Das Ende von Trumps Notstandsregime – nicht aber der Zölle

Die vergangene Woche endete mit einem Paukenschlag: Der Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, hat entschieden, dass US-Präsident Donald Trump keine Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erheben darf. Die Kompetenz zur Erhebung von Zöllen ist Teil der Steuerhoheit des Kongresses; die Exekutive kann sie nur auf Grundlage einer ausdrücklichen gesetzlichen Delegation ausüben. Wichtig ist: Das Urteil ist statutenspezifisch, nicht generell handelspolitisch. Andere Instrumente wie Anti-Dumping-Maßnahmen bleiben unangetastet. Allerdings sind diese verfahrensgebunden und setzen mehrmonatige Prüfprozesse voraus – eine kurzfristige Substitution auf diesem Wege ist damit ausgeschlossen.

US-Zollhammer: Mehr Recht, weniger Klarheit

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu Trumps pauschalen Zöllen setzt ein klares rechtsstaatliches Signal – wirtschaftlich ist es jedoch vorerst kein Grund zur Entwarnung. Die US-Regierung hält an ihrem protektionistischen Kurs fest und dürfte neue juristische Wege suchen, um Zölle weiter durchzusetzen. Das bedeutet auch für Unternehmen in der EU weiterhin Unsicherheit. Daran dürfte auch Bundeskanzler Friedrich Merzs' Reise nach Washington kommende Woche nichts ändern. Warum das Urteil die Kapitalmärkte dennoch nur vorübergehend belastet, erläutert Jan Mooren, Kapitalmarkt-Experte bei M.M.Warburg & CO, in seinem Kommentar.

Supreme Court kassiert Trumps Zoll-Politik

Das lang erwartete heutige Urteil des Supreme Court zu Trumps Zöllen entzieht der bisherigen Praxis die Rechtsgrundlage. Die pauschale Anwendung des Notstandsrechts (IEEPA) für globale Importabgaben wurde überraschend klar mit 6:3 Stimmen gestoppt. Das Urteil sorgt für eine Zäsur in der US-Handelspolitik. Auch wenn US-Präsident Trump versuchen wird, über eine „Notstands-Zollpolitik 2.0“ (Sektion 232) gegenzusteuern, hat sich die Situation mit dieser Entscheidung grundlegend verändert.

„Die USA trotzen den Zöllen, Deutschland fehlt der Mut“

Alte Systeme verlieren ihre Gültigkeit, neue sind nicht etabliert: Hauck Aufhäuser Lampe hat den Kapitalmarkt-Ausblick 2026 mit dem Titel „Übergangsphase“ veröffentlicht. Chefvolkswirt Dr. Alexander Krüger sieht die Weltwirtschaft im kommenden Jahr in einer sensiblen Phase, die wegen des Gegenübers von USA und China besondere Aufmerksamkeit erfordert.

US-Zölle: Wer bezahlt die Rechnung?

Diese Frage sorgt für Diskussionen unter Ökonomen, Spekulationen von Marktteilnehmern, Uneinigkeit unter den Zentralbankern und für hitzige Debatten um US-Präsident Donald Trump: Werden die erhöhten US-Zölle zu einem Preisanstieg für die Verbraucher führen?

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