Wade O’Brien, Frank Fama, Abby Coleman und Walker Haymond von Cambridge Associates haben sich vor dem Hintergrund der aktuellen Medienberichterstattung mit einer Analyse des US-amerikanischen Private-Credit-Markts befasst und Schlussfolgerungen für Anleger gezogen. Nachfolgend finden Sie eine deutschsprachige Zusammenfassung, der vollständige englische Text mit allen Grafiken und Daten ist hier zugänglich: https://www.cambridgeassociates.com/en-eu/insight/a‑new-era-of-dispersion-in-direct-lending-favors-disciplined-managers/.
Sie rechnen damit, dass sich die Leistungsunterschiede zwischen den Fondsmanagern, die diszipliniert bei der Kreditvergabe geblieben sind, und denen, die es nicht waren, deutlicher abzeichnen werden. Die größere Bandbreite an Ergebnissen unterstreicht, wie wichtig die Auswahl der Fondsmanager und ein diversifizierter Ansatz über Strategien, Regionen und Kreditnehmersegmente hinweg ist:
- Auf Privatanleger ausgerichtete Anlageinstrumente mit begrenzter vierteljährlicher Liquidität haben zu einem Missverhältnis zwischen den Liquiditätserwartungen der Anleger und der Illiquidität der zugrunde liegenden Kredite mit Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren geführt. Diese Reaktion scheint jedoch teilweise auf einem Missverständnis der Anleger (und möglicherweise der Medien) hinsichtlich der Fondsstruktur und ihres beabsichtigten Liquiditätsprofils zu beruhen. Institutionelle Anleger, die in Anlageformen mit längerer Laufzeit und Sperrfrist investieren, sind diesen Entwicklungen nicht unmittelbar ausgesetzt.
- Vor dem Hintergrund steigenden Wettbewerbs innerhalb des privaten Kreditmarkts sowie zwischen dem privaten und dem öffentlichen Kreditmarkt haben sich die Kreditvergabestandards und Schutzmaßnahmen für Kreditgeber verschlechtert. Dies betrifft insbesondere neuere Marktteilnehmer mit weniger etabliertem Marktzugang zu hochwertigeren und sichereren Transaktionen: Während die durchschnittlichen Kennzahlen im Bereich Direct Lending einen stabilen Eindruck erwecken, wächst der Anteil schwächerer Portfolios.
- Im Durchschnitt sind Private-Credit-Kreditgeber zu etwa 20% im Softwarebereich engagiert, wobei ein Großteil dieser Engagements in einer Zeit niedriger Zinsen und optimistischer Wachstumsannahmen entstanden ist, oft zu hohen Bewertungen und mit hohem Verschuldungsgrad. Dies betrifft überwiegend den upper Midmarket, wo aggressive Kreditvergabepraktiken und schwächere Schutzmechanismen am weitesten verbreitet sind. In diesem Umfeld scheinen Manager, die Wert auf einen starken Gläubigerschutz und disziplinierte Transaktionsstrukturen gelegt haben, am besten aufgestellt zu sein. Viele von ihnen haben zudem ein geringeres Engagement im Softwarebereich als der Gesamtmarkt, was darauf hindeutet, dass sie wettbewerbsintensivsten Transaktionen vermieden haben.
Die Autoren kommen zum Schluss, dass sich die Ära der durchweg starken Renditen mit geringer Streuung im Direct Lending dem Ende zuneigt. Sie gehen davon aus, dass die Ergebnisse künftig stärker von der Qualität der Fondsmanager, der Sorgfalt bei der Dokumentation und der Sektorauswahl abhängen werden als allein vom Marktengagement. Anleger sollten mit einer größeren Kluft zwischen der Performance des obersten und des untersten Quartils rechnen, wodurch die Auswahl der Manager wichtiger wird als jemals zuvor in der jüngeren Geschichte dieser Anlageklasse. Die Experten von Cambridge Associates bevorzugen dementsprechend Strategien wie Lower-Midmarket- und Spezialkredite. Diese Segmente sind nach wie vor weniger überlaufen und ihrer Ansicht nach besser positioniert, um sich in einem schwierigeren Umfeld zu behaupten.




