Fed-Sorgen stützen Gold und Silber

Das US-Justizministerium hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen die Fed eingeleitet – Gold und Silber reagierten positiv und stiegen am Montagmorgen um 1,5 % bzw. 5 %. Die Einmischung der Regierung in die Fed sei 2026 ein bullischer Faktor für Edelmetalle, stellt Carsten Menke fest, Head Next Generation Research bei Julius Bär:

FED-Sitzung: Entschlossen vorsichtig

Auf ihrer Dezembersitzung hat die FED die Obergrenze für den Leitzins – wie erwartet – erneut um 25 Basispunkte auf 3,75% gesenkt. Die Notenbank reagiert damit zum dritten Mal in Folge auf den schwächeren Beschäftigungsaufbau und die gestiegenen konjunkturellen Risiken. Die Entscheidung fiel mit drei Gegenstimmen. Damit hat sich die Anzahl abweichender Meinungen zur letzten Sitzung um eine weitere Stimme erhöht. Gleichzeitig haben die FED-Mitglieder ihre Zinserwartungen (Dot-Plot) für 2026 und auch die Folgejahre nicht verändert. Chair Powell äußerte sich wie bei der letzten Zinsentscheidung vorsichtig zum Ausblick und verwies auf die kommenden Daten als entscheidend dafür, ob und wie weit die Zinsen im ersten Halbjahr noch gesenkt werden sollten. Das ist richtig. Und auch in den kommenden Monaten sollten die Ratsmitglieder sparsam mit Zinssignalen umgehen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.      

Fed macht es noch einmal

Die kommende FOMC-Sitzung wird als klare Fortsetzung des Risikomanagement-Zyklus in die Geschichte eingehen, erwartet Jörg Held, Head of Portfolio Management bei ETHENEA Independent Investors S.A. Er sieht die erwartete Zinssenkung durch die makroökonomischen Daten gedeckt:

Fed ist mitten im Paradigmenwechsel

„Die Frage ist längst nicht mehr, ob sich das geldpolitische System der USA verändert, sondern wie schnell und welche Folgen dies für die Kapitalmärkte hat“, kommentiert Jörg Held, Head of Portfolio Management bei ETHENEA Independent Investors S.A. „Fakt ist: Die Märkte handeln diese Veränderung bereits, lange bevor sie offen ausgesprochen wird.“

EZB: Kaum Signale für Leitzinssenkung

Die Europäische Zentralbank dürfte am Donnerstag eine abwartende Haltung einnehmen. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist immer noch nahe dem Rekordtief. Auch dürfte die Inflation bei über 2,0 Prozent verharren und somit kein starkes Signal für eine Leitzinssenkung senden.

Fed in der Zwickmühle

Die US-Notenbank steht vor einer heiklen Entscheidung: Der schwächelnde Arbeitsmarkt spricht für Zinssenkungen, die steigende Inflation dagegen. Dr. Felix Schmidt, Senior Economist bei Berenberg, erläutert in einem aktuellen Kommentar seine Einschätzung zum Ausgang der anstehenden Fed-Sitzung: 

Prognosen werden sich nicht dem Willen der Tauben beugen – vorerst

Im Juli hat die EZB ihren Zinssenkungskurs wie erwartet unterbrochen, da die Inflation nahe am Ziel lag, die Konjunkturstimmung robust war und die Arbeitsmarktbedingungen stabil waren. Wir interpretierten die Einschätzung der EZB hinsichtlich der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit als potenziell hawkisches Signal – insbesondere für den Fall, dass die externen Gegenwinde nachlassen sollten. Allerdings betonen wir die außergewöhnliche Unsicherheit hinsichtlich der globalen Handelsentwicklung, insbesondere der US-Zölle und der Reaktion Europas, die entweder zu erneuten Zinssenkungen führen oder den Fokus der EZB auf Inflationsrisiken verlagern könnten, aufgrund der fiskalischen Lockerung.

Einschätzung zum Jackson Hole Symposium

Ein leicht zurückhaltender Ton ist Musik in den Ohren der Marktteilnehmer, da Fed-Chef Powell eine gewisse Klarheit hinsichtlich der bevorstehenden geldpolitischen Entscheidung im September geschaffen hat. Mit einem Verweis auf die steigenden Risiken für den Arbeitsmarkt wurden die Befürchtungen hinsichtlich einer hawkischen Haltung im Vorfeld der Rede zerstreut, sodass die Märkte schnell ihre Wetten auf eine Lockerung im September erhöhten.

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