EZB-Zinssenkung im Juni erwartet – und im Juli nicht ausgeschlossen

Es wird allgemein erwartet, dass die EZB auf ihrer Sitzung in dieser Woche die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Die Zinssenkung wurde im April angekündigt, obwohl die EZB immer wieder betonte, dass die endgültige Entscheidung datenabhängig sei. Annalisa Piazza, Analystin für festverzinsliche Wertpapiere, MFS Investment Management, gibt ihre Einschätzung im Voraus der EZB-Sitzung am Donnerstag, 6. Juni:

Märkte könnten die Fed unterschätzen

2021 sind die amerikanischen Verbraucherpreise meist überraschend stark gestiegen. Und doch mahnte die Fed zur Geduld und erklärte die höhere Teuerung für vorübergehend. Jetzt scheint es der Notenbank aber zu reichen, da es noch immer keinerlei Anzeichen für eine nachlassende Teuerung gibt. In der Januarsitzung wurden daher die Weichen für eine deutlich straffere Geldpolitik gestellt. Die Fed signalisierte einen baldigen Beginn der Zinserhöhungen, die vielleicht stärker ausfallen könnten als beim letzten Mal. An den Märkten ist man der Fed unterdessen voraus: Hier rechnet man in den nächsten zwölf Monaten mit mindestens vier Erhöhungen der Federal Funds Rate um jeweils 25 Basispunkte. Viele Analysten erwarten sogar noch mehr.

Optimismus für die Post-Corona-Zeit überwiegt

67% der deutschen institutionellen Investoren sind für die Wirtschaft nach Corona optimistisch. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage Institutional Investor Compass® von MFS Investment Management. Die Investoren sind auch zuversichtlich, dass sie ihre Anlageziele nach Corona erreichen. Die Mehrzahl berichtete über einen optimistischen Kurzfristausblick (53%) und einen neutralen Langfristausblick (53%).

Die Rolle der Finanzmärkte

In den letzten 100 Jahren hat sich die Finanzdienstleistungsbranche grundlegend verändert. Damals war Vermögensanlage die Domäne reicher Privatanleger und großer institutioneller Investoren – bis Vermögensverwalter die Finanzmärkte breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich machten und auch Kleinanleger Marktzugang erhielten. Im Laufe der Zeit wurde unsere Branche dann immer komplexer. Dabei ist Investieren im Grunde ganz einfach: Man gibt heute Kapital her, um morgen von einem Unternehmen oder Staat Cashflows zu erhalten. Letztlich ist Investieren noch immer das, was es einmal war.

In tausend Stücken

Irgendwann – hoffentlich schon bald – wird das Coronavirus weniger bedrohlich sein und die US-Wirtschaft wieder arbeiten. Aber das ist nicht frei von Herausforderungen. Folgende halten wir für besonders wichtig.

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