Beben in Frankreich: Markt hat finanzpolitisches Risiko unterschätzt

Finanzpolitisches Beben in Frankreich: Nachdem Premierminister François Bayrou eine Vertrauensabstimmung über seine Finanzpläne beantragt hat, bangt die Grande Nation um politische Stabilität. Haushaltskürzungen in Höhe von 44 Milliarden Euro sieht Bayrous Plan vor – eine Mehrheit für die Abstimmung am 8. September ist nicht in Sicht. Warum der Markt das Risiko unterschätzt hat – und warum es sich in den kommenden Wochen lohnen kann, französische Staatsanleihen überzugewichten, erläutert John Taylor, Head of European Fixed Income bei AllianceBernstein.

Frankreich – Was bedeutet die Regierungskrise aus Anlegersicht?

Die politische Unsicherheit in Frankreich wirkt sich bislang nur in begrenztem Umfang auf die Märkte aus. Im Aktienbereich dürften sich multinationale Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter und Industrie widerstandsfähig zeigen, Finanzwerte wahrscheinlich weniger. Im Anleihesegment hat sich der Spread zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen ausgeweitet, doch die relativ hohe Schuldentragfähigkeit Frankreichs dürfte einen möglichen Ausverkauf begrenzen, beobachten Nenad Dinic, Equity Strategy Research, und Dario Messi, Head of Fixed Income Analyst bei Julius Bär:

Konjunkturelle Erholung in Europa?

Deutsche und europäische Aktien verzeichneten – gemessen am DAX sowie dem EURO STOXX 50 – mit jeweils 10 Prozent Kursplus einen außerordentlich positiven Jahresstart. Mit Blick auf US-Aktien und einem Kursanstieg von gerade einmal 3 Prozent im S&P 500 beeindruckt diese Entwicklung umso mehr. Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass sich die Entwicklung der ersten 5 Handelswochen genauso fortsetzt, scheint doch ein veränderter Blick auf Europa eingepreist zu werden. Dazu tragen einige Aspekte bei, die in Summe einen stärkeren Fokus auf europäische Aktien rechtfertigen:

Divergenzen in der Eurozone

Die Divergenz zwischen Europa und den USA hat weiter zugenommen. So ist der S&P 500 seit Jahresbeginn um mehr als 30 % gestiegen, während der Euro Stoxx 50 um 5 % zugelegt hat. Gegenüber dem US-Dollar verlor der Euro in der Spitze 7%, im Einklang mit der ausgeweiteten Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa. Aber auch innerhalb der Eurozone gibt es starke Divergenzen.

SOCIAL MEDIA

RECHTLICHES

AGB
DATENSCHUTZ
IMPRESSUM
© wirkungswerk
ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Anmeldung zum Newsletter