Wie Investoren der Schuldenfalle entkommen können

Die Staatsschulden in den USA und Europa steigen und steigen, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Für Anleger wird das zur Gefahr. Es gibt aber Wege, um das Vermögen langfristig zu schützen – mit Investments in Schweizer Aktien und Edelmetallen, wie Dr. Holger Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement, erläutert.
28. September 2026
Dr. Holger Schmitz - Foto: Copyright Schmitz & Partner

Die Staatsschulden in den USA und Europa steigen und steigen, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Für Anleger wird das zur Gefahr. Es gibt aber Wege, um das Vermögen langfristig zu schützen – mit Investments in Schweizer Aktien und Edelmetallen, wie Dr. Holger Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement, erläutert.

Ob in Deutschland, Europa oder den USA: Die Staatsschulden wachsen unaufhörlich. Ein Ende oder gar eine Trendwende? Nicht in Sicht. Denn dafür fehlt schlichtweg der politische Wille. Geschenke an das Wahlvolk und soziale Wohltaten wollen schließlich finanziert werden. Dass das Geld dafür eigentlich nicht da ist, spielt keine Rolle: Steigende Ausgaben werden einfach mit immer neuen Krediten finanziert. Entsprechend wächst der Schuldenberg und mit ihm die Zinslast.

Beispiel USA: Die Staatsschulden der Vereinigten Staaten haben im August 2026 die Marke von 40 Billionen US-Dollar geknackt, und die US-Regierung zahlt mittlerweile rund drei Milliarden US-Dollar Zinsen – pro Tag! In Deutschland wiederum werden Sonderschulden kurzerhand als Sondervermögen deklariert. Das ist aus meiner Sicht eine Täuschung der Bürger. Noch vor wenigen Jahren lag die Verschuldungsquote bei 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, innerhalb einiger Jahre könnten es 90 Prozent sein. Sogar das Tripple-A-Rating der Bundesrepublik könnte in Gefahr geraten.

Die steigenden Anleiherenditen insbesondere in den USA machen die Lage zusätzlich brisant. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt inzwischen deutlich über fünf Prozent. Das klingt zunächst gut, spiegelt aber aus meiner Sicht vor allem einen Misstrauensaufschlag wider: Sie sind zum einen Ausdruck höherer Inflation, zum anderen ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen der Investoren schwindet. Wer einem Staat Geld leiht, der immer mehr Schulden anhäuft, verlangt irgendwann höhere Zinsen.

Dazu kommt: Wenn Inflation und Währungsverluste einen großen Teil der Rendite auffressen, verliert der Anleger trotz regelmäßiger Zinszahlungen an Kaufkraft. Und für den Staat verschärfen steigende Zinsen das Problem zusätzlich, weil immer mehr Geld allein für den Schuldendienst gebraucht wird. Staatsanleihen hochverschuldeter Länder sind für mich deshalb alles andere als risikofrei.

Anleger zahlen die Zeche

Dass die Schulden durch Wirtschaftswachstum oder eine seriöse Haushaltsführung abgetragen werden, halte ich für unrealistisch. Und warum auch? Es gibt einen wesentlich bequemeren Weg: Geld drucken. Denn dann sorgt die Inflation dafür, dass der Schuldenberg real kleiner wird. Was für Regierungen komfortabel ist, ist für das Vermögen von Sparern und Anlegern aber Gift: Sie zahlen die Zeche in Form von Kaufkraftverlust.

Um ihr Vermögen davor zu schützen, sollten sie hochverschuldeten Ländern und Weichwährungen wie Euro und US-Dollar den Rücken zukehren und insbesondere in die Schweiz blicken. Denn unser Nachbarland verfügt über starke Unternehmen und eine dank solider Staatsfinanzen robuste Währung. Dank einer Schuldenbremse, die ihren Namen auch verdient, liegt die Nettoverschuldung des Bundes bei nur 16,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Außerdem kann die Schweizer Nationalbank eine eigenständige Geldpolitik betreiben – anders als die Europäische Zentralbank, die dem politischen Druck nach niedrigen Zinsen ausgesetzt ist. Unter diesen Voraussetzungen hat sich der Schweizer Franken seinen Status als harte Währung bewahrt.

Starke Währung und überzeugende Geschäftsmodelle in der Schweiz

Aber auch Schweizer Unternehmen stehen für Qualität. Wer mit einer starken Währung international bestehen will, muss effizient arbeiten, Innovationen schaffen und seine Wettbewerbsvorteile verteidigen. Unternehmen wie Nestlé, Roche oder Novartis schaffen das. Sie bestechen durch Substanz, Preissetzungsmacht und bewährte Geschäftsmodelle – kurzum, es handelt sich um absolute Qualitätsunternehmen. Abseits der bekannten Namen gibt es Unternehmen wie VAT, einen Spezialisten für Hochvakuumventile in der Halbleiterproduktion, oder Belimo, das Lösungen für energieeffiziente Heizungs‑, Lüftungs- und Klimatechnik anbietet.

Fazit: Wer dem Euro gerade in diesem Jahr eine relative Stärke gegenüber dem US-Dollar attestiert, hat zwar recht. Nur ist Stärke hier das falsche Wort. Es ist, als würde man zwei weiche Äpfel oder Birnen im Supermarkt miteinander vergleichen. Auch wenn die eine Frucht vielleicht etwas weniger „matschig“ ist als die andere – Appetit weckt keine mehr. Beide bleiben Ladenhüter. Und genauso verhält es sich mit dem Euro und dem US-Dollar: Beide sind weiche Schwachwährungen und gehören – um im Bild zu bleiben – nicht in den Warenkorb von Anlegern. Der Schweizer Franken ist die Hartwährung, auf die man setzen sollte. Und auf Schweizer Unternehmen, die ihre starke Währung nutzen als Ansporn, besonders hochqualitative Produkte anzubieten.

SOCIAL MEDIA

RECHTLICHES

AGB
DATENSCHUTZ
IMPRESSUM
© wirkungswerk
ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Anmeldung zum Newsletter