Tequila ohne Kater
Mexiko im Rampenlicht: Trotz Bedenken im Vorfeld der US-Wahlen legte der Peso seit den Wahlen zu und lokale Anleihen glänzten. Was steckt hinter dieser Robustheit?
Mexiko im Rampenlicht: Trotz Bedenken im Vorfeld der US-Wahlen legte der Peso seit den Wahlen zu und lokale Anleihen glänzten. Was steckt hinter dieser Robustheit?
Relativ gesehen haben die Schwellenländeranleihen (Emerging Market Debt, EMD) ihre starke Performance aus dem Jahr 2023 in der ersten Hälfte des Jahres 2024 fortgesetzt. Bis heute wurden die Gesamtrenditen für globale Anleihen durch den Anstieg der Zinssätze nach der Rallye Ende 2023 gebremst. Gleichzeitig blieben die Renditen am Geldmarkt hoch, was für Anleger eine attraktive Alternative zu langfristigen Anlagen darstellte.
Heute wollen wir unser Augenmerk auf Mexiko richten, weil gleich mehrere Gründe für das Land sprechen, das zu den weltweit größten Produzenten von Silber, Kupfer, Gold, Blei, Zink, Erdöl und Erdgas gehört. Da Mexiko ein bevorzugter Handelspartner der USA ist, profitiert es auch in besonderem Maße von der Umstrukturierung der globalen Lieferketten, die parallel zu denen Chinas entstehen.
Der südliche Nachbar der Vereinigten Staaten bietet hohe Zinsen, eine sinkende Inflation sowie eine hochliquide Währung. Und es gibt noch weitere Faktoren, die mexikanische Anleihen aus Sicht von Graham Stock, Senior-Stratege für Schwellenländerstaatsanleihen bei RBC BlueBay AM, interessant machen.
Derzeit kann man in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt mit ihren belebten Restaurants und dem dichten Verkehr die Aufbruchstimmung fast mit Händen greifen. Der Grund für den Optimismus ist das starke Wachstum der benachbarten US-Wirtschaft. Aber auch auf politischer Seite bewerten die Mexikaner den Ausblick ihres Landes im Vorfeld der Wahlen am 2. Juni 2024 positiv. Noch ungelöst ist hingegen die Frage der Schuldentragfähigkeit der größten Ölgesellschaft des Landes, Petróleos Mexicanos (PEMEX). Dieser Punkt ist für Investoren von zentraler Bedeutung und erklärt die zusätzliche Risikoprämie, die sie für mexikanische Anlagen verlangen. Wir glauben, dass es eine Lösung für das Problem gibt. Die neue Regierung muss handeln – und zwar schnell.
Durch ihre restriktive Geldpolitik konnten die Zentralbanken in Mexiko und Brasilien die Inflation unter Kontrolle bringen. Dadurch stieg der Wert des mexikanischen Pesos und des brasilianischen Reals, was sich positiv auf das Wirtschaftswachstum ausgewirkt hat. Das Fondsmanager-Team von J O Hambro Capital Management Limited bestehend aus James Syme, Paul Wimborne und Ada Chan schätzen die Situation in beiden Ländern ein:
Es ist nicht nur der Anlagenotstand, der für Bonds aus Schwellenländern spricht. „Auch innerhalb der Länder selbst gibt es positive Entwicklungen, die im Laufe des Jahres Investments rechtfertigen könnten“, so Alberto J. Boquin, Senior Research Analyst bei Brandywine Global, einem spezialisierten Investmentmanager und Teil von Franklin Templeton.