HighlightMärkteMärkte trotzen Negativschlagzeilen – brauchen aber zusätzliche Fiskalspritzen

Die Märkte sind in den vergangenen Wochen auf Grund gelaufen, da in Europa (inklusive Deutschland) und den USA die Covid-19-Fallzahlen weiter steigen. Zudem bedroht die zweite Welle die Wachstumsaussichten. Der risikobehaftete Reflationshandel ist auf einen anhaltenden Aufwärtstrend des globalen Wachstums und die Unterstützung der Zentralbanken angewiesen. Die Zentralbanken setzen ihre Stützungsmaßnahmen zwar fort, doch es fehlt an fiskalpolitischen Anreizen, die als Brücke dienen und das Wachstum im Winter stützen, bis ein Impfstoff verfügbar ist.
2. November 2020
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Die Märkte sind in den vergangenen Wochen auf Grund gelaufen, da in Europa (inklusive Deutschland) und den USA die Covid-19-Fallzahlen weiter steigen. Zudem bedroht die zweite Welle die Wachstumsaussichten. Der risikobehaftete Reflationshandel ist auf einen anhaltenden Aufwärtstrend des globalen Wachstums und die Unterstützung der Zentralbanken angewiesen. Die Zentralbanken setzen ihre Stützungsmaßnahmen zwar fort, doch es fehlt an fiskalpolitischen Anreizen, die als Brücke dienen und das Wachstum im Winter stützen, bis ein Impfstoff verfügbar ist.

 

Es gab einige Negativschlagzeilen hinsichtlich der Suche nach einem Impfstoff. Einige Experten haben die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher im ersten Quartal 2021 auf breiter Front eingeführt wird, von 75 Prozent auf 45 Prozent gesenkt.

Die Märkte haben jedoch nicht stark auf diese Negativschlagzeilen reagiert. Der Treasury-Markt hat etwas nachgegeben, doch Risikoanlagen bleiben hinreichend dynamisch und auch der Dollar hat nicht an Boden verloren, wie man in einem risikoaversen Markt erwarten könnte. Es kam nicht zu einem breiten Rückzug aus Risikoanlagen und einer massiven Ausweitung der Dollarnachfrage wie in früheren Jahren, wenn an den Märkten Panik vor einer Dollar-Knappheit ausbrach.

 

Nachhaltige Erholung in China, USA mit chronischem Leistungsbilanzdefizit

Einige der Gründe für die gedämpfte Reaktion: Die US-Notenbank Fed sorgt für Liquidität, sodass der Dollar leichter verfügbar ist. Zudem schlägt China sich gut – das Land profitiert von fiskalischer Unterstützung, Exporten und den steigenden Konsumausgaben. Dies deutet auf eine gleichmäßigere und nachhaltigere Erholung in China hin, was wiederum positiv für die Weltwirtschaft ist, da der Renminbi hilft, die Dollar-Stärke etwas abzuschwächen.

Das US-Leistungsbilanzdefizit wird hingegen allmählich zum Problem. Das Land verbraucht mehr, als es produziert und benötigt hierzu mehr Dollar, um im Ausland Waren zu kaufen. Da die Fed aber die Zinssätze niedrig hält, sind ausländische Investoren weniger stark am Kauf von US-Vermögenswerten interessiert, was einer Stärkung des Dollar zuwiderläuft. Hierbei handelt es sich um eine bedeutende strukturelle Veränderung.

 

Was bedeutet dies für Risikoanlagen?

Sollte der Strom von Negativschlagzeilen versiegen, erwarten wir eine weitere Schwächung des Dollar und eine fortgesetzte Underperformance des Treasury-Marktes gegenüber dem Rest der Welt. Wir gehen jedoch davon aus, dass eventuelle Rückzüge aus Risikoanlagen moderat ausfallen und es nicht an Kaufgelegenheiten mangeln wird. Wir erwarten keine übertriebenen Aufwärtsbewegungen des Dollars, die dem Risikomarkt erheblich schaden, da in diesem Falle die Fed einschreiten würde. Zudem rechnen wir damit, dass es früher oder später zu weiteren staatlichen Fiskalmaßnahmen kommen wird.

Gastautor: Mark Nash, Alternative Fixed Income Fondsmanager bei Jupiter Asset Management

Foto: Alexander Borisenko — © stock.adobe.com

 

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