Notenbanken könnten in Q3 2026 umschwenken

Die europäische und US-Notenbankpolitik könnte nach Ansicht der BayernInvest im dritten Quartal 2026 langsam Richtung Zinssenkungen umschwenken. Im Moment gebe es eine deutliche Diskrepanz zwischen den Aussagen der US-Notenbanksprechern und den Inflationserwartungen auf Sicht der nächsten zwölf Monate.
13. Juli 2026
Hakem Saidi-Merella - Foto: Copyright BayernInvest

Die europäische und US-Notenbankpolitik könnte nach Ansicht der BayernInvest im dritten Quartal 2026 langsam Richtung Zinssenkungen umschwenken. Im Moment gebe es eine deutliche Diskrepanz zwischen den Aussagen der US-Notenbanksprechern und den Inflationserwartungen auf Sicht der nächsten zwölf Monate.

 

„Dies könnte zum Ende des dritten Quartals zu einem Umdenken der Marktteilnehmer führen und die Möglichkeit eröffnen, dass sowohl für die EZB als auch die Fed die Erwartungen langsam Richtung Zinssenkungen umschwenken“, sagt Hakem Saidi-Merella, Leiter Investment Management Global Fixed Income bei der BayernInvest. „Insbesondere dann, wenn die konjunkturelle Entwicklung in den USA sich merklich verlangsamt und auch die Eurozone ihre Wachstumsziele nicht erreicht.“

Vor diesem Hintergrund sieht die BayernInvest für 2‑jährige Laufzeiten bei Bundesanleihen weiterhin Entspannungspotenzial. „Wir erwarten für das zweite Halbjahr eine Rückkehr der Debatte rund um die Schuldentragfähigkeit – sowohl in den USA im Zuge der Mid-Term-Wahlen, aber auch in der Eurozone mit beispielsweise dem sich anbahnenden Wahlkampf in Frankreich“, sagt Saidi-Merella. „Dies dürfte erneut zu steigenden Zinsen am langen Ende führen und in der Konsequenz eine Kurven-Versteilerung mit sich bringen.“

Für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Ratings erwartet die BayernInvest im weiteren Jahresverlauf 2026 „im Basis Szenario keine größeren Verwerfungen mehr“. Stabile Credit-Spreads mit etwas steilerer Zinskurve – stabil bis enger am kurzen Ende und leicht steigend im längeren Bereich – dürften ein weiterhin gutes Umfeld für Investitionen schaffen. „Eine Gefahr für die zweite Jahreshälfte sehen wir zum Beispiel im Falle von Rückschlägen bei den Friedensverhandlungen oder eine deutliche Erhöhung der Verschuldung der Unternehmen. Für letzteres sehen wir das Risiko aktuell als weiterhin gering an und gehen von stabilen Kreditqualitäten aus.“

Speziell für Banken und Finanzdienstleister sind die Experten weiterhin zuversichtlich, dass an die zurückliegenden guten Unternehmensergebnisse angeknüpft werden kann. Saidi-Merella: „Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten wir eine Fortsetzung der starken Bilanzdaten bei einer anhaltenden Entspannung der geopolitischen Risiken, einer stabilen Asset-Qualität und Rückenwind bei Zinseinnahmen und betrachten die absoluten Renditeniveaus von Tier 2 und AT1-Anleihen als weiterhin interessant. Damit bleibt auch der Investment Case für Financial Nachranganleihen aus unserer Sicht weiterhin intakt.“ Zum ersten Quartal 2026 habe die CET1-Quote europäischer Banken im Durchschnitt bei 16,2% (seit 2023 stets über 16%), der RoE bei 10,5% (seit 2023 >10%) und die NPL-Quote bei 1,8% gelegen.

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