Keine KI-Blase am Aktienmarkt zu erkennen

Eine KI-Blase am Aktienmarkt ist dem Berliner Asset Manager BIT Capital zufolge nicht zu erwarten – trotz stark gestiegener Investitionsausgaben von Unternehmen mit Bezug zu KI (Künstlicher Intelligenz).  „Die generativen KI-Umsätze sind gewachsen, die Adoption durch Unternehmen hat sich beschleunigt, und neue KI-Modelle haben ihre Leistung wie erwartet steigern können“, begründet das Team um Gründer und CIO Jan Beckers seine positive Einschätzung in einem aktuellen Research-Paper. Das Paradoxon sei offensichtlich: „Normalerweise zeichnen sich Blasen durch weit verbreiteten Optimismus und Euphorie aus, stattdessen ist die Stimmung um KI deutlich pessimistischer geworden.“
8. Mai 2026
Jan Beckers (c) Viktor Strass

Eine KI-Blase am Aktienmarkt ist dem Berliner Asset Manager BIT Capital zufolge nicht zu erwarten – trotz stark gestiegener Investitionsausgaben von Unternehmen mit Bezug zu KI (Künstlicher Intelligenz).  „Die generativen KI-Umsätze sind gewachsen, die Adoption durch Unternehmen hat sich beschleunigt, und neue KI-Modelle haben ihre Leistung wie erwartet steigern können“, begründet das Team um Gründer und CIO Jan Beckers seine positive Einschätzung in einem aktuellen Research-Paper. Das Paradoxon sei offensichtlich: „Normalerweise zeichnen sich Blasen durch weit verbreiteten Optimismus und Euphorie aus, stattdessen ist die Stimmung um KI deutlich pessimistischer geworden.“

BIT Capital gesteht zu, dass Teile der aktuellen Entwicklung klassische Blasenmerkmale widerspiegelten – etwa eine transformative Technologie, ein „Diesmal ist es anders”-Narrativ und eine lockere Geldpolitik. Bei näherer Betrachtung werde aber klar, dass Rufe nach einer KI-Blase verfehlt seien.

Dazu verweist BIT Capital unter anderem auf die Bewertungen am Aktienmarkt. Diese befänden sich zwar auf erhöhtem Niveau, seien jedoch weit davon entfernt, einer klassischen spekulativen Blase zu ähneln. „Was sich verändert hat, ist, dass das Ausmaß der Investitionen die Wahrscheinlichkeit erhöht hat, dass nicht alle Marktteilnehmer erfolgreich sein werden“, schreiben die Experten. „Der Aktienmarkt nimmt zunehmend Eigenschaften des Wagniskapital-Marktes an, mit einer kleinen Zahl struktureller Gewinner und vielen Verlierern.“

Mit Blick auf die Investitionen stellt das Team um Jan Beckers fest, dass deren Deckung im Vergleich zu früheren Zeiträumen inzwischen davon abhänge, dass ab diesem Jahr und darüber hinaus signifikante KI-getriebene Umsätze realisiert würden. „Diese zunehmende Abhängigkeit von der Monetarisierung erklärt, warum die Rallye der Large-Cap-Technologieaktien ins Stocken geraten ist und warum Investoren klare Belege für die Amortisation der Investitionen fordern.“

Bei den Umsätzen erkennen die Experten positive Signale. „Vor einem Jahr waren klare Fälle der KI-Monetarisierung noch rar. Heute gibt es jedoch greifbare Beispiele, wie KI beginnt, traditionelle Geschäftsmodelle aufzubrechen und bedeutende Anteile der adressierbaren Märkte zu erobern. Die breite industrielle Adoption hat sich noch nicht vollständig materialisiert, doch frühe Vorreiter zeigen bereits, was möglich ist.“

Angesichts dessen kommt BIT Capital zu der Schlussfolgerung, dass die KI-Branche nicht über die potenzielle Nachfrage hinaus investiert. Gleichwohl sei weitere Volatilität am Aktienmarkt zu erwarten. „Phasen restriktiverer Geldpolitik oder Gewinnenttäuschungen bei den Unternehmen mit dem stärksten KI-Exposure könnten scharfe Rotationen und eine erhöhte Sensitivität gegenüber neuen Informationen auslösen“, heißt es in dem Research-Paper. „Wir erwarten, dass die Fähigkeiten von KI schneller voranschreiten werden, als viele Unternehmen sie realistischerweise adaptieren können, was eine wachsende Kluft zwischen strukturellen Gewinnern und Disruptions-gefährdeten Unternehmen schafft. Diese Dynamik dürfte die Neuordnung der Marktpositionen beschleunigen und deutet darauf hin, dass undifferenzierte Anlagestrategien wirkungslos sein werden.“

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