Vom Sandkorn zur Lawine – eine Marktmetapher

Trotz hoher Bewertungen und schwacher Konjunktursignale bleibt die Marktstimmung sorglos. Dr. Georg von Wallwitz, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter bei Eyb & Wallwitz, sieht Parallelen zur Theorie komplexer Systeme: Kleine Auslöser können große Marktbewegungen verursachen. Prognosen helfen wenig – entscheidend sind Wachsamkeit und Anpassungsfähigkeit.

Kommentar zur US-Inflation im August

Die US-Verbraucherpreise sind im August um 0,4% gestiegen. Die jährliche Inflationsrate legte damit leicht von 2,7% auf 2,9% zu. Die jährliche Kerninflationsrate verharrte bei 3,1%. Auch im August haben die Zollanhebungen nur in geringem Maße auf die Verbraucherpreise durchgeschlagen. Die Unternehmen haben die höheren Kosten in der Breite also erneut über einen Rückgang der Margen kompensiert. In Reaktion auf die Abschwächung am Arbeitsmarkt wird die FED die Zinsen deshalb kommende Woche erstmals seit Dezember 2024 wieder senken. Auf einen aggressiven Zinssenkungszyklus sollten Investoren allerdings nicht wetten, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Fed: Risiken in beide Richtungen gestiegen

Auf ihrer Mai-Sitzung hat die Fed die Zinsen wie erwartet unverändert gehalten. Die Obergrenze für die Federal Funds Rate liegt damit weiter bei 4,5%. Mit Blick auf die kommenden Monate hat Fed-Chair Powell die hohe Unsicherheit des Konjunktur- und Inflationsausblicks und die damit gestiegene Wahrscheinlichkeit für Anpassungen der Geldpolitik in beide Richtungen betont. Betont unbeeindruckt hat sich Powell erneut gegenüber den Forderungen nach Zinssenkungen durch Präsident Trump geäußert. Das ist positiv ist. Gleichzeitig bedeutet dies für Investoren, dass auch die Unsicherheit zum Kurs der Geldpolitik zunächst sehr hoch bleibt, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.     

EZB — Tür auf für weitere Zinssenkungen

Auf ihrer Aprilsitzung hat die EZB ihren Leitzins wie erwartet erneut um 25 Basispunkte auf 2,25% gesenkt. Aus Sicht der EZB hat sich der Disinflationstrend zuletzt fortgesetzt und die Teuerung schwenkt in den Zielbereich von 2% ein. Auf dem aktuellen Zinsniveau sieht sich die EZB nun zwar im Bereich des neutralen Zinsniveaus, d.h. die Geldpolitik wird als nicht mehr restriktiv angesehen. Weitere Zinssenkungen scheinen aber dennoch wahrscheinlich, vor allem da die Unsicherheit im Zuge des Zollstreits und die Aufwertung des Euro in den vergangenen Wochen die Finanzierungskonditionen für die Privatwirtschaft verschärft haben. Damit legt die EZB die Grundlage, die Geldpolitik in den kommenden Monaten nicht nur neutral, sondern wieder expansiv auszurichten, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.     

US-Inflation — Entspannung, aber keine Entwarnung

Die US-Verbraucherpreise sind im März überraschend um 0,1% gesunken. Die jährliche Inflationsrate sank damit von 2,8% auf 2,4%, die Kerninflationsrate fiel auf 2,8%. Bisher zeigen die Preisdaten kaum Effekte der Zollanhebungen. Die FED dürfte die Daten dennoch als wenig aussagekräftig werten, da die deutlichen Zollanhebungen erst Anfang April in Kraft getreten sind und sich in den kommenden Monaten bemerkbar machen werden. Zudem bleiben die wirtschaftspolitische Unsicherheit und die Inflationsrisiken erhöht, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Mit dem Schienenersatzverkehr zum Wirtschaftswachstum

Die Fußball-Europameisterschaft hat mal wieder gezeigt, in welch schlechtem Zustand das deutsche Schienennetz ist. Was für viele angereisten Fans eine böse Überraschung darstellte, verwunderte Einheimische nur wenig. Doch auch abseits des Schienennetzes wurde deutsche Infrastruktur jahrzehntelang vernachlässigt. Warum das so ist und wieso es den Wohlstand in Deutschland nachhaltig gefährdet erklärt Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz.

Eine fast normale Zinssenkung

Auf ihrer Junisitzung hat die EZB ihre Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte gesenkt und damit erstmals vor der FED die Geldpolitik gelockert. Die jüngsten überraschend starken Daten zur Preisentwicklung und sicher auch die abwartende Haltung der FED haben den Tonfall sehr vorsichtig ausfallen lassen. Weitere Zinssenkungen dürften zwar kommen, die Landezone für den Leitzins könnte in Europa aber bereits bei etwa 3% liegen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Bannier wird Vertriebschef bei Eyb & Wallwitz

Eyb & Wallwitz hat Stephan Bannier als neuen Vertriebschef verpflichtet. Bannier wird vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aufsicht in dieser Funktion auch Mitglied der Geschäftsführung des Münchener Vermögensverwalters. Er kommt von Generali Asset Management und wird den Staffelstab als Head of Sales von Felix von Hardenberg im Laufe des vierten Quartals 2024 übernehmen.

Kommentar: US-Inflation und Konsum schwächen sich ab

Die US-Verbraucherpreise sind im April etwas weniger stark als im März gestiegen. Auch der zu Grunde liegende Preisauftrieb lag mit 0,3% zum Vormonat etwas niedriger. Gleichzeitig hat sich die Konsumnachfrage der Haushalte abgeschwächt. Die Daten geben der FED Zuversicht, dass keine weiteren Zinsanhebungen notwendig sind. Für rasche Zinssenkungen sind Preisauftrieb und Nachfrage aber noch zu stark, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb&Wallwitz.

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