Positive Signale für den japanischen Aktienmarkt

Cédric Le Berre, Senior Analyst für US-amerikanische und japanische Aktien bei UBP (Union Bancaire Privée), kommentiert nach dem Rücktritt von Japans Premierminister Yoshihide Suga die Aussichten für den japanischen Aktienmarkt:
10. September 2021
Japan - Foto: © eyetronic - stock.adobe.com

Cédric Le Berre, Senior Analyst für US-amerikanische und japanische Aktien bei UBP (Union Bancaire Privée), kommentiert nach dem Rücktritt von Japans Premierminister Yoshihide Suga die Aussichten für den japanischen Aktienmarkt:

„Nach der Ankündigung des Rücktritts des japanischen Premierministers Yoshihide Suga vergangenen Freitag erreichte die Tokioter Börse den höchsten Stand seit dreißig Jahren. Obwohl der nächste Premierminister noch nicht feststeht, ist davon auszugehen, dass die LDP an der Macht bleiben wird, wenn auch mit weniger Sitzen im Repräsentantenhaus nach den kommenden Wahlen. Die damit verbundene Kontinuität und politische Stabilität wirken sich grundsätzlich positiv auf den japanischen Aktienmarkt aus. Auch die mit den Kandidaten verbundene Erwartung von effektiven Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-Pandemie und weiterer wirtschaftspolitischer Stimuli sorgt für ein positives Sentiment. Unserer Meinung nach können sich aktuell drei Kandidaten Chancen ausrechnen, nach den Wahlen Ende September das oberste Regierungsamt zu übernehmen:

  • Taro Kono, der in der Öffentlichkeit beliebte Reformer und derzeitige Minister für Verwaltungs- und Regulierungsreformen liegt aktuell in Meinungsumfragen vorn.
  • Der ehemalige Außenminister Fumio Kishida ist Anführer einer einflussreichen Fraktion innerhalb der LDP. Im Mittelpunkt seines schnell bekanntgegebenen Wahlprogramms steht eine aggressive Steuerpolitik.
  • Die ehemalige und als konservativ geltende Ministerin für innere Angelegenheiten und Kommunikation, Sanae Takaichi, kann auf die öffentliche Unterstützung durch den ehemaligen Premierminister Shinzo Abe zählen und wäre Japans erste weibliche Premierministerin. Nachteilig gegenüber den anderen Kandidaten könnte sich ihre geringe Bekanntheit auswirken.

Während die Erwartungen ausländischer Anleger an japanische Aktien nach den Abenomics gesunken sind, haben sich die Reform der Corporate Governance und die Verbesserung der Eigenkapitalrendite (durch die Umsetzung des Corporate Governance Code und des Stewardship Code) positiv auf den japanischen Aktienmarkt ausgewirkt. Voraussichtlich wird keiner der Kandidaten die Governance-Reformen zurückdrehen. Im Gegenteil, wir glauben, dass der zukünftige Amtsinhaber auf eine weitere Stärkung der Corporate Governance und einen effizienteren Kapitaleinsatz drängen wird. Die nächste Regierung dürfte Sugas Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2050 übernehmen. Darüber hinaus sind weitere Investitionen in grüne Initiativen und die digitale Transformation von der Regierung zu erwarten.“ (ah)

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