Sinkende Energiekosten stärken Europas Aktienmärkte

Eine Entspannung an den Energiemärkten könnte an den europäischen Börsen für frischen Wind sorgen. Christian Schwab, Leiter des Portfoliomanagements bei Rothschild & Co Wealth Management Deutschland, analysiert die Auswirkungen der sinkenden Energiepreise auf Konjunktur, Inflation und Kapitalmärkte.
7. Juli 2026
Foto: © AA+W - stock.adobe.com

Eine Entspannung an den Energiemärkten könnte an den europäischen Börsen für frischen Wind sorgen. Christian Schwab, Leiter des Portfoliomanagements bei Rothschild & Co Wealth Management Deutschland, analysiert die Auswirkungen der sinkenden Energiepreise auf Konjunktur, Inflation und Kapitalmärkte.

Schwab sagt: „Auch wenn die geopolitischen Spannungen rund um den Iran noch bestehen bleiben, erscheint eine erneute Eskalation derzeit nur noch wenig wahrscheinlich. Entsprechend haben sich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts deutlich abgeschwächt: So sind die Ölpreise auf das Niveau von Anfang März zurückgefallen und liegen real teils sogar darunter.“

Rückläufige Inflation verbessert Marktumfeld
Aus Sicht des Experten sinken durch den Rückgang der Energiepreise die Inflationserwartungen. Damit gehe eine Entspannung an den Anleihemärkten einher, die auf ein weiterhin robustes Wachstumsbild in den USA treffe. Positive Entwicklungen erwartet er jedoch nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern auch für Europa. Die niedrigeren Energiekosten dürften auch dort Unternehmen und Verbraucher entlasten und damit die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen.

Bei Aktien bevorzugt Schwab weiterhin Technologietitel sowie Finanzdienstleister. Seine Begründung: „Im Technologiesektor sehen wir insbesondere im erweiterten KI-Umfeld weiterhin das größte Potenzial, da die Investitionen in Infrastruktur und Rechenzentren auf hohem Niveau bleiben dürften.“ Positiver bewertet Schwab inzwischen auch Industrieaktien, da gerade diese zyklische Branche von einer konjunkturellen Belebung profitieren sollte.

Anleihen: Längere Laufzeiten gewinnen an Attraktivität
Auf der Anleihen-Seite favorisiert Schwab weiterhin eine moderat verlängerte Duration. Hintergrund dafür seien rückläufige Inflationserwartungen, die die Renditen weiter unter Druck setzen und damit zusätzliches Kurspotenzial eröffnen dürften. „Darüber hinaus halten wir die laufende Verzinsung im längeren Laufzeitsegment für attraktiv“, sagt Schwab.

Insgesamt sieht Schwab die Kapitalmärkte in einem günstigeren Umfeld als noch vor wenigen Monaten. Sinkende Energiekosten, robuste Konjunkturdaten und eine nachlassende Inflationsdynamik könnten die Grundlage für eine breiter abgestützte Entwicklung an den Aktienmärkten bilden. „Trotz weiterhin bestehender geopolitischer Risiken überwiegen derzeit die positiven Signale für Anleger“, so Schwab abschließend.

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