„Wir sehen aktuell viel Bewegung am Markt“

Die Mobilitätswende macht Parkinfrastruktur überflüssig? Ganz im Gegenteil, sagt Thomas Häbich. INTELLIGET INVESTORS hat mit dem Geschäftsführer in der AIF Capital Group über die Funktion von Parkinfrastruktur in Zeiten der Verkehrswende und über ihre Rolle in institutionellen Portfolios gesprochen.
28. September 2026
Thomas Häbich - Foto: Copyright: AIF Capital Group

Die Mobilitätswende macht Parkinfrastruktur überflüssig? Ganz im Gegenteil, sagt Thomas Häbich. INTELLIGET INVESTORS hat mit dem Geschäftsführer in der AIF Capital Group über die Funktion von Parkinfrastruktur in Zeiten der Verkehrswende und über ihre Rolle in institutionellen Portfolios gesprochen.

INTELLIGENT INVESTORS: Welche Rolle spielt Parkinfrastruktur in institutionellen Portfolios?

Thomas Häbich: Sie gilt oft als Add-on in Portfolios. Als risikoaverser, inflationsgeschützter Renditebaustein mit großem Wertschöpfungs- und Zukunftspotenzial sowie stabilen Cashflows bietet sie aber solide Möglichkeiten zur Diversifikation. Abhängig von Investitionsstrategie sowie CAPEX- und Instandhaltungsmaßnahmen sind attraktive, laufende Ausschüttungen möglich.

II: Kritiker argumentieren, die Mobilitätswende spräche langfristig gegen Parkraum. Was entgegnen Sie?

Häbich: Mobilitätswende bedeutet nicht weniger Pkw, sondern mehr Lebensqualität in Städten durch Aufenthalts- und Grünflächen. Europaweit gibt es immer mehr Autos und immer weniger öffentliche Stellflächen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Parkraum, zudem wird Parkinfrastruktur so zum zentralen Anlaufpunkt, der Verkehrsströme bündelt und Zugang zu autofreien Innenstädten ermöglicht. Auch ergänzende Dienstleistungen bieten sich an, etwa E‑Ladepunkte oder Angebote für die ‚Last-Mile‘-Logistik.

II: Welche Aspekte sind bei der Investitionsentscheidung in diese Assetklasse wichtig?

Häbich: Einer der wichtigsten Faktoren ist die Mikrolage. Idealerweise zeigt eine detaillierte Markt- und Standortanalyse vor dem Kauf, dass sich die Nachfrage eines Parkhauses sowohl aus Kurz- als auch Dauerparkern zusammensetzt und aus verschiedenen Frequenzbringern im Umkreis speist, etwa Bürogebäude oder die Anbindung an den ÖPNV. Zudem sind auch technische Risiken zu bedenken: Hier lässt sich aber mit einem proaktiven Asset-Management gegensteuern, das mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen größeren Sanierungen vorbeugt.

II: Zu Ihren Investments gehören auch Objekte außerhalb von Deutschland. Warum lohnt sich der Blick ins Ausland?

Häbich: Die Mobilitätswende ist europaweit Thema. Viele andere Länder haben Mobilitätskonzepte zudem früher entwickelt und schneller umgesetzt als wir. Ein gutes Beispiel ist Barcelona: Hier will die Stadt mit den ‚Superblocks‘ große verkehrsberuhigte Zonen schaffen, die Verkehrsströme umleiten und Parkraum stark einschränken. Zwei unserer Objekte dort veranschaulichen die Funktion von Parkinfrastruktur in der Mobilitätswende aus meiner Sicht sehr gut: Beide Tiefgaragen liegen zentral und verkehrsgünstig, eine davon in einem dieser Superblocks. Sie werden von einem diversifizierten Nutzermix aus Touristen, Anwohnern und Pendlern kontinuierlich frequentiert.

II: Wie wird sich der Markt für Parkinfrastruktur aus Ihrer Sicht künftig weiterentwickeln?

Häbich: Wir sehen aktuell große Chancen und viel Bewegung am Markt. Der Großteil der Käufer sind derzeit Betreiber mit Private-Equity-Hintergrund. Das ist ein positives Zeichen und unterstreicht, wie wichtig Parkinfrastruktur auch langfristig sein wird – trotz oder gerade wegen der Mobilitätswende.

SOCIAL MEDIA

RECHTLICHES

AGB
DATENSCHUTZ
IMPRESSUM
© wirkungswerk
ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Anmeldung zum Newsletter