Bereits im elften Jahr in Folge hat die App Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 2025 eine Studie über Asset Manager im Segment der unabhängigen Vermögensverwalter durchgeführt. Die Studie analysiert Ertrags‑, Vergütungs- und Kostenstrukturen bei unabhängigen Vermögensverwaltern für die bedeutenden Branchenvertreter und einen großen Teil des deutschen Gesamtmarkts.
Im Rahmen der Studie wurden auch auf Basis verfügbarer historischer Daten Stresstests durchgeführt. Unter verschiedenen Extrem-Szenarien wurden Auswirkungen auf die finanzielle Situation ermittelt. Zudem wurde die Entwicklung wesentlicher Kennzahlen wie Provisionsergebnis und Cost-Income-Ratio der unabhängigen Vermögensverwalter untersucht.
Vermögensverwalter sind derzeit vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt. Sie müssen Gesetzen und Vorschriften entsprechen, die in immer größerer Zahl und kürzeren Abständen auf sie zukommen. Hinzu kommt die Unternehmensnachfolge. Vermögensverwalter müssen aufgrund der Altersstruktur ihrer Gründer Strategien entwickeln, um den reibungslosen Übergang auf die nächste Generation sicherzustellen. Erschwert wird dies durch den zunehmenden Fachkräftemangel. Zudem schreitet die Konsolidierung der Branche immer mehr voran. Die Modelle reichen von der Übernahme einzelner Teams und deren Kunden über den Erwerb sowie die Integration ganzer Unternehmen bis hin zu Holdinggesellschaften, die mehrere Vermögensverwalter unter Beibehaltung der individuellen Identität unter einem Dach vereinen.
Laut Studie beläuft sich der durchschnittliche Jahresüberschuss der Asset Manager im Segment der unabhängigen Vermögensverwalter auf 455.000 Euro (Vorjahr: 1.021.000 Euro) und liegt damit deutlich unter den Werten der Vergangenheit. Allerdings ist ein eindeutiger Trend nicht erkennbar. Gründe dürften in vielen Fällen laut Studie gestiegen Aufwendungen durch Ressourcenaufstockung sein.
Die berechneten Stressszenarien zeigen bei einem Rückgang der Provisionsergebnisse um 20% (ceteris paribus) für insgesamt 15 Unternehmen ein negatives Jahresergebnis. Bei einem stärkeren Einbruch um 33% würde nahezu die gesamte Grundgesamtheit in eine negative Jahresergebnissituation geraten. Das bilanzielle Eigenkapital würde im ersten Fall (-20%) bei 6 von 50 Instituten und im zweiten Fall (-33%) bei 12 der betrachteten Unternehmen negativ werden. (mho)




