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Bald wird 2021 eingeläutet. Viele Fragen sind sehr naheliegend. Wird die Aktien-Rallye andauern? Welche Neuerungen gibt es unter der US-Administration Joe Biden? Und nicht zuletzt auch die wiederkehrende Frage, ob wir im nächsten Jahr eine Rotation von Wachstums- zu Value-Titeln sehen werden. Und wie nachhaltig wäre diese Rotation?
2. Dezember 2020
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Bald wird 2021 eingeläutet. Viele Fragen sind sehr naheliegend. Wird die Aktien-Rallye andauern? Welche Neuerungen gibt es unter der US-Administration Joe Biden? Und nicht zuletzt auch die wiederkehrende Frage, ob wir im nächsten Jahr eine Rotation von Wachstums- zu Value-Titeln sehen werden. Und wie nachhaltig wäre diese Rotation?

Christian Schmitt, Senior Portfolio Manager bei Ethenea, hat dazu eine klare Meinung: „Wer davon ausgeht, dass wir über die nächsten Jahre eine nachhaltige Umkehrung des Trends hin zu Value-Titeln erleben werden, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen.“ Per Definition zeichneten sich Value-Aktien durch eine niedrige Bewertung aus. „Der Kapitalmarkt ist aber weitestgehend effizient – deshalb ist nichts ohne Grund günstig“, erklärt Schmitt. Für Unternehmen aus dem Value-Lager ließen sich in der Regel drei übergeordnete Gründe für die niedrigen Bewertungen ausmachen: „Erstens ein Mangel an strukturellem Wachstum, zweitens die Konfrontation mit neuen, disruptiven Wettbewerbern, die aggressiv Marktanteile gewinnen und stetig mit frischem Kapital versorgt werden, und drittens drücken auch noch niedrige Zinsen auf die Bewertung von Value-Aktien.“ Für keinen der drei genannten Faktoren sei absehbar eine nachhaltige Änderung zugunsten von Value-Aktien zu erwarten. „Damit sind – absolut gesehen – die mittel- bis langfristigen Renditeperspektiven vieler Value-Aktien als recht bescheiden einzuordnen“, resümiert der Experte, betont aber: „Auf längere Frist bleibt fundamentales Wachstum von Unternehmen ausschlaggebend und notwendig für eine nachhaltig positive Aktienentwicklung.“

Harte Probe für einseitige Portfolios 

Lege man den Fokus dagegen auf eine kurzfristigere Perspektive ins kommende Jahr hinein, so sei der Bogen der relativen Entwicklung überspannt. „Insbesondere temporäre, durch die gegenwärtige Pandemie ausgelöste Effekte scheinen derzeit zu weit und zu unkritisch in die zukünftige Post-Covid-Welt extrapoliert zu werden.“ Die vergangenen Wochen mit positiven Impfstoffmeldungen hätten Anlegern vor Augen geführt, dass auch die Outperformance von Growth- zu Value-Werten keine Einbahnstraße darstelle. Spätestens ins Frühjahr 2021 hinein werde eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens — dank des medizinischen Fortschritts und des nahenden Sommers — wieder spürbarer, greifbarer und dauerhafter werden. „Gepaart mit einem zyklischen Aufschwung, niedrigen Vergleichszahlen aus 2020 und steigender Ungewissheit über die Fortführung der extrem expansiven Geldpolitik, könnte die bis dato sehr einseitige Positionierung vieler Anleger auf eine harte Probe gestellt werden“ sagt Schmitt.

„Aber glücklicherweise besteht der Aktienmarkt nicht nur aus schwarz und weiß – Value und Growth –, sondern bietet eine Vielzahl relevanter Schattierungen und Einflussfaktoren. Vor diesem Hintergrund haben wir im Aktienportfolio des Ethna-Dynamisch, seit den Kurstiefs im März, sukzessive den Fokus von defensiven Werten zu zyklischeren Aktien verlagert“, erklärt Schmitt. Präferiert würden daher Unternehmen, die zwar kurzfristig unter den Auswirkungen der Lockdowns litten, aber langfristig weiterhin ein überzeugendes strukturelles Wachstum zeigten. „Ich halte das aktuell für eine überzeugende Kombination aus attraktiven Bewertungen und fundamentalem Wachstum“, resümiert der Experte. (ah)

Christian Schmitt — Foto: © ETHENEA

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