Alternative InvestmentsHighlightTemporäre Abkühlung des Marktes eröffnet Chancen

15. Juli 2020
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Von der Corona-Pandemie blieb der Immobilienmarkt bislang weitestgehend verschont. Gilt dies unverändert? Wo lauern mögliche Fallstricke? Fest steht, Immobilien als Assetklasse sind Spätzykliker, das heißt, sie ziehen im Boom zeitverzögert an, dafür halten sie aber bei einem Abschwung auch etwas länger an als viele anderen Branchen. Denn, so wird als Argument angeführt, Immobilien lassen sich nicht von einem Tag auf den anderen bauen, kaufen oder veräußern. Zu den möglichen Folgen von Corona für sein Haus und den weiteren Zukunftsplänen nahm Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender der publity AG, im exklusiven INTELLIGENT INVESTORS-Interview ausführlich Stellung.

INTELLIGENT INVESTORS: Herr Olek, die Corona-Pandemie hält momentan die Welt in Atem. Wie sieht es mit Ihnen und publity aus?

Thomas Olek: Das Virus ist natürlich für uns alle neu und eine große Herausforderung. Wir haben bei publity alle Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Partner zu schützen. Ein klarer Vorteil dabei ist unser hoher Digitalisierungsgrad für sämtliche Prozesse.

II: Bringt die Corona-Zeit sozusagen zwangsläufig noch mehr digitale Strukturen hervor?

Olek: Wir haben diese Strukturen bei publity bereits lange vor der Corona-Krise aufgebaut und sind nicht zuletzt deshalb sehr erfolgreich als Immobilieninvestor und Asset Manager mit rund 5,5 Mrd. Euro Assets under Management und einem eigenen Portfolio mit Top-Immobilien von rund 1,1 Mrd. Euro. Unsere Datenbank mit mehr als 9.500 Büroimmobilien in Deutschland ist einzigartig, deckt weite Teile des relevanten Marktes ab und ist vor allem komplett digital. Und das kommt uns natürlich auch jetzt zugute. Aber es stimmt schon, dass die Digitalisierung generell weiter auf dem Vormarsch ist. Der Gesetzgeber hat zum Beispiel auch die Möglichkeit geschaffen, Hauptversammlungen rein virtuell durchzuführen, das gab es vor der Corona-Krise nicht. Diese Alternative nutzen wir übrigens auch, unsere Online-Hauptversammlung fand am 26. Mai statt.

II: Ihr eigenes Portfolio, das Sie in der PREOS Real Estate AG gebündelt haben, umfasst nun 19 Objekte. Wie wertstabil sind diese Immobilien?

Olek: Wir sind mit unserem Fokus auf Top-Immobilien in deutschen Metropolen wie Frankfurt und München und erstklassigen Mietern, wie Sky Deutschland und die Polizei Essen, und langfristigen Mietverträgen sehr gut aufgestellt. Damit bewegen wir uns in einem außerordentlich preisstabilen Markt mit einer nach wie vor hohen Nachfrage von Investoren.

II: Wie zuversichtlich sind Sie, auch in dieser Marktphase Immobilien profitabel verkaufen zu können?

Olek: Auch dabei zahlt sich unser funktionierendes Netzwerk aus und dass wir schon seit Jahren mit Investoren weltweit sehr gut zusammenarbeiten. Und wir kaufen Immobilien ja nur, wenn wir dafür bereits beim Ankauf eine Nachfrage am Markt sehen. Gleichzeitig verkaufen wir nicht um jeden Preis, sondern warten passende Opportunitäten ab. Das können wir durch unsere breite Aufstellung, denn wir erzielen ja einen stetigen Cashflow durch Mieteinnahmen von unseren Immobilien und Fees aus unseren Asset-Management-Verträgen mit Kunden.

II: Sehen Sie denn gar keine Auswirkungen auf den Immobilienmarkt durch Corona?

Olek: Ich sehe sogar ganz gravierende Auswirkungen, aber nicht auf jede Assetklasse gleichermaßen. Am meisten leiden der Markt für Hotel- und Einzelhandelsimmobilien, denn zum einen brachen dort die Umsätze ein. Zum anderen ist es so, selbst wenn der Tourismus und der Einzelhandel nach umfangreichen Lockerungsmaßnahmen wieder anziehen, agieren Investoren in diesen Segmenten weiterhin sehr vorsichtig und lassen erst einmal die Finger davon. Zu unsicher ist dort die weitere Entwicklung. Ich schätze die Preisabschläge im Laufe dieses Jahres bei Transaktionen mit Hotels auf bis zu 40 % und bei Einzelhandelsobjekten auf 10 bis 20 %. Anders sehe ich die Lage bei modernen und großen Büroimmobilien an Top-Standorten der TOP-7-Städte Deutschlands, die auch in unserem Fokus stehen. Die Nachfrage insbesondere von internationalen Investoren ist bei dieser Assetklasse nach wie vor außerordentlich groß und ich halte Preissteigerungen in diesem Segment für die nächsten zwölf Monate von mehr als 20 % durchaus für möglich.

II: Und wie sieht es mit den Plänen aus, Ihr eigenes Portfolio dynamisch weiter auszubauen?

Olek: Daran halten wir selbstverständlich fest. Wir sehen in einer möglichen temporären Abkühlung des Marktes vielmehr auch eine Chance für attraktive Investitionen, also Top-Immobilien zu günstigen Konditionen zu erwerben, und werden unseren Eigenbestand deutlich weiter ausbauen. Wir verfügen ja durch unser starkes Netzwerk und unsere Datenbank generell über einen sehr guten Marktzugang. Daraus speist sich unsere gut gefüllte Deal-Pipeline, die wir auch jetzt haben und kontinuierlich erweitern. Für uns haben dabei die Werthaltigkeit der Objekte bzw. deren Wertsteigerungspotenzial sowie ein substanzstarkes Portfolio oberste Priorität.

Foto: Thomas Olek / © publity AG

 

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