Kampfjet-Aus: Europäische Rüstungsprojekte brauchen mehr Marktwirtschaft

Es ist der nächste Rückschlag für die europäische Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten: Kanzler Friedrich Merz hat am Montag das endgültige Aus des EU-Kampfjet-Projekt FCAS verkündet, später kam die Bestätigung aus Paris. Es ist nur das jüngste Beispiel für gescheiterte Verteidigungsprojekte auf Europäischer Ebene – erst vor wenigen Wochen war Frankreich aus dem Projekt Eurodrohne ausgestiegen. Warum sich Europa den Luxus nicht mehr gönnen darf, mit Rüstungsprojekten reine Industriepolitik zu betreiben und stattdessen mehr Marktwirtschaft wagen sollte, erläutert Dr. Christian Jasperneite, CIO von M.M.Warburg & CO im Kommentar.

Warum Verteidigung zur Wachstumsfrage wird

Europa muss sicherheitspolitisch schneller eigenständig werden. Dr. Christian Jasperneite, Chief Investment Officer der Privatbank M.M.Warburg & CO, ordnet die jüngsten Signale aus Washington als weiteren Hinweis darauf ein, dass sich die USA unter Donald Trump schrittweise aus ihrer bisherigen Rolle als militärischer Garant Europas zurückziehen könnten. Für Europa entsteht daraus nicht nur eine strategische Herausforderung, sondern auch ein potenzieller industrie- und wachstumspolitischer Impuls.

Deutsche Wirtschaft im perfekten Sturm

Der diese Woche von der Ifo veröffentlichte Geschäftsklimaindex zeigt eine deutliche Verschlechterung der Stimmung in der Industrie – und auch seine Erwartungen für die Exportwirtschaft hat das Institut deutlich nach unten korrigiert. Für Carsten Klude, Chefvolkswirt der Bank M.M.Warburg & CO, ist das keine Überraschung. Warum er die deutsche Wirtschaft aktuell im perfekten Sturm sieht – und warum die Politik jetzt zügig Antworten auf die neue geopolitische Realität finden muss, erklärt der Experte in folgendem Kommentar.

Märkte im Nahost-Stresstest

Die Eskalation im Nahen Osten hat die Märkte aus dem Tritt gebracht – und sie erinnert daran, wie schnell Geopolitik wieder zum Preistreiber wird. Entscheidend ist jetzt weniger die Schlagzeile als die Frage, ob aus Risiko auch ein realer Angebotsschock wird. Denn davon hängt ab, ob wir nur eine Volatilitätswelle sehen – oder den Beginn eines Inflationsrückschlags, analysiert Carsten Klude, Chefvolkswirt der Bank M.M. Warburg & CO, in seinem Marktkommentar.

Euro-Bonds: „Allgemeine Transferunion wäre gefährlich“

Die EU-Führung hat diese Woche über die Wettbewerbsfähigkeit Europas diskutiert. Im Raum stand auch die Frage, inwiefern die notwendigen Reformen durch gemeinsame Schulden finanziert werden können. Euro-Bonds könnten massive Skaleneffekte freisetzen, schätzt Carsten Klude, Chefvolkswirt von M.M.Warburg & CO. Dennoch wäre eine allgemeine Transferunion gefährlich. Die Analyse des Experten im Kommentar.

Warburg mit Minus im vergangenen Geschäftsjahr

Die Warburg Bank schließt das Geschäftsjahr 2022 mit einem Minus von 34,6 Mio. Euro ab. Gründe dafür waren hauptsächlich mit der strategischen Neuausrichtung einhergehende Maßnahmen, die Rückstellungen, Abschreibungen sowie Wertberichtigungen notwendig machten. Zum anderen führten die geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine, zu Kursrückgängen und einer abnehmenden Kapitalmarktaktivität. Das Marktumfeld war daher auf der Provisionsseite für M.M.Warburg & CO im Jahr 2022 herausfordernd.

Kurzes Intermezzo

Laut einem exklusiven Bericht der WirtschaftsWoche hat Matthias Schellenberg, Partner bei M.M. Warburg, das Institut wieder verlassen. Erst zum Ende des vergangenen Jahres hatte er diesen Job angetreten.   

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