten gab es nun erneut von der Inflationsseite in den Vereinigten Staaten. Der Inflationsdruck in den USA hat im November wie erwartet leicht abgenommen. Die Verbraucherpreise lagen um 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Indes verhaart die Kerninflation bei 4,0 Prozent.

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