Der strategische Wettbewerb zwischen China und den USA

Die Welt kehrt in ein bipolares System zurück – China und die USA befinden sich in einem globalen Wettstreit um strategische Vorherrschaft. Trotz Chinas Umsetzung des Programms „China 2025“ konnte die USA offenbar ihre technologische Führungsrolle in Bereichen wie Halbleitern und Künstlicher Intelligenz behalten. Somit konzentriert sich ein zentraler Aspekt des Wettbewerbs zunehmend auf Ressourcen – insbesondere auf Energie sowie kritische Mineralien und Seltene Erden (REEs).

Globaler Aufschwung bleibt trotz Geopolitik intakt

Trotz aller geopolitischen Schlagzeilen hat der Internationale Währungsfonds seine globale Wachstumsprognose für 2026 von 3,1 % auf 3,3 % angehoben. „Die Weltwirtschaft trotzt der geopolitischen Unsicherheit“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck weiter: „Solange der von den USA vor China und Europa angeführte Konjunkturaufschwung anhält, sollte der Börsentrend trotz aller geopolitisch verursachten Volatilitätssprünge nach oben gerichtet bleiben.“

Aufstieg des Renminbi: Geopolitische Spannungen befeuern Chinas Wachstumsparadox

Chinas Wirtschaft zeigt einen verblüffenden Wiederspruch: Während traditionelle Wachstumsmotoren wie Eisenbahn und Immobilien schwächeln, bleibt die Marktperformance stabil. Dies ist Ausdruck eines umfassenderen Wandels, da globale Investoren angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen eine Diversifizierung vom US-Dollar anstreben und damit den wachsenden Einfluss des Renminbi im internationalen Handel stärken.

Chinas Fünfjahresplan: Innovationsrausch?

Die Kommunistische Partei Chinas hat kürzlich ihr 15. Plenum abgehalten. Der Fokus lag dabei auf dem kommenden Fünfjahresplan (2026–2030). Aussagen von mit der Materie vertrauten Personen sowie Nachrichten aus anderen politischen Zusammenkünften machen eines deutlich: Die Zukunft gehört der Hochtechnologie. Wie unser „Chart der Woche” zeigt, ist der Anteil des Hightech-Sektors an der gesamten Endnachfrage in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stetig gewachsen und wird voraussichtlich im Jahr 2026 bei 18,3 Prozent liegen – fast doppelt so hoch wie noch vor zehn Jahren.1)

“2026: Schwächere globale Wachstumsdynamik, aber kein Einbruch”

Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2025 robuster gezeigt, als es nach dem Zollschock vom „Liberation Day“ am 2. April zu erwarten gewesen wäre. Auch wenn das Zollregime nicht so umgesetzt wurde, wie von US-Präsident Donald Trump auf den Tafeln im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington angekündigt: Der durchschnittliche Importzoll der USA ist von weniger als 3 Prozent auf deutlich mehr als 10 Prozent gestiegen. Die anhand der Handelstheorie zu erwartenden Effekte einer solchen drastischen Zollerhöhung dürften nun mit der Zeit stärker spürbar werden und die globale Wachstumsdynamik im Jahr 2026 belasten. Zu rechnen ist mit steigenden Importpreisen in den USA, Druck auf den Preisen ausländischer Exporteure, einer Verringerung des realen Handelsvolumens und schließlich weltweiten Realeinkommensverlusten. 

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