Turnaround bei Gold- und Silberminenaktien

Nachdem Fed-Chef Jerome Powell bei der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank vergangene Woche erklärt hat, dass die Fed auf einen vorübergehenden Anstieg der Inflation nicht mit Zinserhöhungen reagieren werde, zeichnet sich ein Wendepunkt für die Realzinsen und damit auch für die Währungsmetalle ab.
30. März 2021
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Nachdem Fed-Chef Jerome Powell bei der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank vergangene Woche erklärt hat, dass die Fed auf einen vorübergehenden Anstieg der Inflation nicht mit Zinserhöhungen reagieren werde, zeichnet sich ein Wendepunkt für die Realzinsen und damit auch für die Währungsmetalle ab.

Seitdem sich im letzten Sommer die Erwartung einer höheren Inflation durchgesetzt hat, belasten Sorgen über mögliche Zinserhöhungen oder sogar eine Rückführung der Anleihenkäufe die Anleihenmärkte. Nun aber hat der Fed-Vorsitzende bekräftigt, dass es nicht zu einer Wiederholung des ‚Taper Tantrum‘ von 2013 kommen werde. Damals löste die Fed mit der Ankündigung, ihre ultraexpansive Geldpolitik zurückzunehmen, eine Schockwelle an den Finanzmärkten aus. Dieses Mal will die US-Notenbank etwaige Anpassungen an ihrer Geldpolitik mit viel Vorlauf kommunizieren. Gleichzeitig wurde eine mögliche Einführung der Zinskurvensteuerung bei der Fed-Sitzung zwar nicht erwähnt, bleibt aber ein wahrscheinliches Szenario. Damit scheinen sinkende Realzinsen unvermeidbar. Das spricht für Gold, das häufig zur Inflationsabsicherung eingesetzt wird. Angesichts des unverändert schwierigen makroökonomischen Umfelds rechnen wir mit weiteren fiskal- und geldpolitischen Stimulusmaßnahmen und einer anhaltend akkommodierenden Geldpolitik.

Operative Performance und M&A‑Aktivität – positiver Ausblick für fehlbewertete Minenunternehmen

Auf den ersten Blick könnte man angesichts der deutlichen Abkopplung der Goldminenaktien vom breiten Aktienmarkt meinen, dass die letztjährige Rally der Gold- und Silberminenaktien nur ein Strohfeuer war – ein weiterer enttäuschender Fehlstart.

Bei genauerem Hinsehen stellen wir als aktive Manager aber fest, dass sich die operative Performance von Gold- und Silberminengesellschaften von Quartal zu Quartal verbessert hat. Höhere Free Cashflows, steigende Dividenden, Explorationserfolge und verstärkte Fusions- und Übernahmeaktivitäten deuten auf einen positiven Ausblick für fehlbewertete Gold- und Silberminenunternehmen hin. Meiner Ansicht nach fehlt Gold, Silber und Minenwerten jetzt nur noch, dass sich der Wind dreht und eine breitere Marktdynamik einsetzt.

Wir haben uns einige dieser Fehlbewertungen für unsere Gold- und Silberstrategie zunutze gemacht. Beispielsweise haben wir vor Kurzem mehrere hochwertige australische Mid-Cap-Goldminenwerte erworben, die zu einem Abschlag von 50% gegenüber dem Niveau vom vergangenen Sommer notierten.

Beste Voraussetzungen für nachhaltig steigende Gold- und Silberpreise

Der Gold-Spotpreis signalisiert, dass er an einer wichtigen technischen Unterstützungslinie abgeprallt ist, die durch einen bullishen Relative-Stärke-Indikator und ein außergewöhnlich schwaches Sentiment verstärkt wird.  Zusätzlich untermauert werden diese Beobachtungen durch die bullishe Positionierung an den Terminmärkten, wo sich die Long-Positionen spekulativer Hedgefonds und Investmentgesellschaften („Managed Money“) auf einem historisch niedrigen Niveau bewegen.

Damit sehen wir beste Voraussetzungen für einen nachhaltig steigenden Goldpreis und somit auch einen Anstieg des Silberpreises, sobald wieder mehr Anlagegelder fließen. Mit Letzterem rechnen wir, wenn die Realzinsen nach dem Aufwärtstrend der letzten sechs Monate, durch den die Renditen am langen Ende der Zinskurve auf ein nicht haltbares Niveau gestiegen sind, wieder auf ihren strukturellen Abwärtstrend einschwenken. Wir positionieren unsere Strategie daher weiterhin für das Szenario eines Bullenmarktes für Gold und Silber.

Gastbeitrag von Ned Naylor-Leyland, Head of Gold & Silver bei Jupiter Asset Management

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