US-Wirtschaft – Verbraucher geben mehr aus und bekommen weniger dafür

„Gestiegene Energiepreise lassen die nominalen Konsumausgaben in den USA zwar steigen, doch der reale Konsum geht etwas zurück. Vorübergehende finanzielle Puffer helfen den Haushalten, die Kosten aufzufangen, und dämpfen den Nachfragerückgang. Diese Dynamik hält die Inflationsrisiken auf einem hohen Niveau, während weiterreichende Auswirkungen durch den schwächeren Lohndruck begrenzt werden. Das gleicht die geldpolitischen Möglichkeiten der Fed aus“, erklärt David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär:
20. Mai 2026
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„Gestiegene Energiepreise lassen die nominalen Konsumausgaben in den USA zwar steigen, doch der reale Konsum geht etwas zurück. Vorübergehende finanzielle Puffer helfen den Haushalten, die Kosten aufzufangen, und dämpfen den Nachfragerückgang. Diese Dynamik hält die Inflationsrisiken auf einem hohen Niveau, während weiterreichende Auswirkungen durch den schwächeren Lohndruck begrenzt werden. Das gleicht die geldpolitischen Möglichkeiten der Fed aus“, erklärt David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär:

  • Für das zweite Quartal 2026 wird ein Anstieg der Verbraucherausgaben in den USA erwartet. Gleichzeitig schrumpft der geschätzte preisbereinigte Konsum, wenn auch recht moderat. US-Haushalte profitieren von einer positiven Vermögensentwicklung und Steuerrückerstattungen, wodurch sie einen beträchtlichen Teil der finanziellen Belastung aufgrund der Energiepreise ausgleichen können.
  • Insbesondere der Nachfragerückgang aufgrund gestiegener Benzinausgaben erhöht allerdings das Risiko, dass der Inflationsschub dauerhafter werden könnte, da sich indirekte Preiserhöhungen im Zusammenhang mit höheren Energiekosten leichter durchsetzen lassen.
  • Konventionellere Zweitrundeneffekte, die aus höheren Lohnforderungen und Inflationserwartungen resultieren, sind derzeit selten. Insbesondere scheint sich der US-Arbeitsmarkt ausreichend abgekühlt zu haben, um Lohnsteigerungen zu erschweren.

Deshalb könnte die Geldpolitik in den kommenden Monaten auf Zinssenkungen verzichten, aber auch von Zinserhöhungen absehen. Wir erkennen ein wachsendes Risiko, dass die Fed die Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte nicht wieder angehen könnte, wie in ihrem jüngsten „Summary of Economic Projections“ (SEP) dargelegt, das auf der FOMC-Sitzung im März veröffentlicht wurde und mit unserer eigenen Prognose einer Zinssenkung auf der FOMC-Sitzung im September übereinstimmt.

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