HighlightStrategien & ProdukteThemen dominieren die ETF-Landschaft

Themen-ETFs werden Branchen-ETFs überholen. Davon gehen die Analysten von Bloomberg aus. Sie schätzen, dass Themen-ETFs weltweit ein Gesamtvolumen von 500 Milliarden US-Dollar in den nächsten fünf Jahren erreichen könnten. Das wäre mehr als in allen Branchen-ETFs zusammen. Obwohl traditionelle Branchen-Fonds ein Grundpfeiler der Portfoliokonstruktion sind, überrascht uns diese Entwicklung nicht. Das sagt Philipp von Königsmarck, Leiter des Wholesale-Geschäfts in Deutschland und Österreich bei Legal and General Investment Management (LGIM).
6. Mai 2021
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Themen-ETFs werden Branchen-ETFs überholen. Davon gehen die Analysten von Bloomberg aus. Sie schätzen, dass Themen-ETFs weltweit ein Gesamtvolumen von 500 Milliarden US-Dollar in den nächsten fünf Jahren erreichen könnten. Das wäre mehr als in allen Branchen-ETFs zusammen. Obwohl traditionelle Branchen-Fonds ein Grundpfeiler der Portfoliokonstruktion sind, überrascht uns diese Entwicklung nicht. Das sagt Philipp von Königsmarck, Leiter des Wholesale-Geschäfts in Deutschland und Österreich bei Legal and General Investment Management (LGIM).

„Viele der traditionellen Branchenfonds verwenden das internationale Klassifikationsschemata „Global Industry Classification Standard“ (kurz: GICS). Anhand dessen werden Unternehmen einem spezifischen Bereich und passenden Subkategorien zugeordnet wie zum Beispiel „Technologie“, „Energie“, „Transportwesen“, „IT“, „Gesundheitswesen“ etc.

Die Verlagerung von Branchen- zu Themenfonds spiegelt unserer Meinung nach wider, dass viele Anleger erkennen, dass die Suche nach Wachstumsthemen über die Branchenfokussierung als Näherungswert unzulänglich ist. Häufig decken diese Aktien nur am Rande das gewünschte Thema ab und sind bereits über gängige Indizes in den Aktienportfolios enthalten (Stichwort Klumpenrisiko). Ein weiteres Problem: Traditionelle Sektoren nach der GICS-Klassifizierung sind oft zu breit und zu sehr auf die Marktkapitalisierung und damit mehr auf die Vergangenheit als die Zukunft ausgerichtet. Dadurch erfassen sie nicht die Wachstumsthemen, die unsere Lebens- und Arbeitsweise umwälzen.

Der Aufstieg von Robotik, künstlicher Intelligenz und Automatisierung betrifft beispielsweise mehr als nur Technologiewerte, sondern auch unser Gesundheitssystem und den E‑Commerce. Zwei Beispiele Ocado und JD.COM verfügen beide über hochautomatisierte Lager. Bei Ocado in Andover ist es möglich, 260.000 Bestellungen pro Woche auszuliefern. Und JD.com benötigt nur vier Mitarbeiter für ein 40.000 Quadratmeter großes Lager. Ein weiteres Beispiel: 3D Systems und Materialise konzentrieren sich beide auf 3D-Bildgebungssoftware und entwickeln Produkte für die Industrie, Medizin- und Dentalbranche.

Was können Themen-ETFs also bieten, das Branchen- oder breite Marktindizes nicht können? Themen-ETFs, die sich von den traditionellen Branchenfonds unterscheiden, setzen auf Unternehmen, deren Geschäftsmodell möglichst ganz auf das gewählte Zukunftsthema ausgerichtet ist – sogenannte „Pure Player“. Diese Unternehmen sind in der Regel kleine oder mittlere Unternehmen, die in den gängigen Indizes wenig oder nicht repräsentiert sind, so dass Überlappungen vermieden werden können. Ein paar Beispiele: Fastly Inc aus dem L&G Cyber Security UCITS ETF, das unter anderem Cloud-Sicherheitslösungen anbietet; ITM Power und Ceres Power im L&G Hydrogen Economy UCITS ETF, die sich mit Wasserstofftechnologien beschäftigen;

Die Unternehmen in einem Themen-ETF werden nicht nach Größe der Marktkapitalisierung ausgewählt, sondern nach Wachstumspotenzial. Dabei ist eine Gleichgewichtung der Titel im Index wichtig: Denn in der Frühphase eines Trends, in der es die höchsten Wachstumsraten gibt, kann niemand genau sagen, welche Unternehmen zu den Gewinnern oder Verlierern von morgen zählen werden.

Aus diesen Gründen ist es für uns wenig überraschend, dass Themen-ETFs laut Bloomberg insgesamt bereits jeden einzelnen GICS-Sektor innerhalb des S&P 500 Index mit mehr als 180 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten übertroffen haben und mehr als doppelt so groß wie jeder einzelne Sektor außer dem Technologie-Sektor sind (Quelle: Bloomberg Intelligence März 2021).“ (ah)

Philipp von Königsmarck — Foto: © LGIM

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