Die Fed vor einem Wendepunkt

Ein bröckelnder Arbeitsmarkt, stabile Inflationserwartungen und der zunehmende politische Druck deuten darauf hin, dass die Federal Reserve (Fed) bei ihrer bevorstehenden September-Sitzung einen entscheidenden Kurswechsel vollziehen wird, erklärt Jörg Held, Head of Portfolio Management bei ETHENEA Independent Investors S.A. Eine Zinssenkung erscheint unausweichlich.

Kommentar zur US-Inflation im August

Die US-Verbraucherpreise sind im August um 0,4% gestiegen. Die jährliche Inflationsrate legte damit leicht von 2,7% auf 2,9% zu. Die jährliche Kerninflationsrate verharrte bei 3,1%. Auch im August haben die Zollanhebungen nur in geringem Maße auf die Verbraucherpreise durchgeschlagen. Die Unternehmen haben die höheren Kosten in der Breite also erneut über einen Rückgang der Margen kompensiert. In Reaktion auf die Abschwächung am Arbeitsmarkt wird die FED die Zinsen deshalb kommende Woche erstmals seit Dezember 2024 wieder senken. Auf einen aggressiven Zinssenkungszyklus sollten Investoren allerdings nicht wetten, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

“Prüfstein für die Unabhängigkeit der Notenbank”

Die Inflation ist in den USA auf dem Rückzug, der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, aber mit ersten Ermüdungserscheinungen – und im Hintergrund formiert sich ein politisches Machtspiel. Eine Leitzinsänderung beurteilt Luca Pesarini, Chief Investment Officer (CIO) von ETHENEA Independent Investors S.A., vor diesem Hintergrund als nahezu ausgeschlossen:

PIMCO: US-Arbeitsmarkt verliert Dynamik

Was ist passiert? Der Oktober-Arbeitsmarktbericht, beeinflusst durch Streiks und tropische Wirbelstürme, bestätigt unsere Einschätzung eines sich abkühlenden US-Arbeitsmarktes. Die Beschäftigung stieg im Oktober um nur 12.000 Stellen – überwiegend aufgrund dieser Sondereffekte. Auch ohne diese Einflüsse bleibt das Bild verhalten:

US-Arbeitsmarkt – Goldilocks-Signale im August

In den USA hat sich die Anspannung am Arbeitsmarkt im August weiter verringert. Der Stellenaufbau lag mit 187.000 auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig sind Erwerbsbeteiligung und Arbeitslosenquote deutlich gestiegen. Der Lohndruck hat weiter nachgelassen. Die Daten sprechen für eine abwartende Haltung der FED in den kommenden Monaten, erklärt Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz:       

Das Potenzial aktiver Arbeitskräfte  – warum Italien wieder wachstumsstark werden kann

Der demografische Wandel, der mit einer alternden Bevölkerung und sinkenden Geburtenraten einhergeht, gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Er wird allgemein als „tickende Zeitbombe“ bezeichnet, da die Welt auf einen „demografischen Niedergang“ zusteuert. Aber ist es wirklich so schlimm und wenn ja, was kann man dagegen tun? Zunächst ist es wichtig, den demografischen Wandel einzuordnen. Er findet statt, weil die Menschen länger und gesünder leben und weil sie die Größe ihrer Familie selbst bestimmen können. Dies sind...

Stabiler Arbeitsmarkt stützt Konjunktur

Es ist eine gute Nachricht: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ging trotz der konjunkturell schwierigen Bedingungen leicht zurück. Nach Angaben der Agentur für Arbeit lag die Quote im Juli bei 5,6 Prozent. Die Zahl der Menschen ohne Arbeitsplatz sank leicht um 4.000. Und: Der Anteil an offenen Stellen ist nach wie vor recht hoch.

Die Bank of England holt zu einem KO-Schlag aus

Die BoE hat heute genug davon, die Inflation schönzureden, und beschloss, zu einem Zeitpunkt, an dem es am wenigsten zu erwarteten war, einen KO-Schlag von 50 Basispunkten zu landen. Natürlich rechtfertigten die veränderten Daten wahrscheinlich eine Änderung des Ansatzes der BoE, höhere Inflation und höhere Löhne bei einem engeren Arbeitsmarkt als erwartet, doch es wurde nicht damit gerechnet, dass die BoE tatsächlich den entscheidenden Schritt von 50 Basispunkten machen würde, da vorher nicht deutlich genug darauf hingewiesen wurde und unbeabsichtigte Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität aufkommen könnten.

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