Obwohl die von Privatbanken, unabhängigen Vermögensverwaltern, Family Offices und Finanzberatern weltweit verwalteten Vermögenswerte („AuM“) in den letzten fünf Jahren bereits um 20 Prozent gestiegen sind, erwarten die Unternehmen der Wealth Management Industrie für 2025 im Schnitt noch einmal ein durchschnittliches Wachstum von 13,7 Prozent. Gleichzeitig ist ihnen bewusst, dass sie angesichts des technologischen Fortschritts und der Veränderung der Kundenbedürfnisse das eigene Angebot weiterentwickeln und angesichts der geopolitischen Turbulenzen und wirtschaftlicher Unsicherheit auch die Portfolios ihrer Kunden wetterfest machen müssen. Zwei Drittel von ihnen sehen dabei aktives Fondsmanagement im Vorteil und denken vermehrt an die Integration von nicht börsennotierten Vermögenswerten („Private Assets“) in die Portfolios ihrer Kunden (48 Prozent).
Das sind Kernaussagen aus der „Wealth Industry Survey 2025“, für die Natixis Investment Managers 520 Investmentexperten, verantwortlich für den Betrieb von Investmentplattformen und die Verwaltung von Kundenvermögen bei führenden Vermögensverwaltern in 20 Ländern, befragt hat.
Auf der Liste ihrer Sorgen steht 2025 die Geopolitik ganz oben: 38 Prozent befürchten neue Konflikte, 34 Prozent — in Deutschland sogar 56 Prozent – eine Eskalation der aktuellen Kriege und 34 Prozent eine Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und China.
Für die Portfolios ihrer Kunden sehen über die Hälfte der Vermögensverwalter (53 Prozent) Inflation, von der 74 Prozent sagen, dass sie durch die Politik Trumps wieder aufflammen könnte, als ein großes Risiko. Von den in Deutschland befragten Experten sehen sogar 60 Prozent die Inflation als größtes Risiko. Dementsprechend skeptisch sehen 38 Prozent die Zinspolitik der Zentralbanken.
Dennoch prognostiziert die Hälfte (50 Prozent) der Befragten eine sanfte Landung für die Wirtschaft ihrer Region, wobei die Zuversicht in Asien (68 Prozent) und den USA (58 Prozent) am höchsten ist. In Europa sinkt dieser Wert jedoch auf 46 Prozent und in Deutschland sogar auf 32 Prozent. Darüber hinaus sind 61 Prozent besorgt über die Aussichten auf eine Stagflation in Europa.
Hohe Bewertungen von Aktien erfordern aktives Management
Nach einem zweijährigen Anstieg, der größtenteils von Technologieaktien angetrieben wurde, stellen die Bewertungen der Unternehmen für 43 Prozent der Befragten ein zentrales Risiko dar. Die größte Besorgnis herrscht in den USA (59 Prozent), wo Technologieaktien im Jahr 2024 einen überproportionalen Anteil von 39 Prozent an den Aktienmarktrenditen hatten, gegenüber 18 Prozent im Jahr 2014.
Angesichts dieses Umfelds ist es nicht überraschend, dass die Marktvolatilität für die Vermögensverwalter das größte Portfoliorisiko für 2025 darstellt. Mehr als zwei Drittel sagen, dass unsichere Märkte ein aktives Management erfordern, und 63 Prozent glauben, dass die Märkte in diesem Jahr aktive Investitionen begünstigen werden. Private Assets werden weiterhin in Portfoliopläne einbezogen, wobei Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien inzwischen 77 Prozent aller alternativen Allokationen weltweit ausmachen.
Allerdings scheint es nicht einfach, die Nachfrage nach der Allokation in Private Assets zu erfüllen. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) gibt an, dass fehlender Zugang eine Bedrohung für ihr Geschäft darstellt. Neue Produktstrukturen tragen jedoch dazu bei, den Druck zu verringern. Fast zwei Drittel (66 Prozent) geben an, dass Vehikel für Privatanleger ihnen helfen, die Portfolios zu diversifizieren.
Patrick Sobotta, Geschäftsführer für Zentral- und Osteuropa bei Natixis IM: „Die nächste Herausforderung wird hier die Aufklärung sein, da 42 Prozent der Befragten sagen, dass das Verständnis der Kunden für die Besonderheiten der nicht oder nur teilweise liquiden Vermögenswerte ein Hindernis für die Diversifikation ihrer Portfolios darstellt. Mit unserer Private Asset Academy setzen wir genau hier an: Wir schaffen der Branche eine Plattform, die das dafür nötige Wissen schafft, bündelt und Dialog ermöglicht.“




