Wahl in Japan — vor allem die Rhetorik von Sanae Takaichi beunruhigt

Die jüngsten Turbulenzen am japanischen Finanzmarkt können unserer Einschätzung nach durchaus als eine Zäsur bezeichnet werden, die das Potenzial hat, weit über eine kurzfristige Marktreaktion hinauszugehen. Ausgelöst wurden sie durch eine ungewöhnliche Kombination aus politischem Timing, fiskalpolitischer Rhetorik und strukturellen Verschiebungen am Markt für japanische Staatsanleihen (JGBs).
6. Februar 2026
Foto: © Stephen Finn - stock.adobe.com

Die jüngsten Turbulenzen am japanischen Finanzmarkt können unserer Einschätzung nach durchaus als eine Zäsur bezeichnet werden, die das Potenzial hat, weit über eine kurzfristige Marktreaktion hinauszugehen. Ausgelöst wurden sie durch eine ungewöhnliche Kombination aus politischem Timing, fiskalpolitischer Rhetorik und strukturellen Verschiebungen am Markt für japanische Staatsanleihen (JGBs).

Seit Amtsantritt von Premierministerin Sanae Takaichi im Oktober 2025 hatten Investoren schrittweise begonnen, eine (deutlich) expansivere Fiskalpolitik einzupreisen. Diese Neubewertung beschleunigte sich abrupt, als Takaichi Mitte Januar überraschend Neuwahlen für den 8. Februar 2026 ankündigte und gleichzeitig steuerliche Entlastungen – insbesondere eine zweijährige Aussetzung der achtprozentigen Mehrwertsteuer auf Lebensmittel – in Aussicht stellte. In einem Land mit der höchsten Staatsschuldenquote unter den entwickelten Volkswirtschaften genügte diese politische Gemengelage, die Sensibilität der Märkte für fiskalische Risiken schlagartig zu erhöhen. Unserer Einschätzung nach sind die jüngsten Ereignisse zwar ernst zu nehmen, sie dürften jedoch keine akute systemische Gefahr bedeuten, weder fiskalisch noch für das japanische Bankensystem.

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