Optimismus für die Post-Corona-Zeit überwiegt

67% der deutschen institutionellen Investoren sind für die Wirtschaft nach Corona optimistisch. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage Institutional Investor Compass® von MFS Investment Management. Die Investoren sind auch zuversichtlich, dass sie ihre Anlageziele nach Corona erreichen. Die Mehrzahl berichtete über einen optimistischen Kurzfristausblick (53%) und einen neutralen Langfristausblick (53%).
28. Juli 2021
Optimismus - Foto: kardd

67% der deutschen institutionellen Investoren sind für die Wirtschaft nach Corona optimistisch. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage Institutional Investor Compass® von MFS Investment Management. Die Investoren sind auch zuversichtlich, dass sie ihre Anlageziele nach Corona erreichen. Die Mehrzahl berichtete über einen optimistischen Kurzfristausblick (53%) und einen neutralen Langfristausblick (53%).

Dennoch gehen über 67% der institutionellen Investoren davon aus, dass sich einige Branchen nicht erholen. Die Hälfte glaubt aber, dass durch Corona neue Anlagechancen entstanden sind. 33% meinen, dass die wirtschaftlichen Langfristfolgen der Pandemie in den Kursen nicht vollständig berücksichtigt sind.

Gefragt nach ihren wichtigsten Sorgen für die nächsten zwölf Monate nannten fast drei Viertel der deutschen institutionellen Investoren mögliche Preisblasen, und 67% fürchten wachsende Staatsdefizite. 63% verwiesen auf die Auswirkungen strengerer Regulierungen auf ihr Geschäft, 43% erwarten eine steigende Inflation.

„Wegen des Nachfragestaus in Deutschland wird wieder mehr Geld ausgegeben. Aber die weltweiten Auswirkungen von Corona auf nahezu alle Branchen, Märkte und Regionen verunsichern institutionelle Investoren. Deshalb, aber auch wegen des unklaren Inflationsausblicks ist ein langfristiger Fundamentalansatz wichtiger denn je. Er ist die passende Antwort auf die Unsicherheit nach Corona, auf Branchen- wie auf Einzelwertebene“, sagt Lars Detlefs, Managing Director, Institutional Sales Germany bei MFS. „In den nächsten zehn Jahren rechnen wir mit Anlageerträgen deutlich unter dem Vergangenheitsdurchschnitt. Wichtig ist daher kompetentes aktives Management mit der Aussicht auf Alpha, um die für die Altersvorsorge nötigen Mehrerträge erzielen zu können“, fügt er hinzu.

Corona verunsichert. Dennoch glauben 70% der deutschen institutionellen Investoren, dass ihr Unternehmen mit den Folgen der Pandemie sehr gut zurechtgekommen ist. Viele meinen aber auch, dass dies der Investmentbranche insgesamt nicht so gut gelungen ist. Nur 17% waren der Ansicht, dass sie die Pandemie gut überstanden hat. Wenig überzeugend fanden die Investoren auch die Politik der Bundesregierung. Ebenfalls nur 17% hießen ihre Corona-Politik gut.

Allerdings erwarten die deutschen institutionellen Investoren keine nachhaltigen Störungen ihrer Geschäftsabläufe durch eine möglicherweise noch längere Homeoffice-Phase. Gefragt, ob eine Verlängerung des Status quo zu Problemen führe, äußerten sich die Umfrageteilnehmer neutral oder nur leicht besorgt. Als mögliche Probleme wurden verspätete Antworten bei zeitkritischen Anfragen (37%) sowie weniger Kontakt zum Vertrieb (53%) genannt. Der Ausreißer war die Durchführung von Due-Diligence-Prüfungen bei Vermögensverwaltungsfirmen. Fast drei Viertel der befragten Investoren halten das vom Homeoffice aus für schwieriger.

Auf die Frage nach der Unterstützung durch Assetmanager hieß es, dass aktive Manager in Deutschland eine bessere Hilfe waren als passive. 67% waren während der Pandemie mit Kommunikation und Unterstützung durch aktive Manager zufrieden, bei passiven waren es nur 33%.

Auch das menschliche Leid durch Corona wurde nicht übersehen. 40% der institutionellen Investoren machte die Gesundheitskrise Sorgen, und 10% bezeichneten die Gesundheit ihrer Mitarbeiter als mögliche Herausforderung in den nächsten zwölf Monaten. Mehr Sorgen machten ihnen allerdings potenziell niedrigere Erträge aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten (40%), Volatilität infolge der Weltpolitik (27%) sowie Disruption durch neue Technologien und Cyberbedrohungen (10%).

„Die Pandemie hat institutionellen Investoren mehr denn je vor Augen geführt, wie verletzlich Menschen und damit auch Mitarbeiter sind. Zugleich fürchtet man mehr und mehr die wirtschaftlichen Folgen, weltpolitischen Konflikte und die Risiken des technologischen Wandels“, fügte Detlefs hinzu.

Durch Corona wurde institutionellen Investoren weltweit noch bewusster, wie wichtig ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales, Governance) und nachhaltige Geschäftsmodelle sind. Es bleibt aber abzuwarten, ob dies tatsächlich zu einer Neuausrichtung der Kapitalanlage führt. Nur 20% der deutschen institutionellen Investoren glauben, dass durch Corona Nachhaltigkeit wichtiger geworden ist. Andererseits sind aber 33% der Meinung, dass die Pandemie ESG-Anlagen und ESG-Strategien Auftrieb geben wird. 40% nennen ESG als ein wichtiges Element bei ihrer Managerauswahl. (ah)

„In unseren Gesprächen mit deutschen institutionellen Investoren erleben wir schon jetzt ein wachsendes Interesse an Nachhaltigkeitsthemen. Die Pandemie hat große gesellschaftliche Defizite aufgedeckt. Wir denken daher heute anders über nachhaltiges Investieren. Die Berücksichtigung von ESG-Faktoren im Tagesgeschäft bleibt nach der Pandemie für viele institutionelle Investoren eine Herausforderung“, so Detlefs abschließend.

Foto: © kardd — stock.adobe.com

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